05.06.2017

Distanzieren?

Über das Muslime für etwas verantwortlich machen, was sie nicht getan haben:


Terrorismus ist unislamisch. Hier gibt es Beweise und nicht nur den monoton wiederholten Satz "Das hat nichts mit dem Islam zu tun":


Liste von allen Distanzierungen:


Link zum Verbreiten:

https://www.buzzfeed.com/krishrach/this-woman-was-told-muslims-dont-condemn-violence-so-she-mad?utm_term=.vdDedJ57M#.ruZgyW78B


Meine eigene Meinung:

Als Muslim Mitgefühl ausdrücken und erklären, dass der Islam gegen Terror ist = Ja! Als Muslim demütig auf der Anklagebank bei aggressiven Leuten sitzen, obwohl man nicht den geringsten Einfluss auf Terroristen hat? = Nein!

Ich denke, wir Muslime sollten uns distanzieren, aber nur aus Mitgefühl für die Opfer von Terroranschlägen, die im Namen unserer Religion ermordet wurden, und NICHT, um Islamhassern zu zeigen "Seht ihr! Wir distanzieren uns eben DOCH!" - Denn sie werden das niemals anerkennen.

Sämtliche Distanzierungen von Muslimen, sämtliche Stellungnahmen, sämtliche Videos gegen Zwangsheirat, Terrorismus, Ehrenmord und Co., sämtliche "Not in my name"-Aktionen von Muslimen, sämtliche Demos von Muslimen, sämtliche Stellungnahmen von Gelehrten - all das wird unter den Teppich gekehrt und man verbreitet weiterhin sarkastische Bilder wie dieses hier: klick.

Oder man sagt einfach, dass die Muslime sich aus Täuschung distanzieren und lügen (stell dir mal vor, dir würde unterstellt werden, heimlich Terror gut zu finden). (KLICK)

Von Islamhassern wird man als Muslim immer gehasst werden, da spielt es keine Rolle, was man tut.

Wie ich schon sagte - meine persönliche Meinung ist, dass wir Terror im Namen des Islam öffentlich verurteilen sollten. Aber nur, um den Opfern unser aufrichtiges Mitgefühl zu überbringen. Denn sie sollten bei all dem im Mittelpunkt stehen.


"Die Muslime machen nichts gegen den Terror aus ihren Reihen!"

Der Islam gebietet uns Muslimen tatsächlich, Unrecht zu bekämpfen, denn:


Quellen:

http://dailyhadith.abuaminaelias.com/2012/02/26/hadith-on-enjoining-good-whoever-sees-vice-should-change-it-with-his-hand-tongue-or-heart/

http://dailyhadith.abuaminaelias.com/2014/09/05/hadith-on-evil-allah-will-punish-a-community-that-refuses-to-condemn-evil/

Bitte beachtet hier den Zusatz "obwohl sie es könnte"! - Wahrscheinlich denken Leute, die so etwas behaupten wie "Die Muslime machen nichts gegen den Terror aus ihren Reihen!", jeder einzelne Muslim auf der Welt habe alle anderen Muslime, die existieren, bei Whatsapp als Kontakt und weigert sich bloß, sie von schlechten Dingen abzuhalten. Man hat tatsächlich fast gar keinen Einfluss als einzelner Mensch, das Üble zu verhindern.

Oder das:

"Bereits zwei Jahr zuvor hätten sich Angehörige der Didsbury Mosque [Moschee], die er besuchte, an Mitarbeiter des Programms „Prevent“ gewandt und vor Abedi gewarnt. „Prevent“ ist ein Programm des britischen Innenministeriums, das Radikalisierung vorbeugen soll. Mindestens fünfmal hätten Personen aus seinem Umfeld mit offiziellen Stellen Kontakt aufgenommen und darauf aufmerksam gemacht, dass Abedi Selbstmordattentate „okay“ finde. Auch ein Angehöriger habe nach einem Bericht der Times den britischen Inlandsgeheimdienst MI5 vor Abedi gewarnt." - kopiert von https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschlag_in_Manchester_am_22._Mai_2017

Oder die Tatsache, dass es keine Seltenheit ist, dass sich Muslime weigern, die Körper von Terroristen zu beerdigen oder für sie zu beten (islamrechtlich fraglich, aber verständlich). Beim aktuellen Attentat (wie das klingt!) sind es 130:

https://www.facebook.com/tagesschau/photos/a.10151270623184407.483303.193081554406/10155481493769407/?type=3 - "Solche unvertretbaren Handlungen sind nicht mit den edlen Lehren des Islam zu vereinen", heißt es in einer Stellungnahme.

Der muslimische Prediger Pierre Vogel landete auf der Todesliste des IS, weil er sich dafür einsetzt, dass alle Muslime erkennen, dass Terroranschläge unislamisch und falsch sind. Schon oft hat er seine große Reichweite dafür genutzt, um Dinge zu sagen wie "Wenn jemand damit sympathisiert, dann haltet euch davon fern!" - Erfüllt das nicht die Forderung "etwas gegen den Terrorismus machen"? Wenn ja, weshalb wird er weiterhin diskreditiert?




Stell dir das vor: Du wachst morgens auf, um zu hören, wie deine Frau dich anschreit, weil es draußen strömt. Sie hasst den Regen und jetzt ist ihr Tag wegen dir ruiniert. Du gehst hinunter, nur um zu hören, dass deine Kinder dich anschreien, weil sie den Toaster brachen. Sie können jetzt keine Waffeln machen und es ist alles deine Schuld. Auf dem Weg zur Arbeit hältst du zum Tanken, nur um zu hören, dass alle an der Tankstelle dich verfluchen, weil die Benzinpreise gestiegen sind. Du kommst dann auf der Arbeit an, und siehst, dass alle deine Kollegen sich um deinen Schreibtisch versammelt haben und verlangen, dass du dich dafür entschuldigst, dass der Drucker gestaut ist. Auf dem Weg nach Hause von der Arbeit schreit dich jeder auf der Autobahn an, weil er mit dem Verkehr verärgert ist.
Ein lächerliches Szenario, richtig? Kannst du dir vorstellen, immer für die Dinge verantwortlich zu sein, die du absolut nicht kontrollierst? Kannst du dir vorstellen, immer darum gebeten zu werden, sich für diese Dinge zu entschuldigen? Kannst du dir vorstellen, gehasst zu werden, obwohl du dich entschuldigst? So fühlt es sich heutzutage für einen Muslim in Amerika an.
Ich bin ein stolzer Amerikaner, der in Texas aufgewachsen ist. Ich bin ein Fachhochschulstudent. Ich bin humanitär. Ich bin ein anstrebender Arzt. Ich bin jemand, der hofft, den Zugang zu Medizin und Gesundheitswesen in den Vereinigten Staaten und in kriegszerrissenen Ländern auf der ganzen Welt zu revolutionieren. Ich bin auch ein Moslem, einer von über 1,6 Milliarden, die beschuldigt werden, wenn ein Akt des Terrorismus auftritt, als ob wir nichts weiter sind als dieses 6-Buchstaben-Wort, das von denen entführt wird, die unsere Religion falsch benutzen, um ihre abscheulichen Verbrechen zu rechtfertigen.
Als muslimischer Amerikaner, der ständig bemüht ist, alles zu tun, was ich für die Besserung meiner Gemeinde und dieser Nation tun kann, bin ich müde, darum gebeten zu werden, mich zu entschuldigen und den Terrorismus zu verurteilen, mit dem ich absolut nichts zu tun habe.
Hier sind fünf Gründe, warum Muslime sich niemals für den Terrorismus entschuldigen müssen:

1) Es ist lächerlich, uns zu bitten, uns zu entschuldigen. 

Als praktizierender Muslim weiß ich, dass meine Religion Frieden lehrt. Ich bin so sicher von dieser Tatsache, dass ich an jeden $ 10.000 vergeben werde, wenn sie mir einen Vers im Quran finden können, der sagt, dass es ok ist, unschuldige Menschen zu töten oder Terrorakte zu begehen. Dies ist ein offenes Angebot, das niemals abläuft.
Ich weiß auch, dass Muslime als religiöse Gruppe keine Terroristen sind. Ich habe das tatsächlich bewiesenIch habe auch faktisch bewiesen, dass man eher von einem Blitzschlag, einer Couch oder einem Kleinkind, als von einem Muslim getötet wird.
Warum also muss ich mich für eine Gewalt entschuldigen, zu der ich keinerlei Verbindung habe? Eine Gewalt, die meiner Religion offenbar widerspricht.
Frag dich: Sollten sich Autohersteller entschuldigen, wenn betrunkene Fahrer Menschen mit ihren Fahrzeugen töten? Solltest du dich bei der Polizei entschuldigen müssen, wenn dein Geschwister ein Schnellticket bekommt, weil ihr denselben Nachnamen teilt? Sollte jeder einzelne Waffenbesitzer in Amerika sich entschuldigen, wann immer jemand von einer Feuerwaffe getötet wird? Sollten sich Wettermänner für bewölkte Tage entschuldigen? Sollten sich Apotheker für deine Allergien entschuldigen? Soll ich mich für die Tippfehler eines anderen Schriftstellers entschuldigen?
[...]
2) Es sollte schon jetzt offensichtlich sein, dass Muslime den Terrorismus verurteilen. 
Mittlerweile sollte klar sein, dass Muslime den Terrorismus verurteilen. Alles, was es braucht, ist eine einfache Google-Suche nach einem Terroranschlag, um die Fülle an Muslimen zu finden, die sie öffentlich verurteilen. Versuch es. Zum Beispiel gibt es hier über 40 Beispiele von Muslimen, die die Charlie Hebdo-Attacken verurteilen. Und hier ist ein Beispiel dafür, wie Muslime auf der ganzen Welt die Pariser Angriffe verurteilt haben.
Muslime verurteilen Terrorismus, wir haben das schon immer gemacht. Das ist ein Fakt. Und so wie ich dich jeden Morgen nicht beruhigen muss, dass der Himmel noch blau ist, mussten die Muslime dich nicht beruhigen, dass wir den Terrorismus jedes Mal, wenn ein Terroranschlag auftritt, verurteilen.
Und ehrlich gesagt, wenn du nicht jetzt schon glaubst, dass die Muslime den Terrorismus verurteilen, dann wird keine Entschuldigung oder wiederholte, rekordverdächtige Verurteilung von Muslimen oder muslimischen Organisation dazu beitragen, deinen intoleranten Hass zu heilen.
3) Muslime stehen an der Spitze der Terrorismusbekämpfung. 
Das einzige, was lächerlicher ist, als die Leute zu bitten, sich für etwas zu entschuldigen, das sie nicht getan haben, ist, dass die Leute sich für etwas entschuldigen, gegen das sie so schwer kämpfen
Muslime wollen Terrorismus genauso wie jeder andere Amerikaner besiegen, wenn nicht sogar mehr. Deshalb haben wir muslimische Frauen wie Niloofar Rahmani und Kubra Khademi, die an der Front sind, Terroristen zu bekämpfen. Deshalb nehmen Millionen von muslimischen Jugendlichen gegen ISIS Stellung. Aus diesem Grund haben Tonnen muslimischer Gruppen und Gelehrter immer wieder Aussagen ausgegeben, die ISIS verurteilen, viele werden deshalb sogar von ISIS enthauptet.
Deshalb haben sich mehr als 120 muslimische Gelehrte aus der ganzen Welt zusammengeschlossen, um einen offenen Brief an ISIS zu schreiben und sie als islamisch mit islamischen Begriffen zu verurteilen. Aus diesem Grund werden diejenigen Muslime von ISIS getötet, die öffentlich gegen die Christenverfolgung protestieren.
Aus den gleichen Gründen, dass Feuerwehrleute sich nicht für Feuer entschuldigen und Ärzte sich nicht für Herzerkrankungen entschuldigen, sollten Muslime nicht darum gebeten werden, sich für etwas zu entschuldigen, das sie so schwer zu bekämpfen haben.
4) Muslime sind die größten Opfer des Terrorismus. 
Nach dem Counter Terrorism Center in der United States Military Academy am West Point, tötet Al-Qaida mehr als sieben Mal mehr Muslime als Nicht-Muslime. Nach Angaben der UNO sind Muslime die größten Opfer von ISIS. Nach dem Außenministerium sind Muslime die größten Opfer des Terrorismus im Allgemeinen. Egal wo du hinsiehst, wirst du feststellen, dass die stärkste Assoziation zwischen Muslimen und Terrorismus eine ist, in der Muslime Opfer davon sind.
Es gibt eine traurige Ironie, wie die Muslime die größten Opfer des Terrorismus sind und dennoch den Hass dafür bekommen. So wie es falsch wäre, die Afroamerikaner wegen der Sklaverei zu beschuldigen, hungernde Kinder wegen des Welthungers und Kleinkinder wegen Amoklaufen an Schulen, ist es ebenso falsch, Muslime für den Terrorismus verantwortlich zu machen, wenn wir immer die Opfer davon sind.
[...]
5) Wenn wir uns für den Terrorismus entschuldigen müssen, dann sollten auch alle anderen. 
Dieser letzte Punkt ist besonders wichtig. Warum sind Muslime die einzige Gruppe, die sich verpflichten muss, sich für die Handlungen von Verbrechern zu entschuldigen und jene zu verurteilen, die zu ihrer Gruppe gehören?
Um die Dinge in die richtige Perspektive zu stellen, frag dich: Warum werden nicht alle weißen Männer darum gebeten, sich für die Sklaverei zu entschuldigen, die weiße Männer weniger als zwei Jahrhunderte zuvor befürworteten? Die Sklaverei, in der ein Drittel der Sklaven Muslime waren. Warum sind nicht alle Buddhisten gebeten, sich für die radikalen buddhistischen Mönche in Mynamar zu entschuldigen, die die Muslime heftig angreifen? Warum sollen sich keine Polizisten für jene rassistischen Polizisten entschuldigen, die die Körper unbewaffneter Schwarzer wie Blätter im Herbst fallen lassen?
Du musst verstehen, dass, genauso so wie du von den oben erwähnten abscheulichen Verbrechen losgelöst bist, bin ich ebenso vom Terrorismus losgelöst, den so viele mit mir verbinden wollen, nur weil ich ein Muslim bin.
Du musst verstehen: Indem du mich fragst, ob ich den Terrorismus verurteile, stellst du meine Menschlichkeit in Frage.
Sonstiges:






Folgendes ist kopiert von https://www.facebook.com/HoGeSatzbau/posts/1462798070407837:

Wisst ihr noch, damals, als Millionen von Christen gegen die Kreuzzüge aufgestanden sind?

Oder damals, als die Katholiken in Massen gegen Kindesmissbrauch demonstriert haben?

Oder damals, als ganz Deutschland sich gegen die Deportation der Juden stark gemacht hat?

Oder damals, als die Flüchtlingsheime brannten, an die riesige Welle an Demonstranten, die laut und unmissverständlich sagten: „Das sind nicht wir Deutschen oder wir Christen! Wir sind nicht so!“

Erinnert ihr euch? Hach, damals. Uns konnte niemand einen Vorwurf machen. Uns doch nicht. Im Zweifel haben wir doch auch von nichts gewusst.


PS: Dies hier schrieb ich nach dem Terroranschlag in Paris:

Ich sehe das momentane Gemeinschaftsgefühl der Menschheit. Hollywoodstar trauert neben Bäcker. Würde man mich ausschließen, wenn ich mich dazu stellen würde? Würde man mir überhaupt glauben, dass ich ernsthaft betroffen bin? Gehöre ich zum "Wir"?

Wenn ich so sehe, wie meine Lieblingsautoren und Lieblingsschauspieler gegen Diskriminierung von Muslimen reden, dann kommt es mir so vor... Als würde ich tatsächlich zum "Wir" gehören. Und... die Islamhasser... nicht.

KLICK

    Keine Kommentare:

    Kommentar posten