21.09.2020

Kontrolle?

Ich beschäftige mich sehr oft mit dem Thema Tawakkul (Gottesvertrauen). Ich bin glücklich über meine Fortschritte diesbezüglich. Letztendlich bleibe ich aber ein schwacher Mensch.

Ein Gläubiger weiß, dass Gott die Macht zu ALLEM hat, aber unsere beschränkte menschliche Vorstellungskraft sorgt oft dafür, dass wir es vergessen oder zumindest nicht genug verinnerlichen.
Ich denke, wir sind uns alle einig, dass der Prophet Abraham uns allen auf religiöser Ebene komplett überlegen war. Er war als Prophet Gott näher, als wir. Er wird von Gott im Koran sogar als Freund Gottes bezeichnet. Was für eine Ehre! Selbstverständlich hatte Abraham extrem viel Gottvertrauen. Umso faszinierender ist diese Stelle aus dem Koran:




Natürlich wusste er, dass Gott die Toten zum Leben erwecken kann. Aber menschlich wie er war, wollte er es mit seinen eigenen Augen sehen, damit sein Herz beruhigt ist.
Wenn wir denken, dass wir an Gottes Hilfe zweifeln, dann muss das nicht unbedingt stimmen. Es ist bestimmt viel eher so, dass wir darunter leiden, seine Hilfe nicht bildlich und auf Knopfdruck, auf Befehl quasi, sehen zu können. Denn das was wir Menschen mit unseren Augen sehen, ist für uns so wahnsinnig real, echt, und vor allem auch nah. Aber als Gläubige müssen wir erkennen:



Nicht nur dann, wenn du am Horizont lesen kannst: „Hier ist dein Schöpfer, ich kümmere mich um dein Problem, liebe/r XY!“
Denn seien wir doch mal ehrlich. Genau sowas wünschen wir uns.
Achte Woche schwanger. Noch nicht in der zwölften, sicheren Woche. Angst vor einer Fehlgeburt. Direkt nach einer Aufregung Bauchschmerzen. Sie sind normal in einer Schwangerschaft, aber unmittelbar nach einer Aufregung? Sie weint. Die Hormone sorgen dafür, dass sie sich komplett hineinsteigert. Sie leidet. Sie erzählt dem Mann davon.
Sie schluchzt: „Ich habe Angst. Ich leide drunter, dass ich keine Kontrolle habe.“
- „Kontrolle worüber?“
- „Na, ob das Baby lebt oder stirbt!”
- “Sag mal, bist du Gott?!“
Bämm! In your face!

Das zu hören... hat sie geflasht. Auf positive Art. Es regt definitiv zum Nachdenken an.

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