12.07.2016

Buchempfehlung: "Feindbild Islam" von Jürgen Todenhöfer (64 Seiten) - MIT SEHR VIELEN ZITATEN!



"Jürgen Gerhard Todenhöfer ist ein deutscher Publizist und ehemaliger Medienmanager. Der promovierte Jurist war von 1972 bis 1990 Bundestagsabgeordneter der CDU und zählte damals zur so genannten Stahlhelm-Fraktion des rechten Flügels der CDU." - Wikipedia

Wie viele Muslime mag ich Jürgen Todenhöfer sehr. Ich bin froh, dass seine Facebook-Seite fast 700.000 "Gefällt mir"-Angaben hat, denn das bedeutet logischerweise, dass seine schönen Statuseinträge dort von vielen Menschen gesehen werden.

Bitte ignoriert alle seine Aussagen, die mit Assad zu tun haben. Ich bin da nicht so sicher, wie diese zu beurteilen sind.



Meiner Meinung nach strahlt Herr Todenhöfer Würde und Autorität aus - auch durch das Alter und den beruflichen Erfolg - und zur selben Zeit Sanftmut und ein fast schon kind-ähnliches, absolut authentisch wirkendes Bedürfnis nach Harmonie und Frieden. Kann es nicht anders beschreiben.

Alle seine Bücher vorgestellt: juergentodenhoefer.de/buecher



Mit freundlicher schriftlicher Genehmigung von seinem Sohn Frederic Todenhöfer. :)

Nicht anders hat der Westen die muslimische Welt während der letzten zweihundert Jahre behandelt. Arabische Familien wurden in der Kolonialzeit wie »Hyänen, Schakale und räudige Füchse« gejagt. Die Strategie, mit der die Kolonialherren im 19. Jahrhundert den Widerstand gegen ihre »Zivilisierungsmission« brachen, hieß: »ruinieren, jagen, terrorisieren« (Olivier Le Cour Grandmaison).

In Algerien wurden mehrfach ganze Stämme, die sich in Höhlen geflüchtet hatten, »ausgeräuchert« (»Enfumades«). Der französische Oberst Lucien-Francois de Montagnac schrieb 1842 in einem Brief aus Algerien: »Wir töten, wir erwürgen. Die Schreie der Verzweifelten, der Sterbenden mischen sich mit dem Lärm des brüllenden, blökenden Viehs. Ihr fragt mich, was wir mit den Frauen machen. Nun, wir behalten einige als Geiseln, andere tauschen wir gegen Pferde, der Rest wird wie Vieh versteigert.« Um seine dunklen, depressiven Gedanken zu vertreiben, lasse er manchmal einfach »Köpfe abschneiden. Keine Artischockenköpfe, Menschenköpfe.«

Louis de Baudicour, französischer Schriftsteller und Kolonist in Algerien, schilderte eine der vielen Schlächtereien: »Hier schnitt ein Soldat aus Spaß einer Frau die Brust ab, dort nahm ein anderer ein Kind an den Beinen und zerschmetterte seinen Schädel an eine Mauer.« Victor Hugo berichtete von Soldaten, die sich gegenseitig Kinder zuwarfen, um sie mit der Spitze ihrer Bajonette aufzufangen. Für in Salz eingelegte Ohren gab es 100 Sous. Abgeschnittene Köpfe wurden noch höher prämiert. Arabische Gebeine wurden zeitweise zu Tierkohle verarbeitet (Olivier Le Cour Grandmaison). 

Napoleon III. Aber sah die Hand Gottes am Werk: »Frankreich ist die Herrin Algeriens, weil Gott dies gewollt hat.« Die Algerier sahen das anders. Doch sie mussten für ihre Freiheit einen hohen Blutzoll zahlen. Allein im Unabhängigkeitskrieg zwischen 1954 und 1962 wurden achttausend algerische Dörfer von der französischen Luftwaffe durch Napalmbomben zerstört. Auch vonseiten des FLN, des algerischen Front de Libération Nationale, gab es grauenvolle Akte des Terrors. Albert Camus hat zu Recht darauf hingewiesen. Aber zahlenmäßig stehen sie in keinem Verhältnis zu den Gewalttaten der Kolonialisten.

Insgesamt töteten diese während ihrer 130 Jahre dauernden, angeblich christlichen »Zivilisierungsmission« nach algerischen Angaben weit über zwei Millionen Algerier. Selbst französische Schätzungen gehen von über einer Million getöteten Algeriern und hunderttausend getöteten Franzosen aus.

Den von Großbritannien kolonialisierten Irakern erging es nicht wesentlich besser. Winston Churchill warf ihnen 1920 wegen ihres Aufstands gegen die britische Unterdrückung »Undankbarkeit« vor. Er setzte chemische Waffen ein - »mit ausgezeichneter moralischer Wirkung«, wie er anmerkte. »Bomber Harris«, der geistige Vater des »moral bombing«, der im Zweiten Weltkrieg Weltruhm erlangte, erklärte nach einem Luftangriff stolz: »Die Araber und Kurden wissen jetzt, was eine richtige Bombardierung ist. In 45 Minuten fegen wir ein ganzes Dorf weg.«

Bombenangriffe galten auch als effektive Methode zum Eintreiben von Steuern. Der Royal-Air-Force-Offizier Lionel Charlton quittierte 1924 erschüttert seinen Dienst, nachdem er in einem Krankenhaus die verstümmelten Opfer gesehen hatte. Er ahnte nicht, dass sein Land achtzig Jahre später den Irak erneut bombardieren würde.

In Libyen warfen die damaligen italienischen Kolonialisten Fässer mit Phosgen und Senfgas auf Aufständische und Zivilbevölkerung. Stammesführer wurden in Flugzeuge gepackt und aus schwindelnder Höhe abgeworfen. Über hunderttausend Zivilisten wurden in Wüstenlager deportiert, die Hälfte ging kläglich zugrunde. Libysche Mädchen wurden für die Kolonialtruppen als Sexklavinnen gehalten. Die Spanier setzten während der Kabylenaufstände in Marokko ebenfalls chemische Waffen ein. Die Folgen waren auch hier grauenvoll.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 5-8.


»Iraq Body Count« geht bis Ende 2009 von ca. 100.000 getöteten Irakern aus. Die Organisation nimmt allerdings nur Todesfälle auf, über die in mindestens zwei englischsprachigen Medien berichtet wurde. Die Familien irakischer Widerstandskämpfer haben jedoch in der Regel kein Interesse daran, dass bekannt wird, dass ihre Söhne im Kampf gegen die irakische Regierung oder gegen die US-Besatzungstruppen gefallen sind. Das würde die gesamte Familie gefährden.

WikiLeaks berichtet von 109.000 Toten. Doch WikiLeaks standen nur amerikanische Dokumente zur Verfügung, die – aus welchen Gründen auch immer – größere Militäraktionen der USA wie die Schlachten um Falludscha nicht enthalten. Auch das blutige erste Kriegsjahr 2003 fehlt in den vom von WikiLeaks veröffentlichten Material.

So erstaunt es nicht, dass eine in der angesehenen medizinischen Fachzeitschrift »Lancet« veröffentlichte Studie unabhängiger amerikanischer und irakischer Ärzte zu dem Ergebnis kommt, dass allein bis Juni 2006 über 600.000 Iraker auf gewaltsame Weise im Kriegschaos ihr Leben verloren haben.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 9.


Ein leitender Mitarbeiter des Bagdader Leichenschauhauses erklärte resigniert: »Wenn bei mir in Bagdad an einem Tag 50 Tote eingeliefert wurden, höre ich abends im Fernsehen, im gesamten Irak seien gerade einmal zehn Menschen getötet worden. Das machen die absichtlich.«

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 10.


Nicht ein einziges Mal in den letzten zweihundert Jahren hat ein muslimisches Land ein westliches Land angegriffen. Angreifer waren immer die europäischen Großmächte oder die USA. Allein die arabischen Länder mussten in diesem Zeitraum mehr als zwanzig Kriege und Invasionen westlicher Länder über sich ergehen lassen. Seit Beginn der Kolonialisierung wurden Millionen arabische Zivilisten getötet. Der Westen führt in der traurigen Bilanz des Tötens mit weit über 10:1.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 11.


Es ist zynisch, wenn westliche Geistesgrößen nun mit sorgenvoller Miene fragen, wie es denn zum Niedergang der einst »militärisch, ökonomisch und kulturell weit überlegenen arabischen Zivilisation« kommen konnte (Hand Magnus Enzensberger). Der Westen hat durch seine ständigen militärischen Interventionen und durch die Kolonialisierung, mit der er seine Industrialisierung finanzierte, entscheidend dazu beigetragen. Er hat bei seinem Rückzug aus den Kolonien ausgeplünderte und ausgeblutete Länder zurückgelassen.

Zu Beginn der Kolonialisierung Algeriens im Jahr 1830 betrug dessen Alphabetisierungsquote 40 Prozent. Sie war damit mindestens so hoch wie die Frankreichs. Die einmarschierenden französischen Soldaten waren meist ungebildeter als das Volk, das sie zivilisieren sollten (Eric Hobsbawm).

1962, beim Abzug der französischen Besetzungstruppen, lag die Alphabetisierungsquote Algeriens unter 20 Prozent. Der Kolonialismus hat der arabischen Welt – in einer weltwirtschaftlich entscheidenden Zeit – weit über hundert Jahre Entwicklung gestohlen. Resigniert stellte Tocquesville 17 Jahre nach der Eroberung Algeriens durch Frankreich fest: »Die Lichter sind erloschen. Wir haben die muslimische Gesellschaft ärmer, unwissender und unmenschlicher gemacht.«

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 12 und 13. 


Die muslimischen Länder müssen ihre innenpolitischen Probleme in erster Linien selbst ausfechten und ihre Revolutionen selbst zum Erfolg führen. Auch dort, wo Extremismus in Terrorismus abgleitet, ist es in erster Linie Aufgabe nationaler Kräfte, ihn zu bekämpfen. Sie dürfen nur in extremen Sonderfällen mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats durch internationale Polizei-Spezialkommandos verstärkt werden. Ausländische Interventionen müssen die absolute Ausnahme sein.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 17 und 18.


Bis zum 11. September 2001 galten die hinduistischen »tamilischen Befreiungstiger« aus Sri Lanka als tödlichste Terrororganisation der Welt. Sie – und nicht Al-Qaida – professionalisierten in ihrem Kampf um Unabhängigkeit den Selbstmordterrorismus bis zur Perfektion. Sie wurden weltweit bis ins Detail kopiert, vor allem im Nahen Osten.

Aber die »Tamil Tigers« töteten keine Westler. Über ihre Anschläge wurde bis zu ihrer Vernichtung im Jahr 2009 daher meist nur in Kurzmeldungen berichtet. Terrorismus gab es zu allen Zeiten und unter allen Vorzeichen.

Neben christlichen Terroristen wie George Habash, die jüdische Siedler brutal ermordeten, gab es auch »zionistische Terrororganisationen« wie die »Irgun« Menachem Begins sowie die sich selbst terroristisch nennenden »Kämpfer für die Freiheit Israels« Jitzchak Schamirs. Sie kämpften mit Terror gegen Briten und Araber für ein freies Land – auch gegen Zivilisten.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seiten 19-20.


Die wahre muslimische Welt ist ganz anders. Die Liebenswürdigkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die westlichen Besuchern in orientalischen Ländern von der Mehrheit der Menschen entgegengebracht wird, ist trotz all der Kriege noch immer überwältigend – wenn man ohne Waffen kommt.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 24.


Im September 2001 zeigten westliche TV-Sender nach den Anschlägen auf das World Trade Center jubelnde palästinensische Kinder. Doch die Bilder waren gestellt. Nach Berichten der israelischen Tageszeitung »Haaretz« hatte man den Kindern Süßigkeiten geschenkt, damit sie vor den Kameras jubelten.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 25.

Anmerkung von mir: Über dieses angebliche Jubeln der Muslime nach den Anschlägen habe ich auch schon bei meinem Artikel Lügen über die Taten der Muslime und Muslime fordern dauernd diesen Link gesetzt: KLICK.


Das mit rassistischem Ekel ausgesprochene »Bei uns würde so etwas nie passieren« fällt ins sich zusammen, wenn man daran erinnert, dass 1977 in New York schon ein Stromausfall und 2005 in New Orleans ein Hurrikan genügten, um massenhaft Plünderungen, Mord und Totschlag auszulösen. Homo homini lupus – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf (Thomas Hobbes). Das gilt nicht nur für Muslime, sondern auch für Juden und Christen.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seiten 27 und 28.


Wie komplex die Terrorismusproblematik ist, zeigen die jahrzehntelangen vergeblichen Versuche der UNO, eine von allen akzeptierte Definition des Phänomens Terrorismus zu finden. Edward Peck, unter Ronald Reagan stellvertretender Vorsitzender der Terrorismus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, schilderte die Schwierigkeiten mit den sarkastischen Worten: »Wir haben sechs Terrorismus-Definitionen vorgelegt. Sie wurden alle abgeschmettert. Bei sorgfältigem Lesen stellte sich jedes Mal heraus, dass die USA selbst in derartige Aktivitäten verwickelt waren.«

Die hohe Zahl ziviler Opfer bei westlichen Kriegseinsätzen wird häufig mit dem Argument entschuldigt, diese »Kollateralschaden« entstünden nicht vorsätzlich. Das unterscheide sie von terroristischen Aktionen. Das ist – zumindest bei Luftangriffen – unredlich, denn der Tod von Zivilisten wird dabei fast immer billigend in Kauf genommen. »Billigende Inkaufnahme« aber bedeutet in entwickelten Rechtssystemen Vorsatz. Die meisten Bombenangriffe sind auch noch uneffektiv.

Mit Kommandoeinsätzen am Boden könnte man meist viel mehr erreichen. Allerdings müsste man dann eine größere Zahl eigener Opfer in Kauf nehmen. Das aber könnte Wählerstimmen kosten. So lässt man lieber Bomben abwerfen und nimmt den Tod von Zivilisten in Kauf. Bombenabwürfe aus sicheren Pilotenkanzeln sind die feigste Form des Terrorismus der Mächtigen. »Das prickelt einem ordentlich, das ist ein feines Gefühl«, beschrieben deutsche Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg ihre Empfindungen.

Die Legende vom anständigen Krieg ist die größte Lüge der Menschheit. »Dulce bellum inexpertis – Krieg ist nur süß für die, die ihn nicht kennen« (Erasmus von Rotterdam). Man sollte alle Politiker, die für den Krieg stimmen, vier Wochen lang lang zu Patrouillefahrten an die Front schicken – ersatzweise auch ihre Söhne oder Töchter. Die Zahl der Kriege würde sehr schnell zurückgehen.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seiten 30 und 31.


Es waren keine Muslime, die den „heiligen Krieg« erfanden und auf Kreuzzügen unter dem Motto »Deus lo vult – Gott will es« über vier Millionen Muslime und Juden niedermetzelten. Es waren keine Muslime, die in Jerusalem »bis zu den Knöcheln im Blut« wateten, bevor sie »glücklich und vor Freude weinend« zum Grab des Erlösers gingen, wie ein Zeitzeuge berichtet.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 31.


Es waren auch keine Muslime, die im Namen der Kolonialisierung Afrikas und Asiens 50 Millionen Menschen massakrierten. Es waren keine Muslime, die den Ersten und Zweiten Weltkrieg mit fast 70 Millionen Toten anzettelten. Und es waren keine Muslime, sondern wir Deutsche, die in einem industriemäßig organisierten Zivilisationsbruch sechs Millionen Juden – Mitbürger, Nachbarn und Freunde – schändlich ermordeten.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 32.


Toleranz gegenüber Christen und Juden war Gesetz und Stolz der muslimischen Zivilisation. Unter muslimischer Herrschaft blieben ganze Völker christlich oder jüdisch. Als der muslimische Feldherr Tariq ibn-Ziyad 711 auf der Iberischen Halbinsel landete, begannen in Andalusien über siebenhundert Jahre kultureller und wissenschaftlicher Blüte, von deren Ausstrahlung die westliche Zivilisation bis heute profitiert. Im damals modernsten Staat Europas entwickelte sich ein beispiellos erfolgreiches Miteinander von Muslimen, Juden und Christen.

Erst als der »christliche« König Ferdinand von Aragon 1492 im Rahmen der Reconquista Granada, die letzte muslimische Bastion in Spanien, eroberte, gingen die Lichter aus, begann einer erbarmungslose Judenvertreibung. Hunderttausende Juden, die, jahrhundertelang angesehen und mit höchsten Ämtern ausgezeichnet, harmonisch mit ihren muslimischen Mitbürgern zusammengelebt hatten, wurden von den christlichen Eroberern aus dem Land gejagt. Es begann das Zeitalter der „christlichen« Inquisition, die Andersgläubige vertrieb oder auf Scheiterhaufen verbrannte. Die meisten von den Christen verjagten Juden flohen in muslimische Länder rund um das Mittelmeer, wo sie freundlich aufgenommen wurden.

Risse bekam das Miteinander von Christen, Juden und Muslimen in den muslimischen Ländern erst durch den Kolonialismus und den Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts, als Christen und Juden von manchen Muslimen als Teil des aggressiven westlichen Imperialismus wahrgenommen wurden. Die Kriege des Westens gegen Afghanistan und den Irak haben diese Risse vertieft. Muslime überlieferten uns im aufgeklärten andalusischen Zeitalter nicht nur die versunkenen Schätze griechisch-römischer Kultur. Sie schufen auch neue Wissenschaften. Ihnen sind die Anfänger der experimentellen Optik, der Kompass, die Kenntnis der Planetenlaufbahnen und wesentliche Teile der modernen Medizin und Pharmazie zu verdanken. Sie haben die westliche Zivilisation um Quantensprünge nach vorne gebracht.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seiten 33 und 34. 


In seinen Tischreden erklärte der wortgewaltige Protestant Martin Luther: »Mit Ketzern braucht man kein langes Federlesen zu machen. Während sie auf dem Scheiterhaufen zugrunde gehen, sollte der Gläubige das Übel an der Wurzel ausrotten und seine Hände im Blute der Bischöfe und des Papstes baden.«

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 35.


Die Behauptung, Gewalt sei vor allem ein religiöses Problem ist eine atheistische Legende. Die Menschen mordeten, bevor es Religionen gab, und danach. Die Massenmorde der deutschen Nationalsozialisten wie auch der sowjetischen und chinesischen Kommunisten sind der traurige Beweis dafür, dass der Mensch das grausamste aller Geschöpfe ist – mit und ohne Religion.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 37. 


Diese brutale Verstümmelung findet nicht nur in einigen muslimischen Ländern wie Ägypten und Sudan statt, sondern auch in überwiegend christlichen Staaten wie Äthiopien und Kenia. Ihre Opfer sind Musliminnen, Christinnen, jüdische Äthiopierinnen („Falashas«) und Angehörige anderer Religionen. Sogenannte Ehrenmorde gibt es leider auch unter Christen, etwa in den christlichen Ländern Brasilien, Argentinien oder Venezuela.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 43. 


Bis 1957 konnte ein deutscher Mann kraft seines gesetzlichen garantierten »Direktionsrechts« entscheiden, ob seine Ehefrau einen Beruf ausüben durfte. Die Schweizer Männer lehnten das Wahlrecht der Frauen bis 1971 ab – im Kanton Appenzell Innerrhoden sogar bis 1990. Schließlich fordern das Alte wie das Neue Testament die Unterwerfung der Frau unter den Willen des Mannes.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 44.


Wer Hass und Intoleranz überwinden will, sollte vor allem die eigene Ignoranz besiegen. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, aber keiner auf eigene Fakten. Wer hindert uns daran, nach Algerien, Marokko, Tunesien oder in den Iran zu reisen, um uns eine eigene Meinung über diese fremde, angeblich so gefährliche Welt zu bilden? Die Straßen Nordafrikas und des Iran sind – wenn nicht gerade Revolution herrscht – viel sicherer als die Straßen von New York oder Detroit. Nach einer UN-Statistik für den Zeitraum 2003 bis 2008 kamen in den USA auf 100.000 Einwohner 5,2 Morde pro Jahr – 2010 gab es laut FBI eine leichte Verbesserung auf 5,0 Morde. Im Iran lag diese Quote bei 2,9 und in Marokko bei 0,4. Die meisten muslimischen Staaten sind erheblich sicherer als die USA.

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 45.


Der Freund und geistliche Berater des amerikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush, Frank Graham, nennt den Islam »eine richtig bösartige und verlogene Religion«. Bill O'Reilly, Fernsehidol der amerikanischen Konservativen, erklärt: »Wir können nicht immer wieder in der muslimischen Welt intervenieren. Was wir tun können, ist, sie in Grund und Boden zu bomben.« Die amerikanische Fernsehkommentatorin Ann Coulter meint: »Wir sollten in ihre Länder einmarschieren, ihre Führer totschlagen und die Bevölkerung zum Christentum bekehren.« Und: »Wir sollten unseren nationalen Arschkriecherwettbewerb beenden, Syrien ins Steinzeitalter zurückbomben und danach den Iran dauerhaft entwaffnen.«

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 47.


Man stelle sich nur eine Sekunde vor, Graham, O'Reilly, Coulter, Wilders oder Sarrazin hätten anstelle von »Islam« die Worte »Judentum« oder »Christentum« und anstelle von »Muslimen« die Worte »Christen« oder »Juden« verwendet. Hätte sich nicht zu Recht ein Orkan der Entrüstung erhoben? Warum darf man über Muslime und ihre Religion rassistische Dinge sagen, die in Bezug auf Juden und Christen zu Recht geächtet sind?

Jürgen Todenhöfer, "Feindbild Islam", Seite 49.

Achtung: Wer sich dieses tolle kleine Büchlein (überall sehr günstig) zulegt, muss sich bewusst sein, dass auf Seite 58 steht, dass der Gesandte Allahs صلى الله عليه و سلم bei einer Götzen-Zerschmetter-Aktion die Bildnisse von Maria und Jesus عليه السلام verschonte.

Ich habe dies auch schon muslimische Prediger erzählen hören, also ist es Herrn Todenhöfer echt nicht vorzuwerfen, dass er dies eingebaut hat. Diese Geschichte ist jedoch erfunden; der Gesandte Allahs صلى الله عليه و سلم hätte niemals eine Götze da gelassen. Man muss hierfür das islamische Prinzip des Monotheismus näher kennen. Für ihn waren das nicht Jesus und Maria, versteht man, was ich meine?

Und auf Seite 56 empfiehlt er, dass die gemäßigte Mehrheit der Muslime die "faszinierende Botschaft ihres Propheten in die Neuzeit übersetzt". Aber ich will da jetzt echt nicht mit der Lupe nach Fehlern suchen. Jürgen zeigt immerhin oft, dass er keiner der heuchlerischen Islamverteidiger ist, die drei Millionen Modernisierungen von Muslimen verlangen.

Und auf Seite 57 wird ein Hadith ohne Quelle genannt - ich glaube, Herr Todenhöfer meinte eigentlichen diesen Hadith: "Wer eine Person tötet, die einen Vertrag mit den Muslimen hat, soll nicht das Paradies riechen, obwohl es bereits vierzig Jahre im voraus zu riechen ist." - Überliefert bei Sahih Al-Bukhary, #3166, und Ibn Majah, #2686.

Jedenfalls ist es echt schön, zu lesen, wie Jürgen den Propheten صلى الله عليه و سلم verteidigt. Und uns Muslime generell. Man fragt sich: Wieso ist er so leidenschaftlich darin und ändert selbst nach einem Besuch bei der ISIS nicht die Meinung, dass der Islam eine schöne Religion ist?

Die Antwort liegt meiner Meinung nach bestimmt darin, dass er in so viele islamische Länder gereist ist. Er schwärmt oft von der Gastfreundschaft. (Es liegt aber wohl auch an seiner politischen Bildung, denke ich. Er versteht wie kein anderer das Thema militärische Fehler des Westens - deshalb muss ich auch sagen, dass ich einige wenige Sachen nicht ganz verstanden habe, die er in dem kleinen Büchlein so thematisiert hat.) Stellt mal vor, er wäre auf seinen Reisen schlecht behandelt worden. Puh. Es ist so, so wichtig, sich gut zu verhalten.

Möge Allah  صلى الله عليه و سلم ihn und seine Familie rechtleiten.

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