18.11.2020

Buchempfehlung: "Der Islam als Alternative" von Dr. Murad Hofmann

 


211 Seiten


Beschreibung:

Ein spannendes Plädoyer für den Islam als alternativer Lebensweise - auch für uns im Westen. Gehalten von einem juristisch wie philosophisch geschulten Muslim, der fest auf dem Boden des klassischen Islam steht und als deutscher Diplomat vor Ort intimer Kenner der arabischen Welt ist. Um Brücken zu schlagen, packt er jedes heiße Eisen an, aus dem das alte und das neue Feindbild  >>Islam<< unter Europäern geschmiedet wurde. Ein provozierendes, wichtiges Buch zum Erfassen der wahren Dimension einer uns nahen und doch so fremden Religion, die das Leben einer Milliarde Menschen, darunter eine stetig wachsende Zahl Deutscher, bestimmt. Biografie: Murad Wilfried Hofmann, geboren 1931, promovierter Jurist, arbeitete 33 Jahre im diplomatischen Dienst, zuletzt als deutscher Botschafter in Algerien und Marokko. Heute bereist er als vielgefragter Vortragender vor allem Westeuropa, die USA und muslimische Staaten. Dr. Hofmann konvertierte 1980 zum Islam und veröffentlichte seither zahlreiche Aufsätze und Bücher über interkulturelle und -religiöse Themen.


Mehr über Dr. Murad Hofmann:


Dieses Jahr im Januar verstarb der faszinierende, inspirierende Murad Hofmann, nachdem er vierzig Jahre lang Muslim war. رَحِمَهُ ٱللَّٰهُ‎


Meine Meinung:


Dieses Buch stammt aus dem Jahr 1992 und ist somit 28 Jahre alt, doch davon merkt man nichts. Die typischen Vorurteile gegenüber dem Islam - Terrorismus und die Rolle der Frau - waren schon damals weit verbreitet. Es ist definitiv auch für heutige Leser empfehlenswert, weil es den Islam auf wenigen, sich schnell lesenden Seiten, erklärt. Wie man am Inhaltsverzeichnis oben sehen kann, werden viele interessante Themen angeschnitten. Durch diese gute Mischung ist dieses Buch hier ein Muss für Nichtmuslime, meiner Meinung nach.

Schaut unbedingt bei der eben verlinkten Wikipedia-Seite für eine Zusammenfassung seiner Thesen vorbei.

Er hat viele interessante Gedankengänge in diesem Buch veröffentlicht. Zum Beispiel:

- das Risiko, durch eine Fehlinterpretation der islamischen Regel "Das Rechte gebieten und das Unrechte verbieten" zu einem Volk "der Tugendwächter, Spitzel und 'Vigilanten' zu werden

- wie genau der westliche Menschenrechtskodex vom islamischen abweicht

- dass der Koran für die Bestrafung von Ehebruch schier Unerfüllbares einfordert (die Bedingungen, wonach jemand bestraft werden kann)

- und vieles mehr


"Muslim zu sein beruht auf zwei Voraussetzungen, (a) dem Glauben an einen personalen (aber geschlechtslosen), transzendenten (aber in der Welt wirksamen) Gott und (b) dem Glauben an seine Offenbarungen in abrahamischer Linie bis auf Muhammad. Muslime glauben an Gott, weil ihnen Seine Existenz angesichts der Existenz der Welt (d. h. ontologisch) und ihrer Bedingtheit (d. h. kausal) evident erscheint, obwohl sie wissen, daß es wissenschaftstheoretisch fragwürdig ist, von sinnlich Erkennbarem auf sinnlich nicht Erkennbares zu schließen [...]" (Seite 29)

"Ein Großteil der einfachen Gläubigen [...] praktiziert einen Monotheismus, bei dem Gott mehr oder weniger mit Jesus identisch ist. Diese anthopomorphische Gottesvorstellung - das Kindlein in der Krippe - kommt dem Bedürfnis entgegen, etwas zu verehren, was sich nicht zu sehr von uns unterscheidet. (Es war dieser Gott, den Nietzsche tötete!) [...] Vor allem im evangelischen Bereich wird Jesus jedoch bis in den Klerus hinein immer weniger als Gott gesehen, sondern als ein Maßstäbe setzender, Nächstenliebe vorlebender, anrührender Mensch, an dem zu orientieren sich lohnt [...]. Jesus gerät so in Gefahr, zum Prototyp des Sozialarbeiters im Rahmen einer Theologie der Misere zu verkümmern." (Seite 45)

Was mir nicht gefiel:

Ich kritisiere, dass behauptet wird, dass das Kopftuch laut einer Minderheit der Gelehrten nicht verpflichtend sei. Das suggeriert für den Leser, dass es da keinen Konsens gäbe, obwohl natürlich darauf aufmerksam gemacht wird, dass die islamische Orthodoxie da deutlich ist bezüglich des Kopftuchs. Im Vorwort von Annemarie Schimmel wird das jedoch einfach so behauptet, dass es keine Pflicht sei.

Außerdem wird ein unauthentischer Hadith erwähnt, wonach der Prophet gesagt habe, man solle nach Wissen streben, selbst wenn man dafür nach China reisen müsse. Erfunden laut Sheikh Albaani in Da’eef al-Jami (906).

Seite 171 des Buches ist meiner Meinung nach polemisch und unnötig...!

Auf Seite 49 wird kritisiert, dass die katholische Kirche einen Absolutheitsanspruch hat. Das finde ich immer so falsch... Das haben Religionen so an sich...!

PS: Murad Hoffmann hat auch ein Buch namens "Der Islam im 3. Jahrtausend" geschrieben, doch das empfehle ich hier nicht, weil ich vieles daran nicht mochte. Es enthält aber dennoch einige gute Sachen - es ist mir aber wichtig, dass ich hinter meinen Empfehlungen stehen kann.


PPS: Noch ein Zitat von ihm von diesem tollen Link hier: www.way-to-allah.com/dokument/tagebuchwilfriedhoffmann.pdf - "Die Vorstellung, man könne durch Opfer Vergebung erkaufen, ist urheidnisch und geht der Entwicklung des Bildes von Gott, dem „Barmherzigen und Gütigen", voraus. Das hindert christliche Interpreten nicht, die Notwendigkeit eines „Opfertodes" von Jesus aus der Mechanik des Opferkultes herzuleiten: Um vergeben zu können (!), brauchte Gott sein Selbst-Opfer. Wer, so frage ich, setzt Gott derartige Bedingungen?"


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31.10.2020

Buchempfehlung: "Sag was! Radikal höflich gegen Rechtspopulismus argumentieren" von Philipp Steffan

https://www.jetzt.de/politik/rechtspopulismus-und-rassismus-widersprechen-philipp-steffan-ueber-sein-buch-sag-was



80 Seiten


Beschreibung:

Klare Ansage: Sag was gegen rechts! Rechtspopulismus nimmt immer mehr zu. Doch wie identifiziert man rechtes Gedankengut und vor allem: Wie geht man damit um? Diesen Fragen widmen sich der hoch gelobte junge Verein „Tadel verpflichtet! e.V.“ mit seiner Bildungsinitiative "diskursiv", die dieses praxisnahe Bändchen mit Gesprächstaktiken, Tipps und Lösungsvorschlägen herausbringt. „Sag was“ bietet starke Argumentationshilfen gegen Rechtspopulismus, gezielt für junge Menschen.


Meine Meinung:

Ein super kleines Büchlein! Auf wenigen Seiten ist kompakt zusammengefasst, wie man am besten reagiert, sobald man im Bekanntenkreis etwas rechtspopulistisches hört. "Radikal höflich" trifft es hier auf den Punkt, denn es geht um respektvolle Unterhaltungen.

Sehr zu empfehlen. Ich denke, gerade wegen der Kürze. So bleibt viel im Kopf hängen.

http://www.diskursiv.net



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Buchempfehlung: "Antisemitismus: Präsenz und Tradition eines Ressentiments" von Prof. em. Dr. Wolfgang Benz


249 Seiten


Meine anderen Buchempfehlungen von ihm:

Buchempfehlung: "Die Feinde aus dem Morgenland: Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet" von Prof. em. Dr. Wolfgang Benz (mit wichtigen Links)


Wikipedia sagt über Wolfgang Benz:

"Wolfgang Benz (* 9. Juni 1941 in Ellwangen) ist ein deutscher Historiker der Zeitgeschichte und international anerkannter Vertreter der Vorurteilsforschung, der Antisemitismusforschung und der NS-Forschung. Er lehrte von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete das zugehörige Zentrum für Antisemitismusforschung, dessen Jahrbuch er bis 2011 herausgab." - Link


Beschreibung:

Judenfeindschaft aus unterschiedlichen Motiven gipfelte unter nationalsozialistischer Ideologie im 20. Jh. im Völkermord. Der Judenhass lebte fort, daneben entstand nach dem Holocaust ein mit neuen Argumenten operierender Antisemitismus, der Scham- und Schuldgefühlen entspringt. Der oft beschworene „neue Antisemitismus“ ist dagegen nichts anderes als die monotone Judenfeindschaft mit ihren Stereotypen, Legenden, Unterstellungen und Schuldzuweisungen, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat.

Antisemitismus ist ein zentrales Element des Rechtsextremismus, aber er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Doch nicht nur Judenhasser bieten Anlass zur Sorge. „Islamkritiker“ denunzieren pauschal alle Muslime als Judenfeinde und Überengagierte versuchen, Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel zu verengen und beziehen in ihr Verdikt jede kritische Haltung zur israelischen Politik mit ein.

Objektive Kriterien, was Antisemitismus ist, wie er sich historisch entfaltete, in welchen Formen er vorkommt, wie Judenfeindschaft von Israelkritik abzugrenzen ist, sind für eine differenzierte Betrachtung unentbehrlich. Informationen und Argumente dazu finden sich in diesem Buch.


Meine Meinung:

Ich liebe ja das oben verlinkte Buch "Die Feinde aus dem Morgenland" von Wolfgang Benz. Es hat sehr viele Islamhasser aufgeregt, dass der Antisemitismusforscher die sogenannte Islamkritik als Hetze erkannt und thematisiert hat, denn dass Herr Benz Ahnung von Diskriminierung hat, ist aufgrund seiner beruflichen Biographie absolut logisch. Kein Wunder, dass er beschimpft und bedroht wird.

Nun fände ich es aber falsch, wenn Muslime über "Die Feinde aus dem Morgenland" jubeln, das Thema Antisemitismus aber unter den Teppich kehren.

Natürlich sind viele derjenigen, die Muslime als Antisemiten darstellen, Heuchler, denn wenn Nazis zum tausendsten Mal jüdische Friedhöfe schänden oder planen, Juden zu erschießen, dann werden viele dennoch behaupten, dass man Rechtsradikalismus nicht innerhalb der Gesellschaft besprechen muss. Denn schlimm sind ja nur die Muslime. Und nur die können Antisemiten sein. Wir kennen das Phänomen ja beim Thema Christenverfolgung; bei diesem Thema wird das Leid arabischer Christen thematisiert, doch die palästinensischen Christen haben da offenbar einfach Pech gehabt.

Diese zu beobachtende Heuchelei bedeutet aber nicht, dass wir Muslime das Thema Antisemitismus unter Muslimen einfach unter den Teppich kehren dürfen! Ich habe viel beobachtet und es ist zum Kotzen. Ich schäme mich sehr dafür.

Das Buch "Antisemitismus: Präsenz und Tradition eines Ressentiments" ist eine gute, umfangreiche Zusammenfassung über den Antisemitismus und die Gefahr, die er beinhaltet. Und ja, es gibt auch ein Kapitel namens "Judenfeindschaft von Muslimen"!

"Die Feindschaft von Muslimen gegen Israel ist älter als der Staat, der Objekt ihres Hasses ist, trotzdem ist die Annahme falsch, es gäbe einen aus islamischer Kultur und Religion resultierenden eigenen islamischen Antisemitismus, ähnlich dem christlichen Antijudaismus des Mittelalters [...]. Die Ressentiments der christlichen Bevölkerung, die es gleichzeitig verstand, muslimische Abneigung gegen die Juden zu forcieren, fanden Nahrung in antisemitischen Traktaten, die aus europäischen Sprachen ins Arabische übersetzt wurden." (Seiten 198-199). (Das Kapitel ist dennoch sehr kritisch, keine Sorge!)


Mehr zum Thema Antisemitismus und meiner Überzeugung, dass er unislamisch ist, hier auf meinem Blog:

Nichtmuslime im Islam



Empfehlenswerter Artikel über sein neuestes Buch, was ich natürlich auch lesen und hier vorstellen werde (auch zum Thema Antisemitismus unter Muslimen):



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Buchempfehlung: "Der Nahost-Konflikt: Eine Einführung" von Dr. Margret Johannsen


249 Seiten


Beschreibung von:

https://www.springer.com/de/book/9783658160876

(Leseprobe dort!)

Dieses Lehrbuch behandelt den Nahost-Konflikt als Schlüsselelement der internationalen Beziehungen. In diesem Band werden sowohl der Kern des Konflikts als auch die internationalen Dimensionen auf knappem Raum dargestellt. Für die vierte Auflage wurde das Buch erneut umfassend aktualisiert und überarbeitet.

Dr. Margret Johannsen ist Politikwissenschaftlerin am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg und Dozentin im postgradualen Studiengang Master of Peace and Security Studies. Seit 2009 ist sie Mitherausgeberin des jährlich erscheinenden Friedensgutachtens.


Beschreibung von:

https://www.buecher.de/shop/wissenschaftsgeschichte/der-nahost-konflikt/johannsen-margret/products_products/detail/prod_id/47079545/

Der Nahost-Konflikt ist ein Schlüsselelement der internationalen Beziehungen. In diesem Buch werden sowohl der Kern des Konflikts als auch die internationalen Dimensionen auf knappem Raum dargestellt.

Rezension: "... Bereits in der Einleitung fallen die präzise und eingängige Sprache des Buches sowie seine durchdachte Struktur auf ... erfüllt sein Ziel, einen umfassenden, aber übersichtlichen Überblick über den vielschichtigen Nahostkonflikt zu bieten, in vollem Umfang. Der logische Aufbau der Kapitel, der gut strukturierte Inhalt, die eingängige Sprache sowie klare Definitionen von Regionen, Begriffen und Konzepten helfen, den Konflikt zu verstehen ... Hilfreich sind auch die kommentierten Literaturhinweise." (Joana Westphal, in: S+F Sicherheit und Frieden, Jg. 35, Heft 3, 2017)


Rezension:

https://theologieundwelt.wordpress.com/2017/04/23/der-nahost-konflikt/


Meine Meinung:

Dieses Buch war in Heft-Form in meinen Studienheften für das Fach Politik bei meinem Abitur-Fernlerngang. Ich war so begeistert davon, wie leicht verständlich und dennoch umfangreich die Autorin das Thema so gut behandelte. Ich kaufte mir dann dieses Buch, nur um festzustellen, dass es eben das selbe ist. Deshalb schickte ich es wieder zurück, aber allen anderen empfehle ich es sehr. Leider ist der Preis katastrophal. Der E-Book-Preis ist okay. Eine absolute Empfehlung an alle.



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12.10.2020

Buchempfehlung: "Lieblingsfeind Islam: Historische, politische und sozialpsychologische Aspekte des antimuslimischen Rassismus" von Petra Wild




272 Seiten


Beschreibung:





Beschreibung von Petra Wild von dieser Seite: http://www.muslim-markt.de/interview/2013/wild.htm :

"Petra Wild, geboren 1963 in Aarbergen (Hessen), studierte zwischen 1989 und 1994 Arabisch am Notre Dame-Institut im arabischen Jerusalem, als Gasthörerin an der Universität Leipzig und am Institut des Études arabes in Damaskus. Damit konnte sie ihr bereits seit 1982 bestehendes Interesse für Palästina und die arabische Welt vertiefen. Ab 2000 studierte sie Islamwissenschaft am Institut für Afrika- und Asienwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin und schloss ihr Studium 2008 ab."


Ich möchte unbedingt das Inhaltsverzeichnis teilen mitsamt den Zwischen-Überschriften (übersichtlich geht anders...!):










Hier sind die ersten beiden Kapitel zu lesen und ein Teil des dritten Kapitels:
Einmal bitte diese Rezensionen lesen:





Meine Meinung:

Absolut großartig. Sehr umfangreich, wie man an der Inhaltangabe ja sehen kann.

Zitate:

"An die Stelle der Kategorie der Rasse ist heute die Kategorie der Kultur getreten. All das, was früher Rassen zugeschrieben wurden, wird heute auf Kulturen projiziert" (S. 15).

"Der Rassismusforscher Albert Memmi hat das Wesen des Rassismus auf den Punkt gebracht, als er erklärte, dass der Rassismus in letzter Konsequenz auf dem Friedhof endet" (S. 20).

"Die 'Erbsünde' spielte über Jahrhunderte in Europa eine wesentliche Rolle bei der Dämonisierung von Frauen" (S. 58).

"Die Kreuzzüge waren gleichermaßen antiislamisch und antisemitisch. Sie verankerten die Dämonisierung von Juden und Muslimen tief im europäischen kollektiven Gedächtnis. Auch die Vertreibung der Muslime und Juden aus Spanien verlief parallel" (S. 84).

"Wie der Islam heute wurde früher das Judentum zur Wurzel von Patriarchat und Frauenunterdrückung erklärt. [...] Die Nationalsozialistin Sophie Rogge-Börner rief in der Zeitschrift Die deutsche Kämpferin zum gemeinsamen Kampf mit den 'arischen Rassegenossen' gegen das 'orientalisch-jüdische Patriarchat' auf [...]" (S. 86). - Siehe hierzu:


und:


"Jüdische Fundamentalisten beziehen sich auf die Bibel, um Gewalt gegen Palästinenser zu rechtfertigen und teilweise sogar die Vernichtung all derer fordern, die Juden schaden" (S. 117).

Die Autorin erwähnt auch, wie der Nachrichtendienst MEMRI einmal ein palästinensisches Mädchen falsch übersetzte. Sie sagte im Fernsehen: "Die Juden werden uns töten", doch übersetzt wurde es als "Wir töten die Juden". Als MEMRI darauf aufmerksam gemacht wurde, weigerten sie sich, den Fehler zu beheben: https://www.theguardian.com/commentisfree/2007/may/15/arabicunderfire

(Mehr zu diesem Nachrichtendienst:


Und grundsätzlich kann man auch noch mal hier vorbeischauen:



Sie erwähnt auch, dass die Regelung, dass man als Vergewaltiger einer Strafe entgehen kann, wenn man sein Opfer heiratet, nicht vom Islam stammt, sondern vom Kolonialismus:



Ich versuche gerade, Bruchstücke dieses Buches offenzulegen, aber letztendlich bleibe ich unzufrieden mit dieser Buchempfehlung, denn es ist unmöglich für mich, die Großartigkeit dieses Werkes auch nur ansatzweise irgendwie aufzuzeigen. Große Empfehlung.

PS: Ich gehe nicht hundertprozentig mit der Kapitalismuskritik konform.


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11.10.2020

Buchempfehlung: "Kritik und Gewalt: Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft" von Prof. Dr. Klaus J. Bade (mit generellen Infos im Artikel)



400 Seiten

Beschreibung bei https://www.migazin.de/author/klaus-j-bade/:

Prof. Dr. Klaus J. Bade, geb. 1944, ist Migrationsforscher, Publizist und Politikberater. Er lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und lebt seither in Berlin. Er war u.a. Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), des bundesweiten Rates für Migration (RfM) und bis 2012 Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin. Bade hatte Fellowships/Gastprofessuren an den Universitäten Harvard und Oxford, an der Niederländischen Akademie der Wissenschaften sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Er hat zu Migration und Integration in Geschichte und Gegenwart viele Forschungsprojekte geleitet, einige Dutzend Bücher und zahlreiche kleinere Arbeiten veröffentlicht. Für sein Engagement in Forschung und kritischer Politikbegleitung hat er diverse Auszeichnungen erhalten u.a. das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (www.kjbade.de). Aktuell ist sein neues Buch "Kritik und Gewalt. Sarrazin-Debatte, ‚Islamkritik‘ und Terror in der Einwanderungs- gesellschaft", Schwalbach i. T. 2013 (ergänzte 3. Aufl. als eBook 2014).


Beschreibung:

Die ‚Integrationsdebatte‘ nach Thilo Sarrazins Buch ‚Deutschland schafft sich ab‘ offenbarte ein Paradox – eine wachsende Akzeptanz des kulturellen Pluralismus, besonders unter jüngeren Menschen, und zugleich massive kulturelle Ressentiments in der Einwanderungsgesellschaft. Der renommierte Migrationsforscher und Politikberater Klaus J. Bade beleuchtet Ursachen, Hintergründe und bedrohliche Folgen dieser paradoxen Spannung. Ihr Ergebnis ist eine gefährliche Ersatzdebatte anstelle der verdrängten Diskussion um die neue Identität in der Einwanderungsgesellschaft. Das Buch beschreibt diese Ersatzdebatte als ‚negative Integration‘: die Selbstvergewisserung der Mehrheit durch die Ausgrenzung einer großen – muslimischen – Minderheit.

Die Politik verkennt die Brisanz dieser negativen Integration, solange sie ‚Integrationspolitik‘ nicht als Gesellschaftspolitik für alle versteht. Mit scharfem Blick identifiziert Bade Zusammenhänge von Wortgewalt und Tatgewalt am Beispiel antimultikulturell und antiislamisch motivierter Bluttaten aus jüngster Zeit: dem Breivik-Massaker in Norwegen und den Serienmorden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Deutschland. Mit der Zunahme von Integrationserfolgen und der pragmatischen Akzeptanz kultureller Vielfalt sind in Deutschland auch aus kultureller Angst geborene fremdenfeindliche Abwehrhaltungen gewachsen, vor allem gegenüber dem Schreckgespenst Islam. Im Umgang mit den Themen Einwanderung, Integration und Islam ist ein kritischer Punkt erreicht.





Das Buch ist bei der Seite Scribd zu lesen, wo man soweit ich weiß, einen Gratis-Probemonat bekommt. Dort habe ich es zuerst gelesen, doch dann trotzdem das Buch gekauft. Lasst uns gute Autoren unterstützen!


Mehr von Prof. Dr. Klaus J. Bade:



Beschreibung des Videos:

Prof. Dr. Klaus J. Bade - Integration, Kulturangst und Terror in der Einwanderungsgesellschaft Integration ist kein einfacher, fröhlicher Weg in ein buntes Paradies. Einwanderungsgesellschaften müssen schwierige und unübersichtliche Kultur- und Sozialprozesse bewältigen. Denn nur, wenn es gelingt, dass Zuwanderer- und Mehrheitsbevölkerung zusammenwachsen, kann Integration gelingen. Im günstigen Fall entwickelt sich eine neue, kollektive Identität. Oft allerdings entstehen Identitätskrisen gesellschaftliche Konflikte – bis hin zu einer negativen Koalition der Extreme, die sozialen Frieden unmöglich macht. Klaus Bade fordert „Gesellschaftspolitik für alle“ anstatt „Integrationspolitik für Migranten“. Zur Person Klaus J. Bade, geboren 1944 in Sierentz (Elsass) Studium der Geschichte, Germanistik, Politik- und Sozialwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg 1972 Promotion an der Universität Erlangen-Nürnberg 1979 Habilitation mit Lehrbefugnis für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg 1980-1981 Lehrstuhlvertretung für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg 1981 Ernennung zum Prof. a. Z. für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg 1982-2007 Professor für Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück 1991-2007 Begründer, Vorstand und Direktor des interdisziplinären ‘Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ an der Universität Osnabrück Begründer und Herausgeber/Mitherausgeber der ‘Schriften des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ und der ‘Beiträge des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ Begründer und Herausgeber der ‘Studien zur Historischen Migrationsforschung‘ 2008 Berufung in den neu gegründeten Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration und Ernennung zu dessen Gründungsvorsitzenden 2009 Wahl zum Vorsitzenden des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration Ausgewählte Veröffentlichungen Kritik und Gewalt. Sarrazin-Debatte, ,Islamkritik' und Terror in der Einwanderungsgesellschaft. Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2013 Enzyklopädie Migration in Europa vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart (Hrsg. zus. m. P.C. Emmer, L. Lucassen u. J. Oltmer). Schöningh Verlag, Paderborn, 2007 Leviten lesen: Migration und Integration in Deutschland. Abschiedsvorlesung mit Grußworten und ausgewähltem Schriftenverzeichnis. IMIS-Beiträge, H. 31, Osnabrück, 2007 Normalfall Migration: Deutschland im 20. und frühen 21. Jahrhundert (Zus. mit. Jochen Oltmer). Bundeszentrale für politische Bildung, Reihe ZeitBilder, Bonn 2004 Europa in Bewegung: Migration vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Reihe: Europa Bauen, hg.v. Jacques Le Goff. dte. Ausg.: C.H. Beck Verlag, München, 2000 Ausländer – Aussiedler- Asyl: Eine Bestandsaufnahme. C.H. Beck Verlag (Beck’sche Reihe), München, 1994 Das Manifest der 60: Deutschland und die Einwanderung (Hrsg.). H. Beck Verlag, (Beck’sche Reihe), München, 1994 Deutsche im Ausland – Fremde in Deutschland: Migration in Geschichte und Gegenwart (Hrsg.). Verlag C.H. Beck, München, 1992


Auch:





Auch Bade, der seit Jahrzehnten das Zusammenleben von Eingewanderten und Einheimischen erforscht und dabei keiner ist, der Probleme verschweigt, geriet ins Visier der Islamgegner. Der Internetpranger „Nürnberg 2.0“ stellte sein Foto auf eine virtuelle Fahndungsliste. Der größte islamfeindliche Blog, „Politically Incorrect“, veröffentlichte folgenden Appell:

„Der Kopf der ‚Forscher‘, die Kritik an Sarrazin übten, ist Prof. Dr. Klaus J. Bade.“

Es folgten die kompletten Kontaktdaten Bades.

„Wenn jeder hier mal eine höfliche (!) Mail an den Herrn schickt und nur ein- bis dreimal dort anruft (wiederum höflich bleiben), spürt er vielleicht auch den Gegenwind. Höflich nicht weil er es verdient hätte, sondern um keine Anzeige zu provozieren.“

Wochenlang wurde Bade mit Drohungen, Hassbriefen und Wutmails überzogen.

„Du verdammter dreckiger Hurensohn. (…) Halte bloß Deine beschissenen Empfehlungen für Dich sonst wirst Du Dreckskerl zu Hölle geschickt. Wir wissen wo Du und Deine Drecksfamilie wohnen.“

„Dieser arrogante, islamverliebte Volksverräter, der verzweifelt nach einer Daseinsberechtigung sucht, will den Menschen, die die Wahrheit aussprechen, einen Maulkorb anlegen? Ich wünsche mir sehnlichst, dass er das nächste Opfer wird, das auf einer U-Bahnstation zusammengetreten wird.“

„Es sind typisch Sozialwissenschaftler, die Deutschlands Integrationsmisere hervorgerufen haben. Leute wie Sie sind schuld, dass Menschen von meist türkisch-arabischen Schlägern auf Bahnhöfen niedergemetzelt werden.“


Zusammenfassung des Buches von Dr. Naika Faroutan:



Sehr viele Rezensionen sind hier verlinkt:

Seine Kolumne:


Interview:



Meine Meinung:


Ein umfangreiches, großartiges Werk. Wie so oft rate ich dazu, sich andere Rezensionen durchzulesen, um einen guten Überblick über das Werk zu bekommen. Alle Links sind empfehlenswert.

Der Autor erwähnt, wie Muslime verteufelt werden, und zwar als "Sackratten", "Ziegenficker", "Schleierschlampen", "Gesindel", "Abschaum" und "Türkendreck".

Beleidigungen, Drohungen, Morddrohungen... Davon können nicht nur Muslime, sondern auch Islamkritik-Kritiker ein Liedchen singen. (Siehe oben.) Auch höchstrangige Vertreter der Kirchen, sobald sie es wagen, auch nur ein bisschen positiv über Muslime zu reden. Auch Wissenschaftler werden diffamiert und bedroht von den Leuten, die die Meinungsfreiheit hochhalten. All das wird deutlich aufgezeigt in diesem Buch.



Zitate aus dem Buch hier:


  • Er zitiert den Sozialpsychologen Haci-Halil Uslucan: "Die Mehrheitsgesellschaft identifiziert sich mit den besten ihrer Vertreter, die Minderheit wird aber mit den negativsten Exemplaren ihres kulturellen oder ethnischen Hintergrundes gleichgesetzt. Am Ende wird in jedem Deutschen ein Goethe oder ein Thomas Mann, in jedem Polen aber ein potenzieller Autoknacker, in jedem Türken ein Gewalttäter gesehen" (Seite 46).
  • "Manche der hier agierenden und agitierenden selbsternannten 'Islamkenner' können für ihren vermeintlichen Expertenstatus ungefähr so viel Legitimation beanspruchen wie ein Deutscher, der sich aufgrund seiner Geburt im Land zum Germanisten erklärt, oder ein Klosettbrillenschreiner, der den Optiker als Kollegen versteht" (Seite 240).
  • Er zitiert die Publizistin Hilal Sezgin: "[...] nichts hört ein offener oder klammheimlicher Ausländerfeind lieber, als wenn ihm eine echte Türkin versichert, dass die - natürlich anderen! - Türken genauso dreckig, primitiv und patriarchal sind, wie sie - die Urdeutschen - es schon immer geahnt haben" (Seite 178).
  • "Jenseits der nur fahndungstechnisch belangvollen Frage nach direkten Kontakten Breiviks zur deutschen Szene war sofort erkennbar gewesen, dass viele der in seinem Manifest kumulierten Gedanken sich mit den Vorstellungen 'islamkritischer' bzw. islamfeindlicher Blogs in Deutschland, Italien, Frankreich und anderen europäischen Ländern deckten. Das wurde auch von ihnen selbst ausdrücklich bestätigt und Breiviks Machwerk sogar als die Botschaft einer 'Ikone' unter den 'Widerstandskämpfern' im Abwehrkampf gegen die 'muslimische Invasion' begrüßt, wenn auch verbunden mit dem bedauernden Hinweis, dass der Attentäter der Bewegung mit seiner misslichen Tat einen schlechten Dienst erwiesen habe" (Seite 283).
  • "Die Schwächen des Bestsellers von Kelek haben neben Patrick Bahners am klarsten der früher in München, heute an der London School of Economics and Political Science (LSE) lehrende Kultursoziologe Prof. Dr. Ulrich Beck und die in Erlangen und Trondheim, Norwegen, lehrende Familiensoziologin Prof. Dr. Elisabeth Beck-Gernsheim in einem gemeinsamen Buch herausgearbeitet. Ihre Kritik an dieser 'Opfergeschichte' soll hier etwas ausführlicher zu Wort kommen [...]" (Seite 154).
  • "Dieses wissenschaftsfeindliche Misstrauen, insbesondere gegen die nur 'sogenannten Migrationsforschung' aber ist in Deutschland, wie gezeigt, eine ganz besonders nachhaltige Leistung der in dieser Hinsicht erklärtermaßen forschungsfeindlichen publizistischen 'Islamkritiker'. Der Nachhall ihrer ebenso flachen wie höhnischen wissenschaftsfernen und wissenschaftsfeindlichen Argumente lässt sich bei jedem Mausklick auf die Seiten der islamfeindlichen Netz- und Hetzwerke nachvollziehen" (Seite 362).
 

Der Autor zitiert gern. Links von den Fußnoten - und Zitate davon:


"In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei. Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch."

"Sachsen im Mai 2012. Zwei Männer überfallen in Bautzen einen kolumbianischen Austauschschüler, beleidigen ihn, treten auf ihn ein. In Hoyerswerda belagern Rechtsradikale das Büro einer Bundestagsabgeordneten, zerschlagen die Scheibe und attackieren einen Mitarbeiter. In Limbach-Oberfrohna greifen Neonazis ein alternatives Bildungshaus an. Ein Sprengsatz explodiert vor der Pizzeria Bollywood in Geithain, sie gehört einem Pakistaner." 



"Nach dem Mord an einer schwangeren Muslima schrieb ein User namens "PigMohamed": "Mir tut es überhaupt nicht leid um diese verschleierte Kopftuchschlampe. Und noch dazu ein Moslem im Bauch weniger!" Der schäumende Eifer der User richtet sich auch gegen jene, die den Islam nicht per se für gefährlich halten: Zu einem "Bericht" über eine Podiumsdiskussion mit Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in Geretsried findet sich diese Anmerkung: "Diese Furie von Knarrenberger gehört auch aus dem Land exorziert."" 



"In seinem Werk Orientalism (1978) stellte Said die These auf, dass das Aufkommen einer wissenschaftlichen Orientalistik, aber auch des populären Orientbildes im 19. Jahrhundert durch die kolonialen Ambitionen Großbritanniens und Frankreichs wesentlich begünstigt wurden. Besonders brisant ist Saids Feststellung, dass die Orientalistik ideologische, ja teils offen rassistische Haltungen pflegte, die wiederum von Politikern und Meinungsmachern aufgenommen wurden, um Eingriffe in den Orient zu rechtfertigen. Ein markantes Beispiel ist die von Said zitierte Aussage des britischen Orientalisten William Muirs (1819–1905): "Das Schwert Mohammeds und der Koran sind die beiden schlimmsten Feinde der Zivilisation, der Freiheit und der Wahrheit, welche die Welt je gesehen hat." Von solchen Aussagen bis zu den islamkritischen Blogs von heute lässt sich eine gerade Linie ziehen.

[...]

Man säße einer Illusion auf, wenn man glaubte, man könnte die islamkritischen Thesen mit Hilfe schierer islamwissenschaftlicher Sachkenntnis in wahre und falsche Behauptungen aufteilen und dergestalt eine sachliche Auseinandersetzung in die Wege leiten, die zu fundierten Aussagen über den Islam und die Muslime käme. Es ist naiv, anzunehmen, man könnte Islamkritiker "überzeugen" oder zu einer Revision oder Abmilderung ihrer Ansichten bewegen."

Auch sehr empfehlenswert sind diese Links über die vom Autoren oft zitierten Publizisten Patrick Bahners (KLICK für meine Buchempfehlung) und Kay Sokolowsky (KLICK für meine Buchempfehlung):


https://www.heise.de/tp/features/Der-Hass-auf-Muslims-hat-sich-in-Deutschland-wie-eine-Epidemie-breitgemacht-3383198.html

"Kaum spricht einer aus, dass Islamkritik sehr vielen Rassisten als Vorwand dient, um hemmungslos gegen türkische und arabische Migranten zu hetzen, fordern die Kritiker von ihm ein, er solle erst mal was über den Glaubensterror in Saudi-Arabien sagen, bevor er sich über den muslimfeindlichen Rassismus beklagt."


https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/islamkritiker-die-panikmacher-1593609.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

"Wie solle man sich das denn konkret vorstellen: 1,5 Milliarden Muslime zu besiegen? Hirsi Ali kam es weniger auf die konkrete Vorstellbarkeit als auf den abstrakten Gedanken an. „Wir befinden uns im Krieg gegen den Islam. Und im Krieg gibt es keinen Kompromiss.“

[...]

Laut Henryk M. Broder „führt eine direkte Linie von Al Qaida im Irak und der Intifada in Palästina zu den Jugendlichen mit ,Migrationshintergrund‘ in Neukölln und Moabit“. Broders Welt ist übersichtlich: Es gibt nur einen Krieg, einen Feind, eine Front. Die radikale Vereinfachung der Weltverhältnisse ist die Attraktion der Islamkritik."



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04.10.2020

Buchempfehlungen: "Mohammed für Christen: Prophet und Staatsmann" und "Der Koran für Christen: Gemeinsamkeiten entdecken" von Hermann-Josef Frisch

Vielen Dank an den sympathischen Autoren für sein Anliegen, den Islam zu verteidigen.


"Mohammed für Christen: Prophet und Staatsmann"







Das Buch ist bei der Seite Scribd zu lesen, wo man, soweit ich weiß, einen Gratis-Probemonat bekommt.


208 Seiten


Über den Autoren:

Hermann-Josef Frisch, geb. 1947, ist Priester und Autor vieler erfolgreicher Bücher in den Bereichen Religionspädagogik, Gemeindearbeit, theologische Erwachsenenbildung und Religionswissenschaft. Er lebt in Overath bei Köln.


Klappentext:


Die Gestalt des Muhammad ibn Abdallāh ibn Abd al-Muttalib (»ibn«, arabisch »Sohn«, zeigt die im arabischen Raum wichtige genealogische Abstammung auf), der im Westen meist Mohammed genannt wird, ist in höchstem Maß umstritten. Man sieht den Islam als mächtige Weltreligion, die zweitgrößte nach dem Christentum. Doch das macht vielen Angst vor dem Fremden: Der Islam wird kontrovers diskutiert und oft allein von seinen Randerscheinungen bzw. von Vorurteilen her gesehen. Fundamentalistische Gewalt und inzwischen nahezu weltweiter islamistischer Terror sind vorrangig im Blick der meisten Beobachter und werden zu Recht beklagt und bekämpft. Mohammed, der am Anfang des Islams steht, wird nahtlos in diese Sichtweise integriert und deshalb abgelehnt. Übersehen wird dabei, dass auch die anderen Religionen eine Gewaltgeschichte haben und dass die extremen und gewaltbereiten Gruppierungen, die sich auf den Islam berufen, nur wenige Prozent der Muslime weltweit ausmachen. Fundamentalisten gibt es zudem in ähnlicher Zahl in allen Religionen und Gesellschaften.

Dieser Band soll in einer im Blick auf Islam und Mohammed angespannten Situation zu einem zwar kritischen, aber vorurteilslosen und differenzierten Blick auf Mohammed (und über ihn auf den Islam) beitragen. Es geht um fundamentale Informationen über Mohammed, die Gründergestalt des Islam, über seinen Lebensweg, seine religiösen Vorstellungen, seine Konzeption eines islamischen Staates, in dem der Glaube an den einen und einzigen Gott die Gesellschaft unmittelbar formt und bestimmt. Diese Informationen sollen der Verständigung zwischen den Religionen dienen. Nicht um Abgrenzung und Ausgrenzung darf es in einer Gesellschaft gehen, sondern um Dialog und Toleranz. Nicht Vorurteile dürfen das Zusammenleben bestimmen, sondern Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Deshalb werden in diesem Band in einem ersten Teil grundlegende Informationen zum Lebensweg des Mohammed vorgestellt.

In einem zweiten Teil folgt dann unter verschiedenen Aspekten eine Würdigung seines Lebenswerkes. Beides geschieht aus christlicher Sicht, aber mit dem Bewusstsein, dass Islam und Christentum Schwesternreligionen sind, die aus dem Judentum als Mutterreligion hervorgegangen sind. Es geht also um die Frage: Was ist mit Mohammed – was fangen Christen mit ihm an? Wer ist Mohammed für uns? Machen wir uns auf den Weg zu einem besseren Verständnis.



Meine Meinung:

"Er muss aus den Bedingungen seiner Zeit und seines Selbstverständnisses nicht abweisend, sondern wertschätzend wahrgenommen werden" (Seite 108).

Ich empfehle dieses Buch für alle Christen, weil es einem den Islam aus christlicher Sicht näher bringt. Wer das Buch liest, versteht den islamischen Propheten Muhammad und weiß dann, dass dieser nicht einfach nur ein Prophet für die Araber ist sondern für alle Menschen. Und das wichtigste: Dass er nicht mit einer neuen Wüsten-Religion kam, sondern mit der Urreligion des Menschen: der Gottergebenheit. Genauso wie die Propheten vor ihm (welche den Juden und Christen bekannt sind) kämpfte Muhammad gegen den Götzendienst seines Volkes und musste dafür Verfolgung erleiden.

Auf den Seiten 82 und 83 wird die kontroverse Geschichte um die Konflikte mit den jüdischen Stämmen korrekt dargestellt (Mordversuch an Mohammed, deshalb Vertreibung; geheime Verhandlungen mit dem militärischen Feind, den Mekkanern; Sa'd ibn Muad beschloss die Strafe und entschied sich, den jüdischen Stamm nach dem eigenen jüdischen Gesetz zu bestrafen, nämlich Deuteronomium 20,13).

Das Stereotyp des Lustmolchs in Bezug auf Mohammed wird gebrochen, indem erklärt wird, dass Mohammed meistens politische Ziele mit seinen Ehen hatte. Dynastische Heiraten gab es laut Autor auch in vielen christlichen Königshäusern früher.

"Auch die vielen kinderlosen Ehen Mohammeds lassen den Schluss zu, dass es ihm nicht um sexuelle Ziele und möglichst große Nachkommenschaft ging, sondern um die Versorgung von Witwen und zugleich um einen möglichen Ausgleich mit anderen Stämmen" (S. 91).

Weitere Zitate, die mir gefallen:

"Bereits vor den drei genannten Schlachten war von Mohammed ein militärischer Einsatz gegen mekkanische Karawanen auf ihrem Weg nach Syrien befohlen worden. Diese Wegelagerei war zwar innerhalb der andauernden Kämpfe der verschiedenen arabischen Stämme üblich gewesen, doch bleibt auch hier der Vorwurf einer unberechtigten Gewaltanwendung. Dieser erfolgt natürlich aus heutiger Sicht; damals wurden auf der Arabischen Halbinsel solche Aktionen als 'normal' angesehen [...]. (Auch in Europa waren solche Handlungsweisen selbst in späterer Zeit nicht fremd, wenn man Wegelagerei und Raubritterei im europäischen Spätmittelalter betrachtet.)" - Seite 159

Der Autor kritisiert es scharf, wenn man den Propheten Muhammad pauschal beleidigt oder diffamiert. Das selbe gilt für Lügen, denn im Mittelalter hieß es unter anderem, der Prophet habe sich selbst als Gott verehren lassen (Seite 182).

Es gefällt mir, wie der Prophet Muhammad mit anderen Religionsführern und Propheten verglichen wird. Ich kann das Thema nur ganz kurz anschneiden, denn es ist sehr umfangreich geschrieben.

Eine Gemeinsamkeit ist definitiv die grausame Verfolgung wegen Verkündung der Botschaft und die Stärke, die die Propheten aus Gottes Liebe zogen: "Die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes, die in den Suren des Koran immer wieder thematisiert wird, stärkte Mohammed auf seinem Weg und gab ihm die Kraft, auch in Verfolgung und Bedrängnis seiner Botschaft treu zu bleiben." (Seite 173).

Gemeinsamkeiten zwischen den Religionsführern/Propheten gibt es weiterhin, was das Predigen ethischen Verhaltens betrifft. (Wieder einmal gibt es Hadithe ohne Quelle...)

Mohammeds Bescheidenheit was seine eigene Person betrifft stimmt mit dem Selbstverständnis alttestamentlicher Propheten überein: "[...] etwa mit Amos, der sich nur als Viehzüchter und Maulbeerfeigenbepflanzer versteht [...]" (Seite 180).

Von Jesus unterscheidet sich Muhammad vor allem dadurch, dass Ersterer keinerlei politische Macht hatte und deshalb auch nicht Führer eines Staates war so wie Muhammad. Der Autor zählt dann Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Muhammad und Jesus auf, dann das selbe mit Buddha.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass man den Propheten Muhammad am ehesten mit den Propheten des Alten Testaments vergleichen kann. Die größte Parallele findet er beim Propheten Mose. Er nennt viele Gemeinsamkeiten und kommt zu dem Schluss: "Mose und Mohammed erscheinen so als die beiden Gestalten von Judentum und Islam, die einander in vielen Punkten ähnlich sind. Dazu gehört in erster Linie der unbedingte Glaube an den befreienden (Judentum) und barmherzigen (Islam) Gott, der sich den Menschen zuwendet und ihnen Rechtleitung zukommen lässt. Beide sind Propheten und Anführer, Gesetzgeber und zudem militärisch aktiv. Beide haben die Geschichte der Menschheit entscheidend geprägt" (Seite 199).


Was ich nicht mochte:

Seite 74: "Die Salafisten halten die von Mohammed vor 1400 Jahren in Medina gegebene Gesellschaftsordnung für die einzige, die Gott wohlgefällig ist [...]." - Ich. kann. es. nicht. mehr. hören. Nur soviel: Nein, das sind nicht "die Salafisten", die das so sehen.

Seite 76 über die Regel, dass die Frau grundsätzlich die Hälfte erbt als der Mann: "[Heute] [...] muss der von Mohammed bei seiner Änderung erfolgte Grundsatz einer höheren Gerechtigkeit [...] weitergeführt und und vollständig realisiert werden." - Die Andeutung, dass die Regel geändert werden müsse, stammt aus einem Unverständnis darüber, dass das eben nicht unfair ist. Zu lesen hier auf meinem Blog.

Seite 87 über den Propheten: "[...] der mit den Jahren immer konsequenter und ausschließlicher den monotheistischen Glauben des Islam auch von bislang polytheistischen Stämmen einforderte". - Mir gefällt nicht, dass suggeriert wird, dass der Prophet den Götzendienst irgendwann mal "noch schlimmer" fand als vorher sowieso schon. Er fand ihn immer gleich schlimm.

Seite 88 über die Mehrehe: "Zudem beinhalt der Koran die Regelung, dass eine Ehefrau einer zweiten oder weiteren Heirat zustimmen muss [...]" - Diese Stelle im Koran würde ich gerne mal sehen. Ob es verpflichtend ist, dass die Ehefrau einer zweiten Heirat zustimmen muss, ist unter Gelehrten umstritten. Unbestritten ist, dass es zumindest sehr wichtig wäre! (Nur weil etwas erlaubt ist, muss man es nicht unbedingt tun.)

Auf Seiten 118-121: Absolutheitsanspruch der Religionen wird kritisiert nach dem Motto "Überall kann Wahres drin stecken".

Auf 124 wird ein Islamverfälscher mit Namen erwähnt.

Auf Seite 126 wird nach einer historisch-kritischen Auslegung verlangt, was auch immer das bedeuten soll.

Auf Seite 131 wird in Erwägung gezogen, dass Christen Mohammed ja auch als Prophet sehen könnten. Das ist unlogisch. Wenn man Mohammed als Prophet sieht, dann muss man ja Muslim werden. Auf Seite 140-141 steht ähnliches. Und auf Seite 201 steht tatsächlich: "Was Christen aber durchaus zugeben dürfen: Mohammed war Prophet Gottes". Ich muss sagen: Das ist unfair Christen gegenüber. Natürlich will ich nicht, dass sie schlecht über den Propheten Muhammad denken. Aber ihn als Propheten anzuerkennen, geht noch mal tausend Schritte weiter als das und ergibt einfach keinen Sinn, denn dann müssten sie zum Islam konvertieren. 

Auf Seiten 148 und 149 steht, dass es Ansätze einer Mohammed-Verehrung gebe, als Beispiel wird die Segensformel "Friede sei auf ihm" genannt. Das hat nichts mit Verehrung zu tun!

Auf Seite 152 wird der Quranvers 2:62 genannt, ohne zu erwähnen, dass es sich um die früheren Anhänger der Propheten handelt, die deren damals noch unverfälschte Botschaft der Gottergebung folgten.

Auf Seite 158 wird kurz vor dem Kapitel "Krieger und Feldherr" suggeriert, es gäbe einen Widerspruch zwischen den beiden dort genannten Versen.

Seite 162: "unberechtigte Gewalt"

Auf Seite 176 steht ein Hadith, der angeblich so lautet: "Wer sich anderer nicht erbarmt, wird kein Erbarmen finden", welcher diese Quelle habe: Hadith 2707 nach Khoury oder auch 2682. Jetzt ist das schwer zurückzuverfolgen, woher dieser Khoury die Quelle hat, deshalb ist das hier für mich gleichrangig damit, einen Hadith ohne Quelle zu erwähnen.

Auf Seite 181 werden Mohammeds Wunder angesprochen. Dazu weiß ich nicht genug, um da was zu bestätigen.


Fazit:

Ein absolut empfehlenswertes Buch. Schaut doch einfach mal bei der oben verlinkten Leseprobe vorbei.

Der Koran für Christen: Gemeinsamkeiten entdecken







Beschreibung von Amazon:

Hermann-Josef Frisch, geb. 1947, ist Priester und Autor vieler erfolgreicher Bücher in den Bereichen Religionspädagogik, Gemeindearbeit, theologische Erwachsenenbildung und Religionswissenschaft. Er lebt in Overath bei Köln.


Das Buch von Hermann-Josef Frisch eröffnet Zugänge zum Koran aus christlicher Sicht. Der Koran gilt als schwer verständlich, zudem in einer bildhaften Sprache geschrieben. Frisch hilft, sich auf der Basis des eigenen, christlichen Glaubens ein Bild von dem zu machen, was den Islam so sehr prägt. Denn er vergleicht Aussagen des Koran mit denen der Bibel und öffnet so einen ganz neuen Weg zum Verständnis des Glaubens der Muslime. Ein wichtiges Buch, das zum Gespräch der Religionen beiträgt.


Meine Meinung:


Anders als bei "Mohammed für Christen" habe ich hier bei "Der Koran für Christen" sehr viele Kritikpunkte. Ich fange mal mit ihnen an.

Seite 59 und 60: "Hadithe zum Koran" werden genannt. Zitiert "nach Adel Theodor Khoury, Der Hadith, Band 1". Ich weiß nicht, ob sie authentisch sind, denn von irgendwo muss sie Adel Theodor Khoury ja herhaben.

Seite 64 und 66 und 91 und 171: Ein Islamverfälscher wird mit Namen genannt und es wird für ihn geworben. Wer das Buch liest und dann verwundert ist, weshalb ich ihn als Islamverfälscher bezeichne, möge sich bei mir melden.

Seite 72: "In späterer Zeit verschärfte sich der Gegensatz zwischen Muslimen und Christen. So werden die Muslime am Ende der medinischen Zeit aufgefordert: 'O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen als Beistand!' (Sure 5,51), 'Bekämpft die... von denen, denen gegeben worden ist die Schrift, bis sie aushändigen den Tribut als Unterlegene." (Sure 9,29). - Ja, aber hier noch mal die Interpretation davon: https://en.wikipedia.org/wiki/At-Tawba_29#Interpretations).

Auf Seite 72-73 wird das Zweite Vatikanische Konzil zitiert, wonach es hieß, dass Muslime die Jungfrau Maria zuweilen in Frömmigkeit anriefen. Was nicht stimmt.

Auf Seite 75 hätte deutlicher gezeigt werden sollen, dass die Gewalt zuerst von den Polytheisten ausging.

Auf Seite 79 steht, dass Abraham bei Muslimen als erster Prophet und erster Muslim gilt. Falsch, das ist der erste Mensch Adam gewesen.

Ich widerspreche der Behauptung auf Seite 80, dass die Muslime die Trinität missverstehen würden. Weshalb das gedacht wird, ist gerade zu kompliziert, als dass ich es kurz erwähnen könnte.

Direkt danach: Die früheren Gottes-Offenbarungen auf die Propheten als den "Urkoran im Himmel" zu bezeichnen... Ach, ich weiß nicht. Ich weiß ja, was er meint. Die Botschaft des Korans wurde natürlich an alle Propheten vor Muhammad offenbart, aber nicht der Koran wortwörtlich, logischerweise. Und der "Urkoran" ist ja wortwörtlich der Koran.

Seite 105: Nein, die Beschreibungen der Hölle sind nicht als "bildhafte-metaphorische Rede" zu verstehen.

Auf Seite 140 steht: "Bestrafung von Ehebruch mit hundert Peitschenhieben (für den Mann) und der Todesstrafe durch Steinigung (für die Frau)" - Nein, einfach nein. Ein unfassbarer Fehler.

Auf Seite 160-162 wird auf die Mystik im Islam eingegangen ohne zu erwähnen, dass vieles davon unislamisch ist (zum Beispiel Besitzlosigkeit zu glorifizieren) - aber gut, das ganze Buch ist aus der Sicht eines Nichtmuslims geschrieben, also vielleicht bin ich mal wieder zu streng.

Auf den Seiten 163 und 164 wird es als Herabwürdigung der Frau betrachtet, dass die Frau in Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus (und Islam natürlich auch) oft nicht Priester werden darf. Ich persönlich sehe das nicht so, aber das ist einfach eine Meinungsverschiedenheit.

Im Kapitel "Stellung der Frau" wird mir zu wenig die kontroversen Themen erklärt. Durch etwas mehr Recherche hätte man das Erbrecht beispielsweise als fair erkennen können. Sure 2:228 hat auch eine Exegese, aber die wurde hier nicht angesprochen.

Seite 166: "Gott wird (wenn als Person, dann) als Mann vorgestellt." - Nein.

Auf Seite 166 werden "Problemfelder des heutigen Islam in Bezug auf die Stellung der Frau" genannt, ohne zu erwähnen, was genau davon islamisch gerechtfertigt ist und was nicht. Zwangsehe ist es schon mal nicht...!

Auf Seite 169 wird ein Hadith ohne Quelle genannt; kenne ich nicht.

Auf Seite 170 steht viel falsches. Juden und Christen sind erstens aus islamischer Sicht keine "Halbgläubigen" und zweitens dürfen sie sehr wohl Verbündete der Muslime sein. Drittens gab es konkrete Gründe für die Kriege mit den jüdischen Stämmen (siehe mein Artikel "Nichtmuslime im Islam" hier) und es ist falsch zu suggerieren, das sei aus einem inneren Wandel des Propheten Muhammad geschehen, der zunächst tolerant gewesen sei und dann auf einmal nicht mehr - genau das ist die Rhetorik der Islamgegner. In "Mohammed für Christen" erzählt er es doch richtig...! (Ist auch später geschrieben worden.) Naja. Es gibt noch mehr, was ich zu der Seite schreiben könnte. Einfach komplett ignorieren.

Seite 232: "Die Grabstätten bedeutender Muslime dagegen werden herausragend gestaltet. Auch ist es Brauch, sich in der Nähe der Gräber muslimischer 'Heiliger' begraben zu lassen." - Ja genau, und das ist falsch.

Auf Seite 235 steht quasi, dass kein Christ an die Hölle als realen Ort glaubt. Auf Seite 236 steht, dass die Hölle im Koran in die Textsorte des metaphorischen Redens gehöre.


Warum ich das Buch trotzdem empfehle?


Aus dem Grund, dass es auch viele hilfreiche Informationen über den Koran enthält (siehe oben verlinktes Inhaltsverzeichnis). Für mich als Muslima war ja das meiste bekannt. Aber wer noch nicht so viel über den Islam weiß, sollte sich definitiv dieses Buch zulegen.

Für mich war einer der Gründe, diese Bücher zu kaufen, definitiv von Anfang an der Gedanke, dass ich sie auf meinem Blog vorstellen könnte. Sie sind besonders in dem Sinne, dass sie spezifisch für Christen geschrieben wurden. Das macht sie so außergewöhnlich und deshalb empfehle ich hier beide, doch das erste mehr als das zweite.


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02.10.2020

Buchempfehlung/Heftempfehlung (gratis online zu lesen): "SPIEGEL GESCHICHTE 1/2017: Der Islam und die Europäer"




Das Heft ist bei der Seite Scribd zu lesen, wo man soweit ich weiß, einen Gratis-Probemonat bekommt - falls man es hier irgendwann nicht mehr lesen kann.


Hier kann man fast alles (4 Kapitel fehlen) gratis lesen:


(Wer die Bilder haben will, muss jeweils auf "Artikel als PDF" klicken!)


Die offizielle Beschreibung von SPIEGEL habe ich mal eben von hier kopiert:



Die islamische Welt stellt sich den Europäern heute als eine Welt der Krisen und Bedrohungen dar, in der religiöse Fanatiker den Ton angeben. Aber in der 1300-jährigen gemeinsamen Geschichte ist das nur eine Momentaufnahme. Es waren höchst wechselhafte und spannende Zeiten, seit die Muslime im Mittelalter ein Weltreich von Spanien bis zum Hindukusch errichtet haben. Wissenschaftlich und kulturell waren sie weit überlegen, das Abendland verdankte ihnen das Rechnen mit der Null und die Überlieferung der griechischen Philosophie, auch den Kaffee und die Gitarre. Aber die Machtverhältnisse kehrten sich um, als Europa nach der Entdeckung Amerikas begann, den Globus zu kolonisieren - es ist dieses Erbe, das den Krisenherd des Nahen Ostens bis heute prägt.

Die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE beschreibt die jahrhundertelange Herrschaft muslimischer Emire und Kalifen in Spanien sowie die anschließende Politik der ethnisch-religiösen Säuberung durch die katholischen Könige. Wie es vor allem portugiesischen Seefahrern gelang, durch neue Handelsrouten den Aufstieg Europas zu befördern, zeigen die Autoren des Heftes ebenso wie die wachsende Orientbegeisterung in den Salons abendländischer Metropolen zu einer Zeit, als die islamischen Reiche bereits machtpolitisch geschwächt waren.

Die Zeit der europäischen Herrschaft über die arabische Welt ist vor allem mit Namen wie Napoleon oder Thomas Edward Lawrence verbunden. Der eine eroberte Ägypten und heuchelte tiefes Interesse für den islamischen Glauben. Der andere versprach den Menschen im Nahen Osten, sie von den Osmanen zu befreien, verfolgte aber letztlich bloß die Interessen der Kolonialherren in London und Paris. Warum er allen Enttäuschungen zum Trotz noch große Hoffnung in den Austausch zwischen den Kulturen setzt, erklärt der Kölner Nahostexperte Loay Mudhoon: Europas Muslime sollten den Islam in einem "fruchtbaren Prozess der gegenseitigen Zumutung" neu definieren.



Hier sind meine Lieblingsartikel von dort verlinkt - überraschend ehrlich über den Mord und die Vertreibung an und von Muslimen in der Vergangenheit:


"Alexander Flores über die systematische, brutale Vertreibung arabischer Palästinenser im Zuge der Gründung Israels – und die anhaltenden Folgen":




"Blutrausch im Heiligen Land":




"Nach dem Fall Granadas im Jahr 1492 wurden alle iberischen Muslime zwangschristianisiert. Dennoch deportierten die Spanier 1609 die rund 300 000 „Neuchristen“ ins Ausland – viele fanden dabei den Tod."




"Mekka in Spanien":




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01.10.2020

Buchempfehlungen (3) auf Englisch: "How Jesus became God - The Exaltation of a Jewish Preacher from Galilee" von Bart D. Ehrman, "Misquoting Jesus - The Story Behind Who Changed The Bible and Why" von Bart D. Ehrman und "Jesus, Interrupted - Revealing The Hidden Contradictions in the Bible (and Why We Don't Know About Them)" von Bart D. Ehrman (mit generellen Infos im Artikel)




All diese Bücher sind bei der Seite Scribd zu lesen, wo man soweit ich weiß, einen Gratis-Probemonat bekommt.







Es gibt noch so viel mehr interessante YouTube-Videos von ihm.

Er über den Islam bzw. Koran:


und




Bevor es zum Artikel geht, hier noch mal der Link zu der Video-Reihe von Marcel Krass, welche so interessant ist, sodass ich sie immer wieder neu anschaue: https://www.youtube.com/results?search_query=warum+christ+marcel+krass


"Bart Denton Ehrman ist ein amerikanischer neutestamentlicher Gelehrter, der sich auf Textkritik des Neuen Testaments, des historischen Jesus, der Ursprünge und der Entwicklung des frühen Christentums konzentriert. Er hat 30 Bücher geschrieben und herausgegeben, darunter drei Lehrbücher für Hochschulen. Er hat auch sechs New York Times Bestseller geschrieben. Derzeit ist er [...] Professor für Religionswissenschaft an der University of North Carolina in Chapel Hill." - https://en.wikipedia.org/wiki/Bart_D._Ehrman


Siehe auch die deutsche Wikipedia-Seite:

"Bart D. Ehrman erhielt eine evangelikale Erziehung und war Mitglied in der Episkopalkirche. Mit 15 Jahren hatte er eine Wiedergeburtserfahrung und besuchte von 1973 bis 1976 das Moody Bible Institut. Um sich noch intensiv mit dem Glauben auseinandersetzen zu können, studierte er die alten Sprachen der Bibel. Er erwarb den Master und den Doktor am Princeton Theological Seminary. Er ist heute Professor an der University of North Carolina at Chapel Hill." - https://de.wikipedia.org/wiki/Bart_D._Ehrman


Auf Deutsch verfügbar sind aktuell nur "Misquoting Jesus" und "Jesus, Interrupted" - siehe ISBNs weiter unten! Aber aktuell bei Amazon nur für ca. 30 Euro erhältlich, übertrieben teuer also.



Bart D. Ehrman wurde vom strenggläubigen Christen zum Agnostiker, doch es ist ihm wichtig zu betonen, dass sein verlorener Glaube an Gott nichts mit seiner kritischen Recherche zu tun hat.

Polemische Angriffe auf das Christentum sucht man in seinen Büchern vergeblich. Gefällt mir sehr! Ich liebe es, wie sachlich und respektvoll er schreibt.

Er findet nicht, dass Gläubige weniger intelligent sind als Agnostiker. Auch betont er, dass er niemanden vom Christentum "weglocken" will. Er geht offen auf Kritikpunkte seiner Kritiker ein und wirkt deshalb grundsätzlich sehr sympathisch. Seine Bücher zu lesen ist ein Genuss. Auch deshalb, weil alles, was er schreibt, plausibel ist und sehr gut erklärt.

Genauso oft betont er, dass das, was er in seinen Büchern erwähnt, nichts neues ist, sondern in der christlichen Theologie seit Ewigkeiten bekannt.

Mir gefallen seine Bücher sehr, weil ich erstens sehr interessiert an Theologie generell bin, das selbe gilt für Geschichte. Zweitens will ich nicht leugnen, dass fast alles, was er über das Christentum sagt, kompatibel mit der islamischen Sichtweise ist.


How Jesus became God - The Exaltation of a Jewish Preacher from Galilee


416 Seiten

Gratis-Audio-Book:



Klickt mich:


und dann weiterklicken! Sehr langer Vortrag von ihm. Sehr detailliert.


Übersetzung der Beschreibung:

Der New York Times-Bestsellerautor und Bibelexperte Bart Ehrman enthüllt, wie die Göttlichkeit Jesu in den ersten Jahrhunderten der frühen Kirche zum Dogma wurde. Die Behauptung im Herzen des christlichen Glaubens ist, dass Jesus von Nazareth Gott war und ist. Dies ist jedoch nicht das, woran die ursprünglichen Jünger zu Jesu Lebzeiten glaubten - und es ist nicht das, was Jesus über sich selbst behauptete.

"How Jesus became God" erzählt die Geschichte einer Idee, die das Christentum prägte, und die Entwicklung eines Glaubens, der im vierten Jahrhundert ganz anders aussah als im ersten. Ehrman, ein Meister der christlichen Geschichte, Texte und Traditionen, enthüllt, wie ein apokalyptischer Prophet aus dem verschlafenen Nest des ländlichen Galiläa, der wegen Verbrechen gegen den Staat gekreuzigt wurde, dem einen Gott, dem Allmächtigen, dem Schöpfer aller Dinge, gleichgestellt wurde. Aber wie hat er sich von einem jüdischen Propheten zu einem Gott entwickelt?

In einem Buch, dessen Recherche und Schreiben acht Jahre dauerte, skizziert Ehrman die Verwandlung Jesu von einem menschlichen Propheten zum Sohn Gottes, der bei seiner Auferstehung zum göttlichen Status erhoben wurde. Erst als einige Nachfolger Jesu nach seinem Tod Visionen von ihm hatten - wieder lebendig -, kam jemand zu dem Schluss, dass er, der Prophet aus Galiläa, Gott geworden war. Und was sie damit meinten, war überhaupt nicht das, was die Leute heute meinen.

"How Jesus became God"  ist für weltliche Religionshistoriker und Gläubige gleichermaßen geschrieben. Er wird jeden einbeziehen, der sich für die historischen Entwicklungen interessiert, die zur Bestätigung im Herzen des Christentums geführt haben: Jesus war und ist Gott.



Mehr über den Inhalt:

LEST DIESE REZENSIONEN!



Meine Meinung:

Unter all diesen Büchern ist das mein Favorit!

Der Konsens in allen christlichen Kirchen ist, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott war/ist. Und die Trinität bedeutet:




Es ist faszinierend, in diesem Buch zu lesen, wie es dazu kam, dass diese theologischen Sichtweisen schlussendlich gewonnen haben, und das nach extrem vielen Debatten und rhetorischen Kämpfen. Denn es gab eine Zeit nach Jesus, da gab es Unmengen von konkurrierenden Ansichten über ihn in der christlichen Welt: "Ist er nur Mensch, oder nur Gott? Wenn er beides ist, wie geht das dann? Sind diese beiden Naturen dann getrennt oder vereint? Was bedeutet wesensgleich mit dem Vater? Er kann sich ja nicht selbst gezeugt haben. Und wie kann man dann klar sagen, dass es dann keine drei Götter sind?" Und so weiter und so fort. Diese ewig langen Debatten des Christentums und wer alles daran beteiligt war und wie jede einzelne Partei ihre Ansichten verteidigte werden absolut umfangreich dargestellt. Wahnsinnig interessant!

Der Autor ist der Ansicht, dass Jesus sich selbst nie als Gott bezeichnet hat.



Misquoting Jesus - The Story Behind Who Changed The Bible and Why



272 Seiten

Übersetzung der Beschreibung:

Fast 1.500 Jahre lang wurden die neutestamentlichen Manuskripte von Hand kopiert - und in den konkurrierenden Manuskriptversionen gab es viele Fehler und absichtliche Änderungen. Der Religions- und Bibelwissenschaftler Bart Ehrman macht den provokanten Fall geltend, dass viele unserer weit verbreiteten Überzeugungen über die Göttlichkeit Jesu, die Dreifaltigkeit und die göttlichen Ursprünge der Bibel selbst das Ergebnis sowohl absichtlicher als auch zufälliger Änderungen durch Schriftgelehrte sind.

In diesem überzeugenden und faszinierenden Buch zeigt Ehrman, wo und warum Änderungen an unseren frühesten erhaltenen Manuskripten vorgenommen wurden, und erklärt zum ersten Mal, wie die vielen Variationen unserer geschätzten biblischen Geschichten entstanden sind und warum nur bestimmte Versionen der Geschichten zur Veröffentlichung geeignet waren in den Bibeln, die wir heute lesen.

Ehrman umrahmt seinen Bericht mit persönlichen Überlegungen darüber, wie sein Studium der griechischen Manuskripte dazu führte, dass er seine einst ultra-konservativen Ansichten über die Bibel aufgab.


Deutsch:

Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden: Wie die Bibel wurde, was sie ist. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 3579064509 (Originaltitel: Misquoting Jesus: The Story Behind Who Changed the Bible and Why. Übersetzt von Uta Rohrmann)


Mehr über den Inhalt:

In "Jesus Interrupted" fasst Bart D. Ehrman den Inhalt von "Misquoting Jesus" so zusammen (deutsche Übersetzung von mir):

Seiten 183-184:

  • Wir haben keine Originale aus irgendeinem der Bücher des Neuen Testaments.
  • Die Kopien, die wir haben, wurden viel später angefertigt, in den meisten Fällen viele Jahrhunderte später.
  • Wir haben Tausende dieser Exemplare auf Griechisch - der Sprache, in der alle Bücher des Neuen Testaments ursprünglich geschrieben wurden.
  • Alle diese Kopien enthalten Fehler - versehentliche Ausrutscher der Schreiber, die sie vorgenommen haben, oder absichtliche Änderungen durch Schreiber, die den Text ändern wollten, damit er aussagt, was sie wollten (oder von dem sie dachten, dass dies die Bedeutung war).
  • Wir wissen nicht, wie viele Fehler es in unseren erhaltenen Kopien gibt, aber sie scheinen Hunderttausende zu sein. Es ist klar, dass wir die Angelegenheit so vergleichen können: Es gibt mehr Unterschiede in unseren Manuskripten als Wörter im Neuen Testament.
  • Die überwiegende Mehrheit dieser Fehler ist völlig unbedeutend und zeigt uns nichts weiter als das, dass Schriftgelehrte in der Antike nicht besser buchstabieren konnten als die meisten Menschen heute.
  • Aber einige der Fehler sind relevant - sehr. Einige von ihnen beeinflussen die Interpretation eines Verses, eines Kapitels oder eines ganzen Buches. Andere enthüllen die Art von Bedenken, die Schriftgelehrte betrafen, die den Text manchmal im Lichte von Debatten und Kontroversen in ihrer eigenen Umgebung veränderten.
  • Die Aufgabe des Textkritikers besteht darin, herauszufinden, was der Autor eines Textes tatsächlich geschrieben hat, und zu verstehen, warum Schriftgelehrte den Text geändert haben (um den Kontext zu verstehen, in dem Schriftgelehrte arbeiteten).
  • Trotz der Tatsache, dass Wissenschaftler seit dreihundert Jahren fleißig an diesen Aufgaben arbeiten, gibt es weiterhin heftige Meinungsverschiedenheiten. Es gibt einige Stellen, an denen ernsthafte und sehr kluge Gelehrte sich nicht darüber einig sind, was der Originaltext gesagt hat, und es gibt einige Stellen, an denen wir wahrscheinlich nie erfahren werden, was der Originaltext gesagt hat.


Im selben Buch geht er auch auf seine Kritiker ein, die "Misquoting Jesus" kritisierten. Viele von ihnen sagten im Grunde folgendes aus: "Ja, du tust ja so, als wären das voll die Neuigkeiten. Jeder weiß von den Veränderungen. Aber die meisten sind komplett unwichtig und ändern nichts. Diese Fakten müssen niemanden zwangsläufig vom Glauben an die Bibel wegführen! Und sie beeinträchtigen nicht den Glauben an wesentliche theologische Aussagen des Christentums. Aber du tust so, als sei das der Fall um die Leute vom Christentum wegzulocken."

Jenen antwortet er, dass er erstens doch die ganze Zeit betont hat, dass die meisten Abweichungen komplett irrelevant sind. Er sagt weiterhin aus, dass es aber sehr wohl einige Ansichten über die Inspiration der Schrift gibt, die nicht gut zu den Fakten der Textkritik passen. Dass die Fundamente des christlichen Glaubens nicht berührt werden von den Fakten der Textkritik - das sieht er nicht so. So nennt er er als kleines Beispiel die Trinitätslehre, welche ja wohl sehr wohl Fundament des Christentums ist: "Der einzige Ort im gesamten Neuen Testament, an dem die Trinitätslehre ausdrücklich gelehrt wird, befindet sich in einer Passage, die es in die King-James-Übersetzung geschafft hat (1. Johannes 5: 7-8), aber in der Mehrheit der griechischen Manuskripte des Neuen Testaments nicht gefunden werden kann. [...]" (S. 186). Auch in "Misquoting Jesus" geht er aufs Thema ein:




Nun mehr zu "Misquoting Jesus":


LEST DIESE REZENSIONEN!




Ganz hinten im Buch gab es eine Beispiel-Liste von Versen, welche nicht ursprünglich im Neuen Testament waren, sondern später hinzugefügt wurden (Konsens in der Theologie):

  • 1. Johannes 5:7: "Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein."
  • die Geschichte mit der Ehebrecherin: https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_und_die_Ehebrecherin (mehr dazu im Buch)
  • Lukas 22:44: "Jesus litt Todesängste und betete so eindringlich, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte."
  • Lukas 22:20: "Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!"
  • Markus 16:17-18: "Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.."
  • Lukas 24:12: "Petrus aber stand auf und lief zum Grab und bückte sich hinein und sah nur die Leinentücher und ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war."
  • Lukas 24:51: "Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel."


Meine Meinung:

Ganz klar eine Buchempfehlung. Wer sich in den Rezensionen umschaut, wird einige Buchzitate finden und vieles über den Inhalt erfahren. Da wird einem direkt klar, sogar ohne das Buch selbst gelesen zu haben, dass es absolut detailverliebt und umfangreich ist.



Jesus, Interrupted - Revealing The Hidden Contradictions in the Bible (and Why We Don't Know About Them)


304 Seiten:

Übersetzung der Beschreibung:

Die Probleme mit der Bibel, die der neutestamentliche Gelehrte Bart Ehrman in seinem Bestseller Misquoting Jesus - und in der Daily Show unter anderem mit John Stewart, NPR und Dateline NBC - besprochen hat, werden in seinem neuesten Buch exponentiell erweitert: Jesus, Interrupted. Dieser Bestseller der New York Times zeigt, wie Bücher in der Bibel tatsächlich von späteren Autoren gefälscht wurden und dass das Neue Testament selbst mit widersprüchlichen Behauptungen über Jesus durchsetzt ist - Informationen, die Gelehrte kennen… aber die breite Öffentlichkeit nicht. [...]


Deutsch:

Jesus im Zerrspiegel: Die verborgenen Widersprüche in der Bibel und warum es sie gibt. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010, ISBN 3579064967 (Originaltitel: Jesus, Interrupted: Revealing the Hidden Contradictions in the Bible (and Why We Don’t Know About Them). Übersetzt von Gerlinde Baumann)


Mehr über den Inhalt:

LEST DIESE REZENSIONEN!




Meine Meinung:

Ich wollte es jetzt nicht so darstellen, als sei "Jesus, Interrupted" lediglich eine Antwort auf die Kritiker zum Vorgänger "Misquoting Jesus". Es ist so viel mehr als das. Unter anderem zeigt der Autor viele Widersprüche in der Bibel auf. Lest am besten mal die verlinkten Rezensionen durch.


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