07.09.2017

Buchempfehlungen (6) zum Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und die Sicht des Islams

Alle Bücher, die ich hier empfehle, stammen von Waris Dirie. Wer das ist? Auf ihrer Homepage desertflowerfoundation.org/de/waris-dirie.html kann man folgendes Beeindruckendes lesen:

WARIS DIRIE WURDE 1965 IN DER REGION VON GALLACAIO IN DER SOMALISCHEN WÜSTE AN DER GRENZE ZU ÄTHIOPIEN ALS TOCHTER EINER NOMADENFAMILIE GEBOREN.

Im Alter von 5 Jahren durchlitt sie die unmenschliche Prozedur einer genitalen Verstümmelung. Dieses schlimme Verbrechen an Frauen wird weltweit von Muslimen und Christen praktiziert. Täglich werden nach Schätzungen der WHO 8.000 Mädchen Opfer dieser unvorstellbaren Grausamkeit. Im Alter von 13 Jahren flüchtet Waris vor der Zwangsverheiratung mit einem Mann, der ihr Großvater hätte sein können. Nach einer abenteuerlichen Flucht landet sie in London und arbeitet als Hausmädchen und bei McDonalds.

[Unbedingt hier klicken: http://desertflowerfoundation.org/de/was-ist-fgm.html]

MIT 18 JAHREN WIRD SIE VOM ENGLISCHEN STAR-FOTOGRAFEN TERENCE DONOVAN ALS MODEL ENTDECKT UND FÜR DEN PIRELLI KALENDER FOTOGRAFIERT. SIE GELANGT ZU INTERNATIONALER BERÜHMTHEIT.

Sie übersiedelt von London nach New York und wird eines der ersten ‚Supermodels’. Sie erhält als erstes afrikanisches Model einen Exklusivvertrag vom Kosmetik- konzern Revlon und ziert die Titelseiten aller großen Magazine. Sie erhält eine Rolle als James Bond Girl, an der Seite von Timothy Dalton in ‚Der Hauch des Todes’. Die BBC drehte einen Beitrag mit dem Titel ‚A Nomad in New York‘ über Waris Dirie für die Serie ‚The Day That Changed My Life‘. Als die US-Starjournalistin Barbara Walters sie für NBC und Laura Ziv für das Magazin ‚Marie Claire’ interviewen, beschließt Waris Dirie über das grausame Ritual der Verstümmelung an Frauen und ihr eigenes Schicksal zu erzählen. Sie löst damit weltweit eine Welle von Mitgefühl und Protest aus.

UN-GENERALSEKRETÄR KOFI ANNAN ERNENNT SIE ZUR UN-SONDERBOTSCHAFTERIN IM KAMPF GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG. 

Sie reist im Auftrag der UNO um die Welt, nimmt an Konferenzen teil, trifft Präsidenten, Nobelpreisträger und Filmstars, gibt hunderte Interviews, um auf ihre Mission aufmerksam zu machen.

Sie erhält viele Preise und Auszeichnungen für ihre Arbeit und ihre Bücher, u.a. den ‚World Women’s Award‘ von Präsident Michail Gorbachev (2004), den ‚Bischof Oscar Romero Preis’ der Katholischen Kirche (2005), den ‚Woman of the Year Award’ des Magazins ‚Glamour’ (2000), den ‚Afrika Preis’ der deutschen Bundesregierung (1999) sowie den ‚Corinne Award’ des Dachverbandes des Deutschen Buchhandels für das beste Sachbuch (2002). 2007 ernannte sie der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu einem ‚Chevalier de la Legion d’honneur’, die ‚World Demographic Association’ nominierte sie als erste Frau für den ‚Prix de la Génération’ und die Martin Buber Foundation nominierte sie als erste Frau für die ‚Martin Buber Plakette’.

2002 GRÜNDET WARIS DIRIE IHRE EIGENE ORGANISATION, DIE WARIS DIRIE FOUNDATION UM IHRE ARBEIT IM KAMPF GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG ZU UNTERSTÜTZEN.

2010 wurde die Organisation in “Desert Flower Foundation” umbenannt, um den neuen, breiteren Ansatz ihres Kampfes gegen FGM widerzuspiegeln.

Der derzeitige Hauptsitz der Desert Flower Foundation befindet sich in Wien, Österreich. Weitere regionale Zentralen befinden sich in Deutschland, der Schweiz, Monaco, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Spanien, Holland, Djibouti, Sierra Leone und Polen. Die offiziellen Sprachen der Organisation sind Englisch, Deutsch, Polnisch, Französisch, Holländisch und Spanisch. Das Team der Desert Flower Foundation setzt sich aus Frauen und Männern zusammen, welche sich für Gleichberechtigung und Menschenrechte engagieren und gemeinsam Waris Diries Ideale teilen: Das Ende von Female Genital Multilation. Die Desert Flower Foundation und ihre gesamten Kampagnen, Projekte und Aktivitäten werden durch private Spenden finanziert. Die Schwerpunkte der Desert Flower Foundation sind:

AUFKLÄRUNGSARBEIT

Durch Workshops, Seminare, Konferenzen, Präsentationen, Charity Events, Online Kampagnen etc.


PRÄVENTIONSARBEIT

Durch Projekte, wie „Rette eine kleine Wüstenblume“, welches direkt darauf abzielt Mädchen in Afrika vor FGM zu retten.


KURATIVARBEIT

Durch unsere Desert Flower Centers versuchen wir zu helfen und den Opfern von FGM so viel wie möglich von ihrer Lebensqualität und ihrem Selbstvertrauen wiederzugeben.


Waris Diries Bücher:



(Wichtige Anmerkung: Habe "Brief an meine Mutter" ausgetauscht mit der neuesten Auflage dieses Buches, welche ein weiteres Kapitel enthält! Dort geht es um den Stand der Mutter-Tochter-Beziehung nach 10 Jahren!)

Mich haben diese Bücher sehr berührt. Weil sie so persönlich sind. Sie berichtet von ihren tiefsten Gefühlen, so zum Beispiel der Schmerz und die Wut, wenn man sie auf ihr Schicksal reduziert. Einmal wurde sie auf einer Veranstaltung als "die Genitalverstümmelte" angekündigt.

Oder die Sorge davor, man könnte ihr Engagement gegen dieses grausame Ritual und ihre Kritik an einigen somalischen Traditionen so auffassen, als liebte sie ihr Heimatland nicht. Würde ich sie treffen, würde ich ihr sagen, dass man in jedem Buch ihre Liebe zu Somalia spürt. Land und Leute wirken durch diese unglaublich lebendig geschriebenen Geschichten sehr faszinierend auf mich.

Normalerweise würde man ja denken, dass das zweite, dritte, vierte oder fünfte Buch eines Autoren langweilig wäre, aber ich fand sie alles ausgesprochen interessant. (PS: Wer sich für Zukunftsperspektiven Afrikas interessiert, sollte "Schwarze Frau, weißes Land" lesen.)


Nummer 1 - "Wüstenblume":

348 Seiten

Klappentext:

Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In »Wüstenblume« bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen. »Ich weiß, dass ›Wüstenblume‹ eine wichtige Botschaft hat, die von allen Menschen geteilt wird: die Achtung vor der menschlichen Würde.« Waris Dirie


Nummer 2 - "Nomadentochter":

288 Seiten

Beschreibung auf Amazon:

Fast zwanzig Jahre ist es her, seit Waris Dirie ihre Familie bei der Flucht aus Somalia zurücklassen musste. Und immer war sie im Ungewissen, ob Eltern und Geschwister in dem von Krieg und Hunger gepeinigten Land noch lebten oder nicht. Ausgelöst durch eine persönliche Krise, fasst sie eines Tages den Entschluss, nach Somalia zurückzukehren. Die Ankunft in ihrer Heimat und die Wiederbegegnung mit ihrer Familie wird für Waris Dirie zur Herausforderung, sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auf sehr persönliche Art auseinanderzusetzen.


Nummer 3 - "Schmerzenskinder":

267 Seiten

Klappentext:

"Es ist Zeit, das Schweigen zu brechen. Es ist Zeit zu kämpfen. Weibliche Genitalverstümmelung hat nichts mit Religion, Kultur oder Tradition zu tun. Es ist ein Verbrechen an Mädchen und Frauen." Waris Dirie

Waris Dirie war fünf Jahre alt, als sie gewaltsam beschnitten wurde. Kurz darauf bekam sie eine schwere Infektion. Sie überlebte mit Glück. Doch viele der 8000 Mädchen, die täglich Opfer einer Genitalverstümmelung werden, sterben daran. Was kaum einer weiß: Das 4000 Jahre alte Ritual der Beschneidung junger Mädchen wird nicht nur in Afrika, sondern auch bei uns tausendfach praktiziert, von skrupellosen Ärzten, Krankenschwestern oder medizinischen Laien. Ein Mantel des Schweigens liegt hierzulande über den grausamen Eingriffen, die gesetzlich verboten und doch gang und gäbe sind.

In Schmerzenskinder macht sich Waris Dirie auf eine mutige Recherchereise zu Tätern und Opfern und zeigt, dass es höchste Zeit ist, gemeinsam etwas gegen dieses grausame Ritual zu tun.


Nummer 4 - "Brief an meine Mutter":

212 Seiten

Klappentext:

"Mein intimstes Buch" Waris Dirie

Wien, im Herbst: Nach zehn Jahren der Trennung holt Waris Dirie ihre Mutter aus Afrika zu sich. Doch die anfängliche Freude über das Wiedersehen schlägt bald um in gegenseitige Vorwürfe und Missverständnisse. Waris muss erkennen, wie groß der Graben zwischen ihr und der Mutter immer noch ist und wie eng Leid und Liebe verkettet sind. Sie beschließt, der Mutter nach deren Abreise einen langen Brief zu schreiben, in dem sie ihr auch von einem Geheimnis erzählen will, das sie bislang niemandem anvertraut hat.


Nummer 5 - "Schwarze Frau, weißes Land":

333 Seiten

Klappentext:

"Ich bin immer eine Nomadin geblieben."

Geboren in der Wüste Afrikas, floh Waris Dirie vor der Zwangsheirat nach Europa. Hier wurde sie zum erfolgreichen Model und zur gefeierten Menschenrechtskämpferin - und blieb dennoch eine "schwarze Frau im weißen Land", verdächtig für Polizei und Sexobjekt für Männer. Jetzt erzählt sie von der Zerrissenheit zwischen den Welten und ihrer Suche nach einer wirklichen Heimat. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach Afrika und der tiefe Wunsch, ihrem Heimatkontinent zu helfen, sich von Armut und überkommenen Traditionen zu befreien.


Nummer 6 - "Safa - Die Rettung der kleinen Wüstenblume":

300 Seiten

Beschreibung auf Amazon:

Die kleine Safa Idriss Noura aus Somalia spielt in der Verfilmung des Weltbestsellers "Wüstenblume" die dreijährige Waris Dirie. Als Waris das Mädchen zum ersten Mal erblickt, fühlt sie sich schmerzlich an ihre eigene Kindheit erinnert. Die dramatische Szene, in der das Mädchen gewaltsam beschnitten wird, bringt die Menschen in den Kinos zum Weinen. Umso größer ist Waris‘ Bestürzung, als sie erfährt, dass der Eingriff unmittelbar bevorsteht. Und sie beschließt: Dieses Mädchen muss um jeden Preis vor der Genitalverstümmelung geschützt werden.


Die islamische Sicht:

Noch einmal der wichtige Link von oben:

http://desertflowerfoundation.org/de/was-ist-fgm.html

Bitte erst dort alles lesen und dann hier weiterlesen.

(INFOS darüber, dass diese Praktik auch bei CHRISTEN existiert und zweitens darüber, inwieweit sich Waris Dirie als gläubige MUSLIMA betrachtet, sind aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Kommentaren ganz weiter unten zu lesen!)

Genitalverstümmelung ist unislamisch. Wer mir nicht glaubt, der glaubt vielleicht Waris Dirie, denn sie ist davon überzeugt. Sie erwähnt das in jedem Buch.

Seite 96, "Nomadentochter": "Und sie glaubten, der Koran schreibe es vor. Mittlerweile weiß ich es besser. Diese rituelle Praktik ist im Koran nicht einmal erwähnt - aber die Wadaddo, die Religionslehrer, haben es verbreitet. Niemand konnte den Koran oder den hadith lesen - meine Mutter hörte auf die religiösen Führer und stellte nicht in Frage, was sie verkündeten."

Auf Seite 185 von "Schmerzenskinder" erzählt sie von ihrem Besuch bei Dawud Noibi, er ist ein Professor für Islamic Studies. Von ihm will sie nun genau wissen, was der Islam zu FGM sagt. Er erzählt, was Waris schon vorher wusste: Im Koran ist weibliche Beschneidung nicht erwähnt, aber in schwachen Hadithen. Daraufhin stellt Waris die relevante Frage: "Ist das ein endgültiges Urteil, oder gibt es trotzdem Islamgelehrte, die sich auf diese Hadithe beziehen?" Dawud Noibi erzählt ihr von den 4 Rechtsschulen des Islams: "'Eine dieser Schulen empfiehlt die Beschneidung der Frauen. Diese Schule ist in weiten Teilen Afrikas verbreitet, aber auch in Asien, besonders in Malaysia und Indonesien." Waris fragt: "Heißt das, FGM wird doch von bestimmten Schulen des Islam empfohlen?" Dawud: "Nur von einer Denkschule, und diese stützt sich auf ein Hadith, das wir nicht für authentisch halten."


Diese Hadithe meint er:

Usama ibn Umair berichtet: Der Gesandte Allahs, Frieden und Segen seien auf ihm, sagte:

الْخِتَانُ سُنَّةٌ لِلرِّجَالِ مَكْرُمَةٌ لِلنِّسَاءِ

"Beschneidung ist eine Tradition für Männer und ehrenvoll für Frauen."

(Musnad Ahmad 20195)

Diese Überlieferung wurde berichtet von Usama ibn Umair, Shidad ibn Aws, und Abdullah ibn Abbas, aber alle davon sind schwach.

Die Überlieferung von Usama ibn Umair wurde als schwach deklariert von Adh-Dhahabi in Tanqeeh At-Tahqeeq 2/264.

Die Überlieferung von Shidad ibn Aws wurde als schwach deklariert von Ibn Kathir in Jami’ Al-Musaneed 5100.

Die Überlieferung von Abdullah ibn Abbas wurde als schwach deklariert von Al-Bayhaqi in Sunan Al-Kubra 8/325.

Ein weiterer Hadith:

Umm Atiyyah berichtet: Eine Frau pflegte die Beschneidung in Medina durchzuführen und der Prophet, Frieden und Segen seien auf ihm, sagte:

لَا تُنْهِكِي فَإِنَّ ذَلِكَ أَحْظَى لِلْمَرْأَةِ وَأَحَبُّ إِلَى الْبَعْلِ

"Schneide nicht in schlimmer Weise, denn es ist besser für die Frau und erstrebenswerter für den Mann."

(Sunan Abu Dawud 5271)

Abu Dawud, der diese Tradition berichtete, sagte:

وَمُحَمَّدُ بْنُ حَسَّانَ مَجْهُولٌ وَهَذَا الْحَدِيثُ ضَعِيفٌ

Der Erzähler Muhammad ibn Hassan ist unbekannt und diese Überlieferung schwach.

(übersetzt von der großartigen Seite abuaminaelias.com)

Trotzdem tun wir jetzt mal so, als wären diese Hadithe nicht schwach, denn in den Rechtsschulen gibt es tatsächlich hier und da die Empfehlung für weibliche Beschneidung, also gab es auch Gelehrte, die diese Hadithe nicht als schwach ansahen.

Es wäre nicht schlimm, wenn all diese Hadithe wahr sind!

Wieso? Weil die Hadithe nicht FGM empfehlen, wie es der Professor leider nicht dargelegt hat, sondern die weibliche Beschneidung. Alles das gleiche? Nein. Die Erklärung gibt uns die muslimische Frauenrechtsaktivistin The Salafi Feminist, die alles andere als eine Modernistin ist:

Ich habe Teile von diesem großartigen Text von ihr frei übersetzt: https://www.facebook.com/TheSalafiFeminist/posts/719327138251000 - Los geht's:

1) Weibliche Beschneidung ist ANDERS als FGM. Das erste ist auch als westlicher Begriff bekannt - Klitorisvorhautreduktion - was im Westen an Popularität gewinnt (von Nichtmuslimen).

[Hier kurz etwas von Wikipedia, was ich kopiert und nicht nur verlinkt habe, damit man sich das Foto nicht ansehen muss:


Klitorisvorhautreduktion (auch Klitorismantelstraffung oder Kliteropexie) bezeichnet die Kürzung oder Entfernung der Klitorisvorhaut. Die Klitorisvorhautreduktion wird aus kosmetisch-funktionalen oder auch kulturellen Motiven durchgeführt. In seltenen Fällen kann eine medizinische Notwendigkeit vorliegen (Klitorisadhäsionen mit chronischen Entzündungen). Die Klitorisvorhautreduktion der Frau ist anatomisch vergleichbar mit der männlichen Zirkumzision.

Für den ganzen Artikel kann man mal hier klicken:


Da sieht man nur weiter unten Bilder, was man durch vorsichtiges Scrollen vermeiden kann.]

Letzteres ist eine Form der drastischen Verstümmelung und das ist haram (verboten).

Es ist extrem, extrem wichtig für uns, dass wir uns des sehr großen Unterschieds zwischen FGM und Beschneidung bewusst sind, sowohl von der medizinischen als auch von der islamrechtlichen Perspektive.

Durch verständlichen Eifer darin, ersteres zu verurteilen, haben manche das mit letzterem vermischt, und behaupten deshalb sogar, dass weibliche Beschneidung haram sei - anstatt anzuerkennen, dass das zwei komplett verschiedene Prozeduren sind und deshalb zwei verschiedene islamrechtliche Bestimmungen haben.

Allerdings ist es zwingend für uns zu erkennen, wie die islamrechtliche Erlaubnis (und - im Fall von den Shafi'is - Verpflichtung) von weiblicher Beschneidung als Rechtfertigung für FGM benutzt wurde - so wie in Ägypten, was das Land mit der höchsten weltweiten Rate von regelmäßig ausgeführter FGM ist.

2) Die shafi'itische Rechtsschule betrachtet die weibliche Beschneidung in der Tat als waajib (verpflichtend), aber andere tun es nicht, so fern ich es weiß. [Genau das, was der Professor, den Waris Dirie besuchte, erzählte!] Malaysia ist ein traditionelles Shafi'i Land, und die Art wie sie die weibliche Beschneidung in ihre Kultur eingebaut haben ist eine Art, die kein wirkliches Schneiden an den Genitalien beinhaltet. Es wird eher ausgeführt als ein rituelles/symbolisches Verfahren welches beinhaltet, dass man sanft die Klitorisvorhaut sticht.

3) Das "Warum" der weiblichen Beschneidung ist nicht festgelegt in der Sunnah. (Der Hadith sagt nur, dass es "besser für die Frau und erstrebenswerter für den Mann" sei. Was offensichtlich etwas ganz anderes bedeuten kann als das, wie es normalerweise interpretiert wird.) Behauptungen, dass es die "weibliche Libido reduziert" sind sehr kulturell basiert und offensichtlich auf kulturellen Vorstellungen über die weibliche Sexualität fixiert.

Ironischerweise wird der westliche Eingriff für die exakt gleiche Sache aus dem Grund ausgeführt, um die intimen Erlebnisse der Frau zu *verbessern*, nicht um sie zu minimieren.

Dr. Hatem al-Haj, ein altbekannter Arzt und islamischer Gelehrter, erwähnt auch den medizinischen Aspekt des Eingriffes "Klitorisvorhautreduktion" und spricht über das Thema rituelles Einpicken vs genitale Verstümmelung. http://www.drhatemalhaj.com/home/clarification-of-my-position-on-female-circumcision

4) Es ist leider wahr, dass viele Fatawah (Rechtsgutachten) darüber sprechen, dass die weibliche Beschneidung damit zusammenhängt, dass man das weibliche Verlangen reduziert, obwohl es keinen expliziten Text von der Sunnah gibt, der das behauptet.

Für mich ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass männlich dominierte Gelehrtenschaft "technisch" gesehen Recht haben können (zum Beispiel ist weibliche Beschneidung erlaubt (mubah) laut den meisten und verpflichtend (waajib) laut der Shafi'iyyah), aber beim "warum" fließen dann deren kulturspezifische Ansichten über Sexualität und die weibliche Anatomie ein, und man betrachtet es dann als beinahe heilige Schrift.

5) Eine weitere Sache, die man im Hinterkopf behalten sollte ist nicht nur, dass über die Hadithe bezüglich der weiblichen Beschneidung wegen ihrer Authentizität diskutiert wird, sondern auch, dass der Gesandte Allahs das nie für seine Frauen oder Töchter hat machen lassen.

Genauso wie es bestimmte Fälle gab, in denen er als jemand sprach, der kulturelle Praktiken kommentierte oder eine Empfehlung gab und nicht als Prophet, der einen göttlichen Befehl eingegeben bekommen hat (so wie in dem berühmten Fall von seinem landwirtschaftlichen Ratschlag), müssen wir in Betracht ziehen, dass er selbst vielleicht nicht vertraut war mit den Details dieser Praktik und deshalb in seinem Ratschlag bezüglich der weiblichen Beschneidung Vorsicht hat walten lassen, anstatt es sofort zu verbieten oder zu erlauben.

Letztendlich noch eins: Die Notwendigkeit von weiblichen Gelehrten ist klar. Genauso wie die Zeugenaussage einer Frau in den Themen Schwangerschaft und Stillen über der eines Mannes steht, MUSS alles andere, was mit der weiblichen Natur zu tun hat, weibliche Gelehrten und weibliche Autoritäten (wie weibliche Ärzte, usw.) involvieren.

Ich danke ihr für diese aufschlussreichen Worte!


Dr. Bilal Philipps sagt genau das selbe:

https://www.youtube.com/watch?v=r74dvMkNjqE


Und Wikipedia sagt auch das selbe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Vorkommen_im_Islam

"Hierbei handelt es sich allerdings oft um eine bestimmte Eingriffsform, die sogenannte „leichte Beschneidung“ (arabisch الخفاض القليل, DMG al-ḫifāḍ al-qalīl). Bei dieser Beschneidungsart findet nur ein leichtes Entfernen des äußerlich sichtbaren Teils der Klitorisvorhaut statt. Wenige andere Gelehrte rechtfertigten als chafd / خفض / ḫafḍ oder chifad / خفاض / ḫifāḍ allerdings auch die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie. Noch schädlichere Formen wie die Infibulation werden vom Islam in keiner Weise legitimiert, auch sind keine islamischen Rechtsquellen vorhanden, die eine Beschneidung der kleinen oder großen Schamlippen erwähnen."


Wir halten fest:

Erstens:

Das Entfernen der Klitorisvorhaut ist im Islam nicht verboten, hier und da empfohlen, aber nur laut einer der vier Schulen verpflichtend.

Es ist eine Praxis, die verglichen werden kann mit der männlichen Beschneidung. Jene ist in Judentum und Islam verpflichtend und beide Religionen lehnen es ab, sie als Körperverletzung zu betrachten.

Das Entfernen der Klitorisvorhaut wird von vielen Nichtmuslimen praktiziert.

Zweitens:

Die Infibulation ist im Islam mit Konsens verabscheut.

Drittens:

Gelehrte, die die Teilamputation der Klitoris oder sogar die Klitoridektomie als Teil der weiblichen Beschneidung betrachten, sind mir nicht bekannt, aber Wikipedia sagt: es gibt diese, es sind aber wenige (siehe Wikipedia-Ausschnitt oben).

Und wenn es sie gibt, dann liegen sie eben falsch. Wir sind hier nicht im Katholizismus des Mittelalters, wo man Gelehrten blind vertraut. Die Amputation der Klitoris verhindert die sexuelle Befriedigung der Frau, und darauf hat sie islamrechtlich betrachtet das Recht.

Auf den Seiten 176 und 177 von "Schmerzenskinder" berichtet Waris von ihrem Besuch bei der konvertierten Muslima Carla Amina Baghajati. Sie unterhält sich mit ihr und erfährt auch von ihr, dass FGM unislamisch ist. Diese erklärt unter anderem: "Außerdem hat die Frau im Islam das Recht auf ein Geschlechtsleben. Ein unerfülltes Geschlechtsleben ist ein Scheidungsgrund für eine Frau. Es gibt auch keine Lustfeindlichkeit im Islam: Innerhalb der Ehe ist ein erfülltes Sexualleben eine gute Tat."

Das islamische Verbot, körperlichen Schaden zuzufügen, spielt dann auch noch eine Rolle.

Wie auch immer, es ist toll zu sehen, wie viel die Desert Flower Foundation schon erreicht hat und ich kann nur dazu raten, zu SPENDEN! Möge Allah Waris für ihren Kampf gegen diese Körperverletzung belohnen.

http://desertflowerfoundation.org/de/unsere-erfolge.html!!!!

Kommentare:

  1. Waris Dirie als Muslima:

    Ich wette, viele Muslime interessiert es, ob Waris Dirie sich als Muslima betrachtet. Hier ein paar Infos darüber:

    In "Wüstenblume" (1998 erschienen) offenbarte Waris ihren tiefen Glauben an Allah. Sie sagte ihrer Mutter, dass sie Allah, "dem Allmächtigen" dafür dankte, dass Er sie ihr als Mutter gab.

    Als sie in der Wüste auf der Flucht war, begegnete sie einem Löwen. Sie hatte Angst. Natürlich. Doch der Löwe tat ihr nichts. Waris sagte dazu auf den Seiten 8 und 9: "Doch offensichtlich hatte Allah, der immer mein bester Freund gewesen war, für mich etwas anderes im Sinn, hatte er einen Grund, mich am Leben zu lassen." Seitdem Allah sie vor dem Löwen rettete, wusste sie, dass er etwas mit ihr "vorhatte", dass es einen Grund für ihr Überleben gegeben haben muss. Sie fragt sich nur, welchen.

    In "Wüstenblume" gibt es einige weitere Zeugnisse ihres Glaubens, z. B. diese Stelle:

    Seite 340: "Doch mein Glaube sagt mir, daß ich stark sein muss, daß Allah mich aus gutem Grund auf diesen Weg geschickt hat. Er hat mir eine Aufgabe gestellt. Dies ist meine Mission. Und ich glaube daran, daß Allah schon lange, bevor ich geboren wurde, meinen Todestag bestimmt hat, daran ist also nichts mehr zu ändern."

    In "Nomadentochter" (2002 erschienen) gibt es - obwohl sie einmal erwähnte, dass sie es hasste, "verschleiert" rumzulaufen - sehr viele Stellen, an denen sie ihren muslimischen Glauben zeigt. Ungefähr 40 mal. Das fand ich wirklich so schön, zu lesen. Seite 288: "Allah hat mich zurück in meine Heimat geführt, damit ich erfuhr, was getan werden muss." Einen Quranvers und einen Hadith gibt es auch im Buch.

    In "Schmerzenskinder" (2005 erschienen) steht auf Seite 170: "Ich bin Muslimin. Ich glaube und ich bete. Trotzdem steuere ich keine Boeings in Hochhäuser, trotzdem setze ich mich nicht mit Sprengladungen am Körper in voll besetzte Autobusse und trotzdem meuchle ich keine Menschen, die anderen Glaubens sind. Es muss in Zeiten wie diesen noch einmal klar und deutlich gesagt werden: Die Mehrheit der Muslime - in Europa oder sonst so auf der Welt - ist friedlich und verabscheut Gewalt genauso wie ich."

    Seite 171: "Heute regiert die Gewalt. Heute brennen Moscheen."

    Auf Seite 171 bis 174 berichtete sie allerdings von dem Mord an Theo van Gogh und von seinem Film. Sie erwähnt Ayaan Hirsi Ali und erzählt von deren Leben. Sie nennt sie ihre somalische Schwester. Sie weiß, dass Ayaan den Propheten Mohammed als "Tyrannen" bezeichnete und dass von ihr das Drehbuch für van Goghs Film stammt. Und dennoch steht sie ihr neutral bis positiv gegenüber. Das tut weh.

    Auf Seite 179 steht, wie Waris ihren Kollegen sagt, dass FGM unislamisch ist. Auf Seiten 180 und 181 stehen korrekte Grundinformationen über den Islam. Danach erfährt man einiges darüber, was islamische Vereine oder Gelehrte zu dem Thema FGM sagten.

    In "Brief an meine Mutter" (2007 erschienen) gibt es folgende Stellen, die auf ihren Glauben an Allah schließen lassen:

    Seite 92: "Ich betete in diesem Augenblick zu Allah, dass er ihr die Kraft geben möge."

    Auf Seite 102 stehen kurze Informationen über die 99 Namen Allahs.

    Seite 150: "Ich hätte etwas sagen sollen in diesem Moment. Vielleicht, dass wir vor Allah alle gleich sind, egal ob Mann, Frau, Kind, schwarz oder weiß."

    Seite 162: "'Sag nicht, es ist Allahs Wille. Das kann nicht Allahs Wille sein, dass seine Töchter absichtlich verstümmelt werden, um zu verbluten.'"

    Natürlich versuchte sie auch, ihre Mutter davon zu überzeugen, dass FGM unislamisch ist.

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    1. Auf Seite 76-79 berichtet sie ihrer Mutter in dem Brief von einem Treffen mit Ayaan Hirsi Ali und lobt sie. "Ich hoffe, es gibt bald mehr Frauen wie Ayaan Hirsi." Sie erwähnt, dass Ayaan über den Propheten Muhammad sagte: "Gemessen an unseren westlichen Maßstäben ist er ein perverser Mann. Ein Tyrann.", und lässt es unkommentiert. Ayaan sagte beim Treffen "Ich hatte Angst, du würdest mich nicht treffen wollen, weil ich den Islam kritisiere", woraufhin Waris erwiderte "Nein, ich kenne die katastrophale Situation der islamischen Frauen nur zu gut aus eigener schmerzvoller Erfahrung, ich weiß, wovon du redest und was du anprangerst." Waris schreibt, dass sie mit Ayaan nicht in allen Dingen übereint stimmt, dass diese aber das Recht habe, ihre Meinung darzustellen.

      Das finde ich so schlimm, sodass ich jedes Mal daran denken muss, sobald mein Blick auf ihre Bücher in meinem Regal fällt, und ich würde gerne all jene Stellen mit schwarzem Edding übermalen.

      In "Schwarze Frau, weißes Land" (2010 erschienen) auf den Seiten 46 und 47 erfährt man, dass Waris einen Imam an eine Familie vermittelte, um ihnen zu erklären, dass die Genitalverstümmelung unislamisch ist. Sie glaubten ihm, wollten es aber trotzdem machen. Weil man für ein unbeschnittenes Mädchen keinen Brautpreis bekomme.

      Auf den Seiten 57 und 58 berichtet Waris über ihr Verhältnis zu Religion. Ich finde es sehr schade, was sie schreibt, denn es klingt etwas nach Religionskritik.

      "Mein persönlicher Glaube ist der Glaube an Harmonie und Balance, nicht mehr und nicht weniger. [...] Ich existiere. Ich muss nicht wissen, wer ich bin, wer ich war oder wer mich erschaffen hat und warum. Wer auch immer du bist - danke, dass du mich erschaffen hast. [...] Im Namen von Religion wird überall in der Welt unterdrückt, diskriminiert, geschlagen und getötet. [...] weiß ich, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist. Jede Person weiß das, denn man braucht dazu keine religiöse Erziehung. [...] Wir müssen uns nur von diesem Bewusstsein bei unseren Taten leiten lassen, dann brauchen wir keine religiösen Regelwerke."

      Naja, dieses Buch erschien 2010, also hoffe ich, dass sie ihre Meinung geändert hat.

      In "Safa - Rettung der kleinen Wüstenblume" (2013 erschienen) gibt es keine Hinweise auf ihre religiöse Einstellung, obwohl natürlich auch hier wieder erwähnt wird, dass FGM unislamisch ist.

      In der neuesten Ausgabe von "Brief an meine Mutter" gibt es ja ein neues Kapitel. Dort steht allerdings wieder nur, dass FGM unislamisch ist. Diesmal erwähnt sie, dass selbst die Rechtsschule, die weibliche Beschneidung propagiert, nur den FGM-Typ 1 empfiehlt. Das "nur" setzte sie in Anführungszeichen. Als Typ 1 wird auf ihrer Homepage das bezeichnet: "Typ 1: Ausschneiden der Klitoris-Vorhaut („Sunna-Beschneidung“) und der Klitoris oder von Teilen davon." - Hier gefällt mir nicht, dass nicht genau betont wird, dass die eine Rechtsschule nur ersteres empfiehlt, bzw. zur Pflicht erklärt. Wie ich oben dargelegt habe, hat das Entfernen der Klitoris (teilweise oder ganz) nichts mit dem Islam zu tun. Und das Entfernen der Klitorisvorhaut ist kein FGM.

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    2. Aber es gefällt mir natürlich, dass sie in jedem ihrer Bücher betont, wie unislamisch die weibliche Genitalverstümmelung ist. Ihre Mutter ist gläubige Muslima, deshalb kam sie mit religiösen Argumenten an. Ich kann aber einfach immer noch nicht verstehen, wieso Waris ihrer Mutter lobend von Ayaan Hirsi Ali erzählt und noch dazu erwähnt, dass diese den Propheten als "Tyrann" bezeichnete. Muslimas wie Waris' Mutter muss erkennen, dass man - um das Unrecht von FGM zu erkennen und es zu bekämpfen - nicht weniger islamisch werden muss, sondern mehr. Sie müssen erkennen, dass es nicht darum geht, europäisch oder säkular zu werden. Je mehr Islam, desto besser. Nur muss es eben der wahre Islam sein. Um zu erkennen, was islamisch ist und was nicht, brauchen wir Muslime Bildung in Quran und Sunnah und in Gelehrtentexten. Wir sehen hier die große Gefahr, wenn man blind dem Imam von nebenan vertraut und ihm alles glaubt, was er über den Islam sagt.

      Wie Waris' religiöse Einstellung jetzt, im Jahr 2017 ist, wüsste ich sehr gerne. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch mehr Bücher von ihr. Möge Allah uns alle rechtleiten. (Und zur Rechtleitung gehört, dass man Islamhasser hasst...)

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  2. FGM bei Nichtmuslimen:

    Schmerzenskinder, Seite 184: "Das ist jedoch keine islamische Spezialität in Ägypten, auch die koptischen Christen sprachen sich dort lange Zeit für FGM aus. Es gab sogar koptische Priester, die die Taufe verweigerten, wenn ein Mädchen nicht beschnitten war."


    Brief an meine Mutter: Auf Seite 193-195 gibt es einen Anhang namens "Islam ächtet Genitalverstümmelung". Der Anhang endet mit dem Satz: "Ich vermisse schmerzlich eine Stellungnahme des Papstes. Auch in christlichen Gemeinden in Afrika werden Mädchen genital verstümmelt." [Der Papst hat sich jetzt dagegen ausgesprochen!!!]

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    1. In "Safa - Rettung der kleinen Wüstenblume" erfahren wir auf den Seiten 250 und 251, wie die Mitarbeiterin Sophie einige Somalier über FGM aufklärt: "In vielen islamischen Ländern wie der Türkei war die Beschneidung von Frauen niemals üblich, und auch in Syrien, Jordanien und dem Libanon kommt sie kaum vor." Sophie erwähnt dann, dass auch Kinder christlicher Familien beschnitten werden. Das gelte für die ägyptischen Kopften genauso wie für "die Christen in Eritrea, die dort in etwa gleich stark vertreten sind wie die Muslime. Auch die mehrheitlich dem Christentum angehörenden Bewohner von Äthiopien lassen ihre Töchter beschneiden. Dort haben früher vor allem die Falaschen, die sich zum Judentum bekennen, Genitalverstümmelung praktiziert."

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    2. In "Schmerzeskinder" erfahren wir auf Seite 152 davon, dass FGM offenbar erst seit kurzem von europäischen Ärzten verpönt ist. Es wird der Wiener Frauenarzt Gustav Braun erwähnt, der sich für das Wegschneiden der Klitoris aussprach. Er veröffentlichte in der "Wiener medizinischen Wochenschrift" einen Artikel namens "Die Amputation der Clitoris und der Nymphen zur Behandlung des Vaginismus". Dort ist zu lesen, dass er einer Patientin die Klitoris und die inneren Schamlippen entfernte, da er ihr einen Krampf der Scheidenmuskulatur diagnostizierte. Ein Jahr später ungefähr veröffentlichte er einen Artikel namens "Ein weiterer Beitrag zur Heilung der Masturbation durch Amputation der Clitoris und der kleinen Schamlippen", worin er von einer jungen Frau berichtete, welche masturbierte. Ihr wurden dann die Klitoris und die inneren Schamlippen mit ihrem eigenen Einverständnis und dem ihrer Mutter weggeschnitten.

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  3. Eine gläubige Muslima gegen FGM:


    http://desertflowerfoundation.org/de/news-detail/somalias-premierminister-sharmarke-unterstuetzt-die-anti-fgm-kampagne-329.html


    https://www.theguardian.com/society/2016/mar/29/somalia-irish-fgm-campaigner-omar-abdirashid-ali-sharmarke


    https://en.wikipedia.org/wiki/Ifrah_Ahmed


    https://www.theguardian.com/society/2016/may/27/ifrah-ahmed-helping-somalias-government-end-fgm

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