22.09.2020

Buchempfehlung: "Mohammed" von Prof. Dr. Hartmut Bobzin




128 Seiten


Beschreibung:




"Bobzin studierte von 1966 bis 1973 evangelische Theologie, Religionswissenschaften, Semitistik und Indologie an der Universität Marburg, wo er 1974 promovierte. Bis 1976 verbrachte er einen Studienaufenthalt in Damaskus, wo er Arabistik studierte, und ging dann an die Universität Erlangen, wo er 1981 Akademischer Rat wurde. 1986 habilitierte er sich für das Lehrgebiet Semitische Philologie und Islamwissenschaft. Für seine Habilitationsschrift „Der Koran im Zeitalter der Reformation“ erhielt er den Habilitationspreis der Fakultät. Im Jahr 1992 erhielt er eine Professur für Islamwissenschaft. Seit 2003 ist er auch ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von 2002 bis 2006 war er Prorektor der Universität Erlangen-Nürnberg und für internationale Beziehungen zuständig." - https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Bobzin



Meine Meinung:

Um den Propheten Muhammad kurz als Nichtmuslim "kennen zu lernen" empfehle ich dieses Buch von Hartmut Bobzin.

Natürlich bin ich nicht mit allem einverstanden, so behauptet er beispielsweise, dass viele Sahih-Hadithe nicht authentisch sind. Die sogenannte Islamwissenschaft an sich studiert den Islam aus westlicher Sicht, deshalb ist das nicht verwunderlich. Wieder einmal muss ich hinzuschreiben, dass ich eine Buchempfehlung ohne Gewähr teile, da ich nicht so wissend in der Religion bin. Ich habe jedenfalls - außer der Sache mit den Hadithen - nichts zum beanstanden "gefunden".


Zitate:


"Der Islam sei, so hört und liest man es häufig, mit 'Feuer und Schwert' verbreitet worden. Auch wenn diese Behauptung nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, so ist sie doch irreführend, da man hierzulande weder im Mittelalter eine zutreffende Vorstellung vom alten Arabien hatte, noch heute eine hat. Um den 'militärischen' Aspekt des Islams zu begreifen, ist es nötig, erneut auf die altarabische Stammeskultur zu verweisen [...]" (S. 96) - "Mohammed", Hartmut Bobzin

"All diese kriegerischen Unternehmungen, unter denen man sich keinesfalls größere Schlachten vorstellen darf, gehören jedenfalls in den Kontext der unter den arabischen Stämmen üblichen Raubzüge, die nicht zuletzt dem Lebensunterhalt dienten. Es wäre daher eine Verkennung der Tatsachen, wollte man darin von vornherein etwas 'Verwerfliches' sehen, das einem 'Gesandten Gottes' nicht angemessen sei." (S. 97) - "Mohammed", Hartmut Bobzin

"Mohammeds Vorgehen gegen die Juden, so unbegreiflich es uns heute in manchen Zügen zu sein scheint, hat jedoch nicht zu einer grundsätzlich judenfeindlichen Haltung des Islams geführt. (Das Christentum war stets viel judenfeindlicher!) Mohammed hat im Interesse der Konsolidierung seiner Gemeinde gewiß konsequent und im Rahmen der damaligen in Arabien üblichen ethischen Normen gehandelt. Wäre sein Handeln 'verwerflich', d. h. gegen die geltende Norm, gewesen, so hätten seine Biographen, denen ja an einer grundsätzlich positiven Darstellung gelegen war, viel mehr verschwiegen." (S. 107) - "Mohammed", Hartmut Bobzin

"Nicht nur der politische Erfolg und die damit verbundene Anziehungskraft, sondern auch der Großmut Mohammeds gegenüber seinen früheren Gegnern mag ein Grund dafür sein, warum ihm schließlich Mekka fast kampflos zufiel." (S. 109) - "Mohammed", Hartmut Bobzin

"Man hat dem frühen Islam immer wieder abgesprochen, die Erfahrungen von Martyrium, wie sie für das Christentum in seiner Anfangsphase so typisch gewesen sind, je gemacht zu haben. Gegen diese Behauptung spricht freilich, daß sich in der Sira einige Texte finden, in denen von der Bedrückung der frühesten Muslime durch ihre mekkanischen Gegner die Rede ist [...]" (S. 82). - "Mohammed", Hartmut Bobzin

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