03.02.2017

Buchempfehlung: "Islam für Dummies" von Malcolm R. Clark



315 Seiten

Klappentext:

Alles über Glaube und Gebete, Koran und und Kaaba. Sie müssen nicht Muslim sein, um den Islam zu verstehen. Malcolm Clark führt Sie in die Welt des muslimischen Glaubens. Er berichtet über die Lehre des Religionsstifters Mohammed und ihre Verbreitung und Entwicklung über die Jahrhunderte. Außerdem geht er auf die Unterschiede der verschiedenen Glaubensrichtungen des Islam ein. Sie erfahren alles über den Koran, den Glauben, die Riten und die Traditionen des Islam. Der Autor zeigt außerdem Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Religionen und stellt Ihnen bemerkenswerte Muslime aus Naturwissenschaften, Kunst und Architektur vor.

Anmerkung von mir: Autor ist Nichtmuslim - S. 21: "Ich bin kein Muslim."


Meine Meinung:

Jaja, ich weiß, ich rede von so vielen Dingen begeistert, aber hier muss ich wirklich sagen: Dieses Buch ist ein Muss für jeden. Ich liebe die "Für Dummies"-Reihe (ich liebe sie! :D), und auch hier hat sie mich nicht enttäuscht. Für 12,99 ist dieses Buch wirklich unglaublich vollständig.

Klick hier und schau dir das Inhaltsverzeichnis (bei "Leseprobe") an: KLICK.

Es hat immer einen psychologischen Effekt für Nichtmuslime, wenn sie Bücher von Nichtmuslimen über den Islam lesen (denn wenn Muslime Bücher schreiben, wollen sie ja logischerweise alles gut darstellen), deshalb rate ich jedem dazu, dieses Buch seinen nichtmuslimischen Bekannten zu schenken.

Aber auch für Muslime ist es ein Muss, da man so viel Detailwissen erfährt.

Natürlich habe ich auch ein paar Kritikpunkte.

  • S. 68 suggeriert, es sei radikal, alle Nichtmuslime als "Kuffar" zu bezeichnen. Das ist natürlich Schwachsinn. Vielleicht hört dieser Quatsch auf, wenn man endlich mal versucht, zu verstehen, dass "Kafir" kein Schimpfwort ist. Alle Nicht-Juden sind "Goyim", das ist auch nicht beleidigend gemeint.
  • Auf Seite 72 steht "Die meisten Muslime glauben, sie würden aufgrund der Gnade Gottes letztlich in den Himmel kommen". Wir Muslime hoffen das natürlich! Aber sicher sein können wir uns nicht, dass wir direkt - ohne vorherigen Aufenthalt in der Hölle - in das Paradies kommen.
  • Auf Seite 77 steht "Die Entscheidung, wer ein wahrer Muslim sei, wird Gott am Tag des Gerichts überlassen." Da dieser Satz direkt nach Informationen über die verfluchten Kharidschiten/Khawarij steht, deren größtes Merkmal das Übertreiben im Takfir ist, und die jeden zum Kafir erklären, der nicht bei drei auf dem Baum ist, impliziert das, dass der Takfir komplett und ausnahmslos verboten sei.
  • Auf Seite 91 steht "Doch der Volksglauben will es, dass selbst sündige Muslime, die andere Götter angebetet haben, letztlich durch Gottes Gnade gerettet werden, selbst wenn sie beim Jüngsten Gericht zur Hölle verdammt werden." Wer als Götzenanbeter stirbt, kommt für alle Ewigkeiten in die Hölle.
  • Auf Seite 110 steht "Muslime rufen Mohammed auch in ihren Gebeten an." - Nein, tun sie nicht.
  • Auf Seite 138 heißt es, Abu Hanifa hätte Abu Huraira nicht als zuverlässigen Vermittler von Hadithen betrachtet. Der Autor beruft sich da auf die Feministin Riffat Hassan. Was sie behauptet, stimmt natürlich überhaupt nicht, und ich kann nicht verstehen, wie man auf so etwas kommen kann.
  • Seite 148 behauptet, man könne die Polygamie als haram erklären.
  • Seite 182 erzählt von muslimischen Heiligen, die man um Erfüllung der eigenen Wünsche bitten dürfe.
  • Seite 258 könnte ein bisschen mehr betonen, dass das christliche Gottesbild mit dem islamischen Gottesbild absolut nichts zu tun hat.
  • Auf Seite 259 steht "Einige Gelehrte sowohl im Christentum als auch im Islam meinen, ihre Religion sei gottgegeben und deswegen wahr, während andere Religionen nur menschliche Schöpfungen seien." - Dieser Satz impliziert, dass es nicht üblich ist, seine eigene Religion für die einzig wahre zu halten. Dazu passt auch, dass Seite 269 das 2. Vatikanische Konzil 1965 lobt, da dieses in der "Erklärung über die Beziehung der Kirche zu nichtchristlichen Religionen" angeblich behauptete, dass auch Juden und Muslime "erlöst" werden könnten.
  • Auf Seite 280 steht "Wenn in der islamischen Welt Frauenrechte, Demokratie und Freiheit verwirklicht werden sollen, müssen dieser Werte in einer islamischen Sprache und mit islamischen Argumenten begründet werden." - Ähm.

Bestimmt fragen sich jetzt manche, wie ich da dieses Buch so loben kann. Wer es sich allerdings kauft, wird verstehen, dass diese Punkte die einzigen kritikwürdigen sind. In den "Für Dummies"-Büchern ist immer sehr viel Inhalt in kleiner Schrift. "Islam für Dummies" ist sehr bereichernd und steckt voller guter Informationen.

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