14.10.2017

Buchempfehlung: "Die faszinierende Lebensgeschichte des letzten Propheten Muhammad" von Jotiar Bamarni


220 Seiten


Dieses Buch gibt es gratis hier zu lesen:


Dieses Buch wird von Muslimen der Organisation "We love Muhammad" gratis verteilt. Deshalb gibt es das auch online auf der Gratis-App "We love Muhammad". https://www.facebook.com/WeLoveMuhammadApp

Das "echte" Buch zum Anfassen gibt es gratis wohl nur, wenn man den Dawa-Geschwistern persönlich begegnet - ob es auch auf der Facebook-Seite geht, weiß ich nicht. Falls das alles nicht klappt, dann gibt es das Buch auch sehr günstig gebraucht online zu kaufen, was auch ich getan habe. (Ich glaube, die vielen Auflagen, die es gibt, unterscheiden sich nicht im Inhalt.)


Klappentext:

Kaum eine Religion ist aktuell so großen Missverständnissen, Kontroversen und Anfeindungen ausgesetzt, wie der Islam. Diese Kontroversen gehen jedoch oft von Stimmen aus, die sich weder mit der Entstehung noch mit dem Wesen des Islam eingehend beschäftigt haben. Der Autor möchte eine Brücke schlagen, indem er die Geschichte Muhammads auf spannende, verblüffend ein-fache und authentische Weise erzählt und sich dabei doch streng an überlieferte Quellen hält. Dabei lädt er Leserinnen und Leser jeden Alters ein, an einem großen Abenteuer teilzuhaben: sich dem Propheten zu nähern und das Wesen einer Weltreligion im Sinne des Wortes zu begreifen.


Meine Meinung:

Also, ich lasse mal dieses Video sprechen:




Dieses Buch vereint zwei Dinge, die ich an Sachbüchern liebe. Zum einen ist es lebendig geschrieben, sodass man sich komplett in damals hineinversetzt fühlt. Und zum zweiten wird professionell auf Quellen geachtet, denn diese sind immer in den Fußnoten aufgelistet. Eine tolle Kombination.

Für mich ist das ein Must-Read!


Für Nichtmuslime empfehlenswert?

[x] Ja!
[] Nein
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13.09.2017

Ein bisschen die Welt retten!





  • "Die Spende hat einen wundersamen Einfluss auf das Verhindern verschiedener Heimsuchungen, selbst wenn sie von einem Frevler, Tyrannen, ja sogar selbst von einem Ungläubigen, stammt, so wird Allah gewiss ihretwegen verschiedene Heimsuchungen verhindern." — Imam Ibn al Qayyim [Gest. 751 n.d.A] رحمه الله.
  • Urwa b. Al-Zubayr (Allah möge Sich seiner erbarmen) sagte: „Aisha – Allahs Wohlgefallen auf ihr – spendete siebzigtausend (Dirham), während ihr eigener Rock geflickt war. [ibn al-Mubarak in al-Zuhd wal-Raqa’iq] - schams.wordpress.com/2009/08/25/weisheiten-9
  • Ibn Abbas: "Der Prophet hat ein einfaches Leben gelebt, doch wenn es um das Geben ging, hat er einen König in den Schatten gestellt." (Shamail Muhammadiyya 47/336)


Anas ibn Malik berichtete: "Einst ging ich gemeinsam mit dem Gesandten Allahs. Er trug ein mit Stoff aus Nagran angefertigtes Obergewand mit dicken Rändern. Da kam ein Beduine, packte ihn am Kragen und zog heftig daran. Ich blickte auf den Hals des Gesandten Allahs; aufgrund des heftigen Zuges hatte der Kragen seines Kleides eine Spur darauf hinterlassen. Daraufhin sagte der Beduine: 'O Muhammad, befiehl, dass mir etwas von den Gütern Allahs gegeben werden soll!' Da wandte sich der Gesandte Allahs mit seinem Blick zu ihm. Sodann lachte er und befahl, es möge ihm etwas gegeben werden."

Bukhari

Bei Muslim heißt es außerdem:

"Er hat ihn so heftig zu sich gezogen, dass der Prophet Allahs in die Richtung der Brust des Beduinen fiel."

Und:

"Er hat so stark an ihm gezogen, dass sein Obergewand zerriss und die Nahstellen am Hals des Gesandten hängen blieben."

(Anmerkung: Auch die Tatsache, dass er ihn einfach "Muhammad" nannte, war respektlos.)


Es überliefert Abu Huraira (r), dass der Prophet (s) sagte: "Sieben genießen den Schutzschatten (des Thrones) Allahs (am Jüngsten Tag), wenn es keinen Schatten gibt außer Seinem Schutzschatten:

1) Ein gerechter Herrscher;
2) ein junger Mann, der seine Jugend mit Anbetung und Dienst für Allah, den Allmächtigen und Erhabenen, verbrachte;
3) der, dessen Herz ständig mit der Moschee verbunden ist;
4) zwei Personen, die einander um Allahs willen lieben - sie haben sich zusammengetan um Seinetwillen und trennten sich um Seinetwillen;
5) jemand, der von einer bezaubernden und hübschen Frau zur Sünde eingeladen wird, es aber verweigert, indem er sagt, er fürchte Allah;
6) einer, der Sadaqa gibt, ohne viel Aufsehens zu machen, so dass seine linke Hand nicht weiß, was seine rechte Hand gegeben hat;
und
7) einer, der sich Allahs erinnert in Einsamkeit, so sehr, dass seine Augen überfließen (von Tränen)." (Al-Bukhari und Muslim)


  • Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Der Muslim ist des Muslims Bruder. Ihn darf er weder unterdrücken noch zugrunde gehen lassen. Wer seinem Bruder in der Not beisteht, dem steht Allah in seiner eigenen Not bei. Und wer einem Muslim eine Sorge abnimmt, dem nimmt Allah eine Sorge von den Sorgen am Tage der Auferstehung ab. Und wer einen Muslim nicht bloßstellt, den stellt Allah nicht bloß am Tage der Auferstehung.“ (Vgl. Rassoul, Muhammad Ahmad: Die Brüderlichkeit im Islam, Islamische Bibliothek, Köln, sowie Hadith Nr.6951) [Sahih Al-Bucharyy Nr. 2442]
  • Was immer ihr an Gutem spendet, das ist für euch selbst, und ihr (sollt) nicht spenden, es sei denn aus Verlangen nach dem Angesicht Allāhs. Und was immer ihr an Gutem spendet, das soll euch voll zurückerstattet werden, und es soll euch kein Unrecht zugefügt werden. (2:272) (Dies ist) für die Armen, die auf dem Weg Allāhs (daran) gehindert werden, sich frei im Land zu bewegen. Der Unwissende hält sie für reiche wegen (ihrer) Zurückhaltung. Du aber erkennst sie an ihrem Auftreten. Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allāh weiß es. (2:273) Diejenigen, die ihr Vermögen bei Nacht und Tag, geheim oder offen, spenden - denen ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiss), und sie brauchen keine Angst zu haben noch werden sie traurig sein. (2:274)
  • Der Gesandte Allahs führte seinen Zeige- und Mittelfinger zusammen und sagte: "Ich und derjenige, der sich um eine Waise kümmert, werden im Paradies so sein" (Bukhari)
  • Ibn ‘Abbās sagte: ”Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede auf ihm, war der Großzügigste unter allen Menschen, und den Höhepunkt seiner Großzügigkeit erreichte er im Ramaḍān, wenn ihm Gabriel begegnete. Diese Begegnung mit ihm fand in jeder Ramaḍān-Nacht statt; denn Gabriel pflegte ihn zu jener Zeit im Qur’ān zu unterweisen. Wahrlich, der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Friede auf ihm, war mit dem Hergeben von guten Dingen schneller als der unhaltbare Wind.“ - Sahih Al Bukhari 0006
  • Hadith: „Die Spende (al-Sadaqa) löscht die Sünden, wie das Wasser das Feuer löscht.“ (von At-Tirmidhi überliefert)
  • Hadith: "Ernährt die Hungrigen, besucht die Kranken und befreit die Gefangenen." - Sahih al-Bukhari 5649
  • “Wenn ihr Almosen offenkundig gebt, so ist es angenehm, und wenn ihr sie verbergt und sie den Armen gebt, so ist es besser für euch und sühnt eure Missetaten. Und Allah ist eures Tuns kundig.” [2:271]
  • O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorkommen lassen, und sucht darunter zum Spenden nicht das Schlechte aus, das ihr selber nicht nähmt, ohne dabei die Augen zuzudrücken; und wisst, Allāh ist Reich und Gepriesen. (2:267) Satan droht euch Armut an und befiehlt euch Schändliches, Allāh aber verheißt euch Seine Vergebung und Huld. Und Allāh ist Allumfassend und Allwissend. (2:268)
  • Ihr werdet das Gütigsein nicht erlangen, solange ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, seht, Allāh weiß es. (3:92)
  • 552 - Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: "Ein Mann sagte: Heute Abend gebe ich doch ein Almosen. Er nahm das Almosen mit und ging heraus. Dann legte er es in die Hand einer Hure. Am Morgen sagten (die Leute): Gestern Abend wurde einer Hure ein Almosen gegeben. Da sagte er: O Allah mein Gott, Dein ist alles Lob, (dass ich jemandem ein Almosen gab), auch wenn es für eine Hure ist. Ich gebe doch ein (anderes) Almosen. Er nahm das Almosen mit und ging heraus. Dann legte er es in die Hand eines Reichen. Am Morgen sagten die Leute: Gestern Abend wurde einem Reichen ein Almosen gegeben. Da sagte er: O Allah mein Gott, Dein ist alles Lob, (dass ich jemandem ein Almosen gab), auch wenn es für einen Reichen ist. Ich gebe doch ein anderes) Almosen. Er nahm das Almosen mit und ging heraus. Dann legte er es in die Hand eines Diebes. Am Morgen sagten die Leute: Gestern Abend wurde einem Dieb ein Almosen gegeben. Da sagte er: O Allah, Dein ist alles Lob, dass ich einer Hure, einem Reichen und einem Dieb Almosen gab. Da kamen (die Engel) zu ihm, und ihm wurde gesagt: Dein Almosen wurde (von Allah) angenommen. Was die Hure betrifft, vielleicht enthält sie sich damit der Hurerei. Vielleicht der Reiche lässt sich ermahnen und spendet aus dem, was Allah ihm gegeben hat. In Bezug auf den Dieb, vielleicht enthält er sich damit des Diebstahles." (Bukhari, Muslim, Nasaî und Ahmad Ibn Hanbal)
  • Adi ibn Hatim (radiALLAHU anhu) berichtet, dass der Gesandte Allahs (sallALLAHU alayhi wa salam) sagte: "Schützt euch vor dem Feuer der Hölle, auch wenn es nur mit einer halben Dattel (als Almosen) ist; und wer nicht einmal das findet, sollte wenigstens ein gutes Wort sprechen." (Al-Bukhari und Muslim) [Riyad us-Salihin Nr. 693]
  • [34:39] Sprich: "Wahrlich, mein Herr erweitert und beschränkt dem von Seinen Dienern die Mittel zum Unterhalt, dem Er will. Und was immer ihr spendet, Er wird es ersetzen; und Er ist der beste Versorger."
  • Und sie geben Speise - und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein - dem Armen, der Waise und dem Gefangenen (76:8), (indem sie sagen:) ”Wir speisen euch nur um Allāhs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür. (76:9) Wahrlich, wir fürchten von unserem Herrn einen finsteren, unheilvollen Tag.“ (76:10) Darum wird Allāh sie vor dem Übel jenes Tages bewahren und ihnen Herzensfreude und Glückseligkeit bescheren. (76:11)
  • "Ihr werdet Frömmigkeit nicht erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt." (Quran 3:92)


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11.09.2017

Filmempfehlung: "Mohammed - Der Gesandte Gottes" von 1976

Folgendes ist kopiert von https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_–_Der_Gesandte_Gottes

"Mohammed – Der Gesandte Gottes ist ein Film von 1976 über das Leben des Propheten Mohammed. Der Film wurde von Moustapha Akkad in englischer und arabischer Sprache produziert. Der Originaltitel ist "Mohammad – The Messenger of God", in den USA wurde er unter dem Titel "The Message" gezeigt, der arabische Titel ist الرسالة / ar-Risāla / ‚die Botschaft‘. Er wurde in Marokko und Libyen gedreht.

Der Film handelt von der Entstehung und Frühzeit des Islam, von seinen ersten Anhängern und deren Verfolgung durch die Quraisch, von der ersten Auswanderung nach Abessinien, der Hidschra 622, der Schlachten von Badr und Uhud, der Einnahme von Mekka 630.

Aus Respekt vor der muslimischen Tradition ist der Prophet im Film nicht zu sehen und auch nicht zu hören, ebenso seine Frauen und die ersten Kalifen. Szenen, bei denen Mohammed in der Nähe ist, werden durch leise Orgelmusik untermalt. Seine Worte werden von Hamza, Zaid, Bilal oder anderen zitiert. In der Schlacht von Badr ist Ali nicht zu sehen, aber die Spitze seines Schwerts Zulfiqar. Bei Mohammeds Ankunft in Medina sieht man seine Kamelstute Qaswa."

Dieser Film wurde von der Al-Azhar Universität als korrekt bestätigt!

Ich finde diesen Film sehr schön und empfehle ihn allen Muslimen und Nichtmuslimen. Ich glaube, die ganzen Jesus-Filme die es gibt, verstärken bei gläubigen Zuschauern die Liebe zu Jesus, weil er durch das Visuelle greifbarer wird.

Für den Propheten Muhammad صلى الله عليه و سلم geht das nicht, denn es ist verboten, ihn bildlich darzustellen und das ist auch sehr gut so. (Der Grund liegt darin, dass man auf diese Weise den Götzendienst verhindern möchte.)

Doch dieser Film stellt den Propheten صلى الله عليه و سلم nicht dar, weshalb er in Ordnung ist. Und das Tolle: Durch die ganze "arabische Umgebung", die Gefährten und die ganze Atmosphäre wird seine Person tatsächlich doch irgendwie greifbarer, und das ist schön.

Wer als Nichtmuslim keine große Lust auf islamische Bücher hat, der kann sich einfach mal  "Mohammed - Der Gesandte Gottes" anschauen. Danach wird er so viel mehr wissen.

Den Film gibt es selten irgendwo auf DVD zu kaufen, aber es gibt ihn im Internet.




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Kopftuchträgerinnen schweigen nicht!

Würden Kopftuchträgerinnen schweigen, dann hätten es Islamhasser sehr viel einfacher, die Lüge zu verbreiten, dass die meisten Musliminnen zum Kopftuch gezwungen werden. Aber sie/wir schweigen nicht, und das dürfte für so manche zu erhöhtem Puls führen. Sorry not sorry.









Isra trägt ihr Kopftuch seitdem sie 6 Jahre alt ist!







Dummheit kann man den ganzen Studentinnen hier auch nicht gerade vorwerfen. Hm. Bleibt wohl nur noch der Vorwurf der psychischen Erkrankung.




Natürlich gibt es hier noch viel mehr Belege dafür, dass Muslimas ihr Kopftuch lieben.

Alles, was mit der Frau im Islam zu tun hat, gibt es in dieser Kategorie:

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07.09.2017

Buchempfehlungen (6) zum Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und die Sicht des Islams

Alle Bücher, die ich hier empfehle, stammen von Waris Dirie. Wer das ist? Auf ihrer Homepage desertflowerfoundation.org/de/waris-dirie.html kann man folgendes Beeindruckendes lesen:

WARIS DIRIE WURDE 1965 IN DER REGION VON GALLACAIO IN DER SOMALISCHEN WÜSTE AN DER GRENZE ZU ÄTHIOPIEN ALS TOCHTER EINER NOMADENFAMILIE GEBOREN.

Im Alter von 5 Jahren durchlitt sie die unmenschliche Prozedur einer genitalen Verstümmelung. Dieses schlimme Verbrechen an Frauen wird weltweit von Muslimen und Christen praktiziert. Täglich werden nach Schätzungen der WHO 8.000 Mädchen Opfer dieser unvorstellbaren Grausamkeit. Im Alter von 13 Jahren flüchtet Waris vor der Zwangsverheiratung mit einem Mann, der ihr Großvater hätte sein können. Nach einer abenteuerlichen Flucht landet sie in London und arbeitet als Hausmädchen und bei McDonalds.

[Unbedingt hier klicken: http://desertflowerfoundation.org/de/was-ist-fgm.html]

MIT 18 JAHREN WIRD SIE VOM ENGLISCHEN STAR-FOTOGRAFEN TERENCE DONOVAN ALS MODEL ENTDECKT UND FÜR DEN PIRELLI KALENDER FOTOGRAFIERT. SIE GELANGT ZU INTERNATIONALER BERÜHMTHEIT.

Sie übersiedelt von London nach New York und wird eines der ersten ‚Supermodels’. Sie erhält als erstes afrikanisches Model einen Exklusivvertrag vom Kosmetik- konzern Revlon und ziert die Titelseiten aller großen Magazine. Sie erhält eine Rolle als James Bond Girl, an der Seite von Timothy Dalton in ‚Der Hauch des Todes’. Die BBC drehte einen Beitrag mit dem Titel ‚A Nomad in New York‘ über Waris Dirie für die Serie ‚The Day That Changed My Life‘. Als die US-Starjournalistin Barbara Walters sie für NBC und Laura Ziv für das Magazin ‚Marie Claire’ interviewen, beschließt Waris Dirie über das grausame Ritual der Verstümmelung an Frauen und ihr eigenes Schicksal zu erzählen. Sie löst damit weltweit eine Welle von Mitgefühl und Protest aus.

UN-GENERALSEKRETÄR KOFI ANNAN ERNENNT SIE ZUR UN-SONDERBOTSCHAFTERIN IM KAMPF GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG. 

Sie reist im Auftrag der UNO um die Welt, nimmt an Konferenzen teil, trifft Präsidenten, Nobelpreisträger und Filmstars, gibt hunderte Interviews, um auf ihre Mission aufmerksam zu machen.

Sie erhält viele Preise und Auszeichnungen für ihre Arbeit und ihre Bücher, u.a. den ‚World Women’s Award‘ von Präsident Michail Gorbachev (2004), den ‚Bischof Oscar Romero Preis’ der Katholischen Kirche (2005), den ‚Woman of the Year Award’ des Magazins ‚Glamour’ (2000), den ‚Afrika Preis’ der deutschen Bundesregierung (1999) sowie den ‚Corinne Award’ des Dachverbandes des Deutschen Buchhandels für das beste Sachbuch (2002). 2007 ernannte sie der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu einem ‚Chevalier de la Legion d’honneur’, die ‚World Demographic Association’ nominierte sie als erste Frau für den ‚Prix de la Génération’ und die Martin Buber Foundation nominierte sie als erste Frau für die ‚Martin Buber Plakette’.

2002 GRÜNDET WARIS DIRIE IHRE EIGENE ORGANISATION, DIE WARIS DIRIE FOUNDATION UM IHRE ARBEIT IM KAMPF GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG ZU UNTERSTÜTZEN.

2010 wurde die Organisation in “Desert Flower Foundation” umbenannt, um den neuen, breiteren Ansatz ihres Kampfes gegen FGM widerzuspiegeln.

Der derzeitige Hauptsitz der Desert Flower Foundation befindet sich in Wien, Österreich. Weitere regionale Zentralen befinden sich in Deutschland, der Schweiz, Monaco, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Spanien, Holland, Djibouti, Sierra Leone und Polen. Die offiziellen Sprachen der Organisation sind Englisch, Deutsch, Polnisch, Französisch, Holländisch und Spanisch. Das Team der Desert Flower Foundation setzt sich aus Frauen und Männern zusammen, welche sich für Gleichberechtigung und Menschenrechte engagieren und gemeinsam Waris Diries Ideale teilen: Das Ende von Female Genital Multilation. Die Desert Flower Foundation und ihre gesamten Kampagnen, Projekte und Aktivitäten werden durch private Spenden finanziert. Die Schwerpunkte der Desert Flower Foundation sind:

AUFKLÄRUNGSARBEIT

Durch Workshops, Seminare, Konferenzen, Präsentationen, Charity Events, Online Kampagnen etc.


PRÄVENTIONSARBEIT

Durch Projekte, wie „Rette eine kleine Wüstenblume“, welches direkt darauf abzielt Mädchen in Afrika vor FGM zu retten.


KURATIVARBEIT

Durch unsere Desert Flower Centers versuchen wir zu helfen und den Opfern von FGM so viel wie möglich von ihrer Lebensqualität und ihrem Selbstvertrauen wiederzugeben.


Waris Diries Bücher:



(Wichtige Anmerkung: Habe "Brief an meine Mutter" ausgetauscht mit der neuesten Auflage dieses Buches, welche ein weiteres Kapitel enthält! Dort geht es um den Stand der Mutter-Tochter-Beziehung nach 10 Jahren!)

Mich haben diese Bücher sehr berührt. Weil sie so persönlich sind. Sie berichtet von ihren tiefsten Gefühlen, so zum Beispiel der Schmerz und die Wut, wenn man sie auf ihr Schicksal reduziert. Einmal wurde sie auf einer Veranstaltung als "die Genitalverstümmelte" angekündigt.

Oder die Sorge davor, man könnte ihr Engagement gegen dieses grausame Ritual und ihre Kritik an einigen somalischen Traditionen so auffassen, als liebte sie ihr Heimatland nicht. Würde ich sie treffen, würde ich ihr sagen, dass man in jedem Buch ihre Liebe zu Somalia spürt. Land und Leute wirken durch diese unglaublich lebendig geschriebenen Geschichten sehr faszinierend auf mich.

Normalerweise würde man ja denken, dass das zweite, dritte, vierte oder fünfte Buch eines Autoren langweilig wäre, aber ich fand sie alles ausgesprochen interessant. (PS: Wer sich für Zukunftsperspektiven Afrikas interessiert, sollte "Schwarze Frau, weißes Land" lesen.)


Nummer 1 - "Wüstenblume":

348 Seiten

Klappentext:

Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In »Wüstenblume« bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen. »Ich weiß, dass ›Wüstenblume‹ eine wichtige Botschaft hat, die von allen Menschen geteilt wird: die Achtung vor der menschlichen Würde.« Waris Dirie


Nummer 2 - "Nomadentochter":

288 Seiten

Beschreibung auf Amazon:

Fast zwanzig Jahre ist es her, seit Waris Dirie ihre Familie bei der Flucht aus Somalia zurücklassen musste. Und immer war sie im Ungewissen, ob Eltern und Geschwister in dem von Krieg und Hunger gepeinigten Land noch lebten oder nicht. Ausgelöst durch eine persönliche Krise, fasst sie eines Tages den Entschluss, nach Somalia zurückzukehren. Die Ankunft in ihrer Heimat und die Wiederbegegnung mit ihrer Familie wird für Waris Dirie zur Herausforderung, sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auf sehr persönliche Art auseinanderzusetzen.


Nummer 3 - "Schmerzenskinder":

267 Seiten

Klappentext:

"Es ist Zeit, das Schweigen zu brechen. Es ist Zeit zu kämpfen. Weibliche Genitalverstümmelung hat nichts mit Religion, Kultur oder Tradition zu tun. Es ist ein Verbrechen an Mädchen und Frauen." Waris Dirie

Waris Dirie war fünf Jahre alt, als sie gewaltsam beschnitten wurde. Kurz darauf bekam sie eine schwere Infektion. Sie überlebte mit Glück. Doch viele der 8000 Mädchen, die täglich Opfer einer Genitalverstümmelung werden, sterben daran. Was kaum einer weiß: Das 4000 Jahre alte Ritual der Beschneidung junger Mädchen wird nicht nur in Afrika, sondern auch bei uns tausendfach praktiziert, von skrupellosen Ärzten, Krankenschwestern oder medizinischen Laien. Ein Mantel des Schweigens liegt hierzulande über den grausamen Eingriffen, die gesetzlich verboten und doch gang und gäbe sind.

In Schmerzenskinder macht sich Waris Dirie auf eine mutige Recherchereise zu Tätern und Opfern und zeigt, dass es höchste Zeit ist, gemeinsam etwas gegen dieses grausame Ritual zu tun.


Nummer 4 - "Brief an meine Mutter":

212 Seiten

Klappentext:

"Mein intimstes Buch" Waris Dirie

Wien, im Herbst: Nach zehn Jahren der Trennung holt Waris Dirie ihre Mutter aus Afrika zu sich. Doch die anfängliche Freude über das Wiedersehen schlägt bald um in gegenseitige Vorwürfe und Missverständnisse. Waris muss erkennen, wie groß der Graben zwischen ihr und der Mutter immer noch ist und wie eng Leid und Liebe verkettet sind. Sie beschließt, der Mutter nach deren Abreise einen langen Brief zu schreiben, in dem sie ihr auch von einem Geheimnis erzählen will, das sie bislang niemandem anvertraut hat.


Nummer 5 - "Schwarze Frau, weißes Land":

333 Seiten

Klappentext:

"Ich bin immer eine Nomadin geblieben."

Geboren in der Wüste Afrikas, floh Waris Dirie vor der Zwangsheirat nach Europa. Hier wurde sie zum erfolgreichen Model und zur gefeierten Menschenrechtskämpferin - und blieb dennoch eine "schwarze Frau im weißen Land", verdächtig für Polizei und Sexobjekt für Männer. Jetzt erzählt sie von der Zerrissenheit zwischen den Welten und ihrer Suche nach einer wirklichen Heimat. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach Afrika und der tiefe Wunsch, ihrem Heimatkontinent zu helfen, sich von Armut und überkommenen Traditionen zu befreien.


Nummer 6 - "Safa - Die Rettung der kleinen Wüstenblume":

300 Seiten

Beschreibung auf Amazon:

Die kleine Safa Idriss Noura aus Somalia spielt in der Verfilmung des Weltbestsellers "Wüstenblume" die dreijährige Waris Dirie. Als Waris das Mädchen zum ersten Mal erblickt, fühlt sie sich schmerzlich an ihre eigene Kindheit erinnert. Die dramatische Szene, in der das Mädchen gewaltsam beschnitten wird, bringt die Menschen in den Kinos zum Weinen. Umso größer ist Waris‘ Bestürzung, als sie erfährt, dass der Eingriff unmittelbar bevorsteht. Und sie beschließt: Dieses Mädchen muss um jeden Preis vor der Genitalverstümmelung geschützt werden.


Die islamische Sicht:

Noch einmal der wichtige Link von oben:

http://desertflowerfoundation.org/de/was-ist-fgm.html

Bitte erst dort alles lesen und dann hier weiterlesen.

(INFOS darüber, dass diese Praktik auch bei CHRISTEN existiert und zweitens darüber, inwieweit sich Waris Dirie als gläubige MUSLIMA betrachtet, sind aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Kommentaren ganz weiter unten zu lesen!)

Genitalverstümmelung ist unislamisch. Wer mir nicht glaubt, der glaubt vielleicht Waris Dirie, denn sie ist davon überzeugt. Sie erwähnt das in jedem Buch.

Seite 96, "Nomadentochter": "Und sie glaubten, der Koran schreibe es vor. Mittlerweile weiß ich es besser. Diese rituelle Praktik ist im Koran nicht einmal erwähnt - aber die Wadaddo, die Religionslehrer, haben es verbreitet. Niemand konnte den Koran oder den hadith lesen - meine Mutter hörte auf die religiösen Führer und stellte nicht in Frage, was sie verkündeten."

Auf Seite 185 von "Schmerzenskinder" erzählt sie von ihrem Besuch bei Dawud Noibi, er ist ein Professor für Islamic Studies. Von ihm will sie nun genau wissen, was der Islam zu FGM sagt. Er erzählt, was Waris schon vorher wusste: Im Koran ist weibliche Beschneidung nicht erwähnt, aber in schwachen Hadithen. Daraufhin stellt Waris die relevante Frage: "Ist das ein endgültiges Urteil, oder gibt es trotzdem Islamgelehrte, die sich auf diese Hadithe beziehen?" Dawud Noibi erzählt ihr von den 4 Rechtsschulen des Islams: "'Eine dieser Schulen empfiehlt die Beschneidung der Frauen. Diese Schule ist in weiten Teilen Afrikas verbreitet, aber auch in Asien, besonders in Malaysia und Indonesien." Waris fragt: "Heißt das, FGM wird doch von bestimmten Schulen des Islam empfohlen?" Dawud: "Nur von einer Denkschule, und diese stützt sich auf ein Hadith, das wir nicht für authentisch halten."


Diese Hadithe meint er:

Usama ibn Umair berichtet: Der Gesandte Allahs, Frieden und Segen seien auf ihm, sagte:

الْخِتَانُ سُنَّةٌ لِلرِّجَالِ مَكْرُمَةٌ لِلنِّسَاءِ

"Beschneidung ist eine Tradition für Männer und ehrenvoll für Frauen."

(Musnad Ahmad 20195)

Diese Überlieferung wurde berichtet von Usama ibn Umair, Shidad ibn Aws, und Abdullah ibn Abbas, aber alle davon sind schwach.

Die Überlieferung von Usama ibn Umair wurde als schwach deklariert von Adh-Dhahabi in Tanqeeh At-Tahqeeq 2/264.

Die Überlieferung von Shidad ibn Aws wurde als schwach deklariert von Ibn Kathir in Jami’ Al-Musaneed 5100.

Die Überlieferung von Abdullah ibn Abbas wurde als schwach deklariert von Al-Bayhaqi in Sunan Al-Kubra 8/325.

Ein weiterer Hadith:

Umm Atiyyah berichtet: Eine Frau pflegte die Beschneidung in Medina durchzuführen und der Prophet, Frieden und Segen seien auf ihm, sagte:

لَا تُنْهِكِي فَإِنَّ ذَلِكَ أَحْظَى لِلْمَرْأَةِ وَأَحَبُّ إِلَى الْبَعْلِ

"Schneide nicht in schlimmer Weise, denn es ist besser für die Frau und erstrebenswerter für den Mann."

(Sunan Abu Dawud 5271)

Abu Dawud, der diese Tradition berichtete, sagte:

وَمُحَمَّدُ بْنُ حَسَّانَ مَجْهُولٌ وَهَذَا الْحَدِيثُ ضَعِيفٌ

Der Erzähler Muhammad ibn Hassan ist unbekannt und diese Überlieferung schwach.

(übersetzt von der großartigen Seite abuaminaelias.com)

Trotzdem tun wir jetzt mal so, als wären diese Hadithe nicht schwach, denn in den Rechtsschulen gibt es tatsächlich hier und da die Empfehlung für weibliche Beschneidung, also gab es auch Gelehrte, die diese Hadithe nicht als schwach ansahen.

Es wäre nicht schlimm, wenn all diese Hadithe wahr sind!

Wieso? Weil die Hadithe nicht FGM empfehlen, wie es der Professor leider nicht dargelegt hat, sondern die weibliche Beschneidung. Alles das gleiche? Nein. Die Erklärung gibt uns die muslimische Frauenrechtsaktivistin The Salafi Feminist, die alles andere als eine Modernistin ist:

Ich habe Teile von diesem großartigen Text von ihr frei übersetzt: https://www.facebook.com/TheSalafiFeminist/posts/719327138251000 - Los geht's:

1) Weibliche Beschneidung ist ANDERS als FGM. Das erste ist auch als westlicher Begriff bekannt - Klitorisvorhautreduktion - was im Westen an Popularität gewinnt (von Nichtmuslimen).

[Hier kurz etwas von Wikipedia, was ich kopiert und nicht nur verlinkt habe, damit man sich das Foto nicht ansehen muss:


Klitorisvorhautreduktion (auch Klitorismantelstraffung oder Kliteropexie) bezeichnet die Kürzung oder Entfernung der Klitorisvorhaut. Die Klitorisvorhautreduktion wird aus kosmetisch-funktionalen oder auch kulturellen Motiven durchgeführt. In seltenen Fällen kann eine medizinische Notwendigkeit vorliegen (Klitorisadhäsionen mit chronischen Entzündungen). Die Klitorisvorhautreduktion der Frau ist anatomisch vergleichbar mit der männlichen Zirkumzision.

Für den ganzen Artikel kann man mal hier klicken:


Da sieht man nur weiter unten Bilder, was man durch vorsichtiges Scrollen vermeiden kann.]

Letzteres ist eine Form der drastischen Verstümmelung und das ist haram (verboten).

Es ist extrem, extrem wichtig für uns, dass wir uns des sehr großen Unterschieds zwischen FGM und Beschneidung bewusst sind, sowohl von der medizinischen als auch von der islamrechtlichen Perspektive.

Durch verständlichen Eifer darin, ersteres zu verurteilen, haben manche das mit letzterem vermischt, und behaupten deshalb sogar, dass weibliche Beschneidung haram sei - anstatt anzuerkennen, dass das zwei komplett verschiedene Prozeduren sind und deshalb zwei verschiedene islamrechtliche Bestimmungen haben.

Allerdings ist es zwingend für uns zu erkennen, wie die islamrechtliche Erlaubnis (und - im Fall von den Shafi'is - Verpflichtung) von weiblicher Beschneidung als Rechtfertigung für FGM benutzt wurde - so wie in Ägypten, was das Land mit der höchsten weltweiten Rate von regelmäßig ausgeführter FGM ist.

2) Die shafi'itische Rechtsschule betrachtet die weibliche Beschneidung in der Tat als waajib (verpflichtend), aber andere tun es nicht, so fern ich es weiß. [Genau das, was der Professor, den Waris Dirie besuchte, erzählte!] Malaysia ist ein traditionelles Shafi'i Land, und die Art wie sie die weibliche Beschneidung in ihre Kultur eingebaut haben ist eine Art, die kein wirkliches Schneiden an den Genitalien beinhaltet. Es wird eher ausgeführt als ein rituelles/symbolisches Verfahren welches beinhaltet, dass man sanft die Klitorisvorhaut sticht.

3) Das "Warum" der weiblichen Beschneidung ist nicht festgelegt in der Sunnah. (Der Hadith sagt nur, dass es "besser für die Frau und erstrebenswerter für den Mann" sei. Was offensichtlich etwas ganz anderes bedeuten kann als das, wie es normalerweise interpretiert wird.) Behauptungen, dass es die "weibliche Libido reduziert" sind sehr kulturell basiert und offensichtlich auf kulturellen Vorstellungen über die weibliche Sexualität fixiert.

Ironischerweise wird der westliche Eingriff für die exakt gleiche Sache aus dem Grund ausgeführt, um die intimen Erlebnisse der Frau zu *verbessern*, nicht um sie zu minimieren.

Dr. Hatem al-Haj, ein altbekannter Arzt und islamischer Gelehrter, erwähnt auch den medizinischen Aspekt des Eingriffes "Klitorisvorhautreduktion" und spricht über das Thema rituelles Einpicken vs genitale Verstümmelung. http://www.drhatemalhaj.com/home/clarification-of-my-position-on-female-circumcision

4) Es ist leider wahr, dass viele Fatawah (Rechtsgutachten) darüber sprechen, dass die weibliche Beschneidung damit zusammenhängt, dass man das weibliche Verlangen reduziert, obwohl es keinen expliziten Text von der Sunnah gibt, der das behauptet.

Für mich ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass männlich dominierte Gelehrtenschaft "technisch" gesehen Recht haben können (zum Beispiel ist weibliche Beschneidung erlaubt (mubah) laut den meisten und verpflichtend (waajib) laut der Shafi'iyyah), aber beim "warum" fließen dann deren kulturspezifische Ansichten über Sexualität und die weibliche Anatomie ein, und man betrachtet es dann als beinahe heilige Schrift.

5) Eine weitere Sache, die man im Hinterkopf behalten sollte ist nicht nur, dass über die Hadithe bezüglich der weiblichen Beschneidung wegen ihrer Authentizität diskutiert wird, sondern auch, dass der Gesandte Allahs das nie für seine Frauen oder Töchter hat machen lassen.

Genauso wie es bestimmte Fälle gab, in denen er als jemand sprach, der kulturelle Praktiken kommentierte oder eine Empfehlung gab und nicht als Prophet, der einen göttlichen Befehl eingegeben bekommen hat (so wie in dem berühmten Fall von seinem landwirtschaftlichen Ratschlag), müssen wir in Betracht ziehen, dass er selbst vielleicht nicht vertraut war mit den Details dieser Praktik und deshalb in seinem Ratschlag bezüglich der weiblichen Beschneidung Vorsicht hat walten lassen, anstatt es sofort zu verbieten oder zu erlauben.

Letztendlich noch eins: Die Notwendigkeit von weiblichen Gelehrten ist klar. Genauso wie die Zeugenaussage einer Frau in den Themen Schwangerschaft und Stillen über der eines Mannes steht, MUSS alles andere, was mit der weiblichen Natur zu tun hat, weibliche Gelehrten und weibliche Autoritäten (wie weibliche Ärzte, usw.) involvieren.

Ich danke ihr für diese aufschlussreichen Worte!


Dr. Bilal Philipps sagt genau das selbe:

https://www.youtube.com/watch?v=r74dvMkNjqE


Und Wikipedia sagt auch das selbe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Vorkommen_im_Islam

"Hierbei handelt es sich allerdings oft um eine bestimmte Eingriffsform, die sogenannte „leichte Beschneidung“ (arabisch الخفاض القليل, DMG al-ḫifāḍ al-qalīl). Bei dieser Beschneidungsart findet nur ein leichtes Entfernen des äußerlich sichtbaren Teils der Klitorisvorhaut statt. Wenige andere Gelehrte rechtfertigten als chafd / خفض / ḫafḍ oder chifad / خفاض / ḫifāḍ allerdings auch die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie. Noch schädlichere Formen wie die Infibulation werden vom Islam in keiner Weise legitimiert, auch sind keine islamischen Rechtsquellen vorhanden, die eine Beschneidung der kleinen oder großen Schamlippen erwähnen."


Wir halten fest:

Erstens:

Das Entfernen der Klitorisvorhaut ist im Islam nicht verboten, hier und da empfohlen, aber nur laut einer der vier Schulen verpflichtend.

Es ist eine Praxis, die verglichen werden kann mit der männlichen Beschneidung. Jene ist in Judentum und Islam verpflichtend und beide Religionen lehnen es ab, sie als Körperverletzung zu betrachten.

Das Entfernen der Klitorisvorhaut wird von vielen Nichtmuslimen praktiziert.

Zweitens:

Die Infibulation ist im Islam mit Konsens verabscheut.

Drittens:

Gelehrte, die die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie als Teil der weiblichen Beschneidung betrachten, sind mir nicht bekannt, aber Wikipedia sagt: es gibt diese, es sind aber wenige (siehe Wikipedia-Ausschnitt oben).

Und wenn es sie gibt, dann liegen sie eben falsch. Wir sind hier nicht im Katholizismus des Mittelalters, wo man Gelehrten blind vertraut. Die Amputation der Klitoris verhindert die sexuelle Befriedigung der Frau, und darauf hat sie islamrechtlich betrachtet das Recht.

Auf den Seiten 176 und 177 von "Schmerzenskinder" berichtet Waris von ihrem Besuch bei der konvertierten Muslima Carla Amina Baghajati. Sie unterhält sich mit ihr und erfährt auch von ihr, dass FGM unislamisch ist. Diese erklärt unter anderem: "Außerdem hat die Frau im Islam das Recht auf ein Geschlechtsleben. Ein unerfülltes Geschlechtsleben ist ein Scheidungsgrund für eine Frau. Es gibt auch keine Lustfeindlichkeit im Islam: Innerhalb der Ehe ist ein erfülltes Sexualleben eine gute Tat."

Das islamische Verbot, körperlichen Schaden zuzufügen, spielt dann auch noch eine Rolle.

Wie auch immer, es ist toll zu sehen, wie viel die Desert Flower Foundation schon erreicht hat und ich kann nur dazu raten, zu SPENDEN! Möge Allah Waris für ihren Kampf gegen diese Körperverletzung belohnen.

http://desertflowerfoundation.org/de/unsere-erfolge.html!!!!
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03.09.2017

Ich wäre ja wirklich gerne ein besserer Muslim, aber...

... es scheint nicht zu funktionieren. Ich versuche es immer wieder, aber es klappt nicht. Ich schiebe die wahre Veränderung von mir weg!

So ergeht es vielen Muslimen. Man will ja anfangen, zu beten, man will ja aufhören mit Feiern und Alkohol, man will ja endlich richtig praktizieren, aber man scheint diese guten Vorsätze so zu behandeln wie gute Vorsätze generell, z. B. endlich mehr Sport treiben: Man schiebt sie auf.

Aufschieben. Ich habe letztens das Buch "Schluss mit dem ewigen Aufschieben: Wie Sie umsetzen, was Sie sich vornehmen" von Hans-Werner Rückert gelesen. Als ich damit fertig war, ist mir klar geworden, dass die Tipps gegen das Aufschieben auch auf "islamisches Aufschieben" anwendbar sind. Aber man betrachtet diese misslungenen Versuche, ein besserer Muslim zu werden, ja oft nicht als "Aufschieben", denn bei dem Begriff denkt man ja eher an Abgabetermine von der Arbeit. Es ist aber Aufschieben.

Das Thema Aufschieben ist psychologisch tiefgründiger als man denkt. Wenn du das Gebet beispielsweise immer so lange aufschiebst, sodass du es dann hektisch in den letzten erlaubten Minuten betest, dann bist du nicht einfach eine faule S*u, die Selbsthass verdient, sondern willst vielleicht unbewusst das Gespräch mit Allah سبحانه و تعالى vermeiden, weil du dich wegen deiner Sünden schämst.

Ich rate deshalb allen Muslimen, die Schwierigkeiten damit haben, ihre guten islamischen Vorsätze umzusetzen, sich mit dem Thema "Aufschieben" zu befassen.

Selbsthass hilft da genauso wenig wie der Versuch, sich eine Art militärische Disziplin anzueignen. Du bist nicht faul. Aufschieben ist tiefgründig. Informiere dich über die psychologischen Hintergründe des Aufschiebens.

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