03.09.2017

Ich wäre ja wirklich gerne ein besserer Muslim, aber...

... es scheint nicht zu funktionieren. Ich versuche es immer wieder, aber es klappt nicht. Ich schiebe die wahre Veränderung von mir weg!

So ergeht es vielen Muslimen. Man will ja anfangen, zu beten, man will ja aufhören mit Feiern und Alkohol, man will ja endlich richtig praktizieren, aber man scheint diese guten Vorsätze so zu behandeln wie gute Vorsätze generell, z. B. endlich mehr Sport treiben: Man schiebt sie auf.

Aufschieben. Ich habe letztens das Buch "Schluss mit dem ewigen Aufschieben: Wie Sie umsetzen, was Sie sich vornehmen" von Hans-Werner Rückert gelesen. Als ich damit fertig war, ist mir klar geworden, dass die Tipps gegen das Aufschieben auch auf "islamisches Aufschieben" anwendbar sind. Aber man betrachtet diese misslungenen Versuche, ein besserer Muslim zu werden, ja oft nicht als "Aufschieben", denn bei dem Begriff denkt man ja eher an Abgabetermine von der Arbeit. Es ist aber Aufschieben.

Das Thema Aufschieben ist psychologisch tiefgründiger als man denkt. Wenn du das Gebet beispielsweise immer so lange aufschiebst, sodass du es dann hektisch in den letzten erlaubten Minuten betest, dann bist du nicht einfach eine faule S*u, die Selbsthass verdient, sondern willst vielleicht unbewusst das Gespräch mit Allah سبحانه و تعالى vermeiden, weil du dich wegen deiner Sünden schämst.

Ich rate deshalb allen Muslimen, die Schwierigkeiten damit haben, ihre guten islamischen Vorsätze umzusetzen, sich mit dem Thema "Aufschieben" zu befassen.

Selbsthass hilft da genauso wenig wie der Versuch, sich eine Art militärische Disziplin anzueignen. Du bist nicht faul. Aufschieben ist tiefgründig. Informiere dich über die psychologischen Hintergründe des Aufschiebens.

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