18.11.2020

Buchempfehlung: "Islam am Scheideweg" von Muhammad Asad (auf Englisch gratis online zu lesen)


Bild ist von cordoba-buch.de - Ehm, ich dachte, ich erwähne mal diesen Shop, bevor jemand auf die Idee kommt, das Buch für 47 Euro gebraucht zu kaufen... (Das ist das erste Angebot, was man findet, wenn man nach dem Titel googlet.)


Gratis auf Englisch hier zu lesen: http://muhammad-asad.com/Islam-at-Crossroads.pdf


125 Seiten


Beschreibung von "Edition Bukhara":

Wer nicht nach passenden Antworten gegen den Islam sucht, sondern nach Wahrheit, Aufrichtigkeit und Prinzipientreue - wer in aufrichtiger Weise nach seiner Identität sucht und wissen möchte, welchen Grund das Dilemma des heutigen Muslims hat und gewillt ist, etwas in sich zu bewegen, der sollte wissen, dass Muhammad Asad dieses Buch für ihn geschrieben hat, um ihn auf der Suche nach der verlorenen muslimischen Identität durch die Wiedererlangung des Quran und der Sunna zu unterstützen.

"und es ist nicht für diejenigen geschrieben, für die der Islam nur eines von mehreren, mehr oder weniger nützlichen, Schmuckstücken des sozialen Lebens ist; vielmehr für jene, in deren Herzen immer noch ein Funke der Flamme lebt, die bei den Gefährten des Propheten brannte - die Flamme, die einst den Islam als soziale Ordnung und kulturelle Errungenschaft groß machte." - Muhammad Asad


Muhammad Asad:

"Muhammad Asad (arabisch محمد أسد) (* als Leopold Weiss am 2. Juli 1900 in Lemberg, Österreich-Ungarn; † 20. Februar 1992 in Mijas, Spanien) war islamischer Gelehrter, Diplomat und Korrespondent der Frankfurter Zeitung." - https://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Asad


Meine Meinung:

Muhammad Asad interessiert mich schon länger. Ich werde irgendwann mal sein umfangreicheres Werk "Der Weg nach Mekka" lesen, (wie dieses hier auf Englisch gratis online zu lesen). Ich denke, das könnte mir sogar noch mehr gefallen als dieses hier, da "Islam am Scheideweg" relativ kurz ist. Es ist nichts, was man unbedingt gelesen haben MUSS, aber schon interessant. Besonders krass ist, dass das Buch aus dem Jahr 1934 stammt. Merkt man nichts von - faszinierend.

Die Kernaussage von  "Islam am Scheideweg" lautet - so wie ich sie verstanden habe: Die Muslime sind ökonomisch und wissenschaftlich in einer unterlegenen Situation dem Westen gegenüber, weil sie sich vom Islam entwurzelt haben - denn dieser hat schon immer die Wissenschaft und den Intellekt in seinen Lehren gefördert. Außerdem betrachte der Islam das diesseitige Leben nicht als ausschließlich schreckliche Sache, die man leider durchstehen muss bis man dann endlich im Jenseits ist. (Auch betrachte der Islam den Menschen nicht als natürlich sündig und deshalb schlecht.) Und diese Einstellung ist eigentlich sehr förderlich für die Wissenschaft, denn dann möchte man auch das Diesseits verbessern, z. B. mit Erfindungen.

Statt in dieser Position zu verharren, indem man neidisch auf den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt des Westens blickt, sollte man selbst mehr daran arbeiten, dass sich die islamische Welt in dieser Hinsicht weiterentwickelt. Doch das könne nicht geschehen, indem man einfach die westliche Bildung kritiklos kopiert, weil man somit auch die säkulare Philosophie "mitkaufen" würde mitsamt der negativen Eigenschaften, die sie mitbringen kann. Muslime sollten außerdem auf keinen Fall Minderwertigkeitsgefühle entwickeln.


Ein tolles Zitat:

"Der Islam ist aber keine Religion der Unterdrückung. Er gibt dem Menschen in seiner persönlichen und sozialen Existenz einen großen Freiraum, damit die verschiedenen Eigenschaften, Temperamente und Neigungen der unterschiedlichen Individuen ihren eigenen Weg hin zu einer positiven Entwicklung finden können. Daher kann der Mensch ein Asket sein oder er kann sich innerhalb des rechtmäßigen Rahmens auch voll und ganz seiner sinnlichen Möglichkeiten erfreuen; er kann ein Nomade sein, der durch die Wüste umherwandert, ohne Nahrung für den nächsten Tag; oder aber ein reicher Kaufmann inmitten seiner Waren. So lange er sich aufrichtig und bewusst den göttlichen Gesetzen unterwirft, ist er frei, sein persönliches Leben so zu entwerfen, wie seine Natur ihn lenkt. Seine Pflicht ist es: das Beste aus sich zu machen, das Leben, ein Geschenk seines Schöpfers, zu ehren und durch die eigene Entwicklung seine Mitmenschen in ihren geistigen, sozialen und materiellen Bemühungen zu helfen. Aber die Form seines Lebens ist in keinem Fall durch einen Maßstab festgelegt. Er ist frei, zwischen all den grenzenlosen rechtmäßigen Möglichkeiten auszuwählen. Die Grundlage dieses islamischen „Liberalismus“ findet sich in dem Gedanken, dass die menschliche Natur im Wesentlichen gut ist. Ganz gegensätzlich der christlichen Gedanke, dass der Mensch sündevoll geboren ist; oder die Lehren des Hinduismus, in denen der Mensch ursprünglich gering und unrein ist und schmerzvoll durch eine lange Kette von Seelenwanderungen zum endgültigen Ziel der Vollkommenheit taumeln muss. Dagegen vertritt die islamische Lehre, dass der Mensch rein geboren und in dem oben beschriebenen Sinn potenziell vollkommen ist." - Seite 34


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